Februar 20, 2021
Von End Of Road
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Der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion und damit der Auftakt zu einem der schlimmsten Verbrechen der Menschheit jĂ€hrt sich am 22. Juni zum achtzigsten Mal.
Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen steht im Fokus des bis in den April laufenden Bremer Programms zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft.
Vor diesem Hintergrund wurden Hinweise recherchiert, wonach die sterblichen Überreste von mindestens 116 NS-Opfern, die auf dem sogenannten „Russen-Friedhof“ in Bremen-Oslebshausen bestattet und verscharrt wurden, bis heute nicht vollstĂ€ndig exhumiert und umgebettet worden sind.

Dieter Winge von der „BĂŒrgerinitiative Oslebshausen und umzu“ und Ekkehard Lentz vom „Bremer Friedensforum“ bezeichnen das Massengrab fĂŒr sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter*innen als „vergessenes Relikt der Nazi-Verbrechen in Oslebshausen“. Auf dieser FlĂ€che an der Reitbrake plant Bremen zusammen mit Unternehmen wie Siemens und Alstom-Bombardier ein Bahnbetriebswerk mit Abstellanlage zu errichten. „Unsere Recherchen haben ergeben, dass ein wesentlicher Teil dieser FlĂ€che zum ehemaligen sogenannten „Russen-Friedhof“ gehörte“, so Winge und Lentz. Beide sprechen von „einem historisch vorbelasteten Boden in Bremen“. Die geplante Bahnwerkstatt an diesem Platz mĂŒsse aus einem neuen Blickwinkel gesehen werden.
Zwischen 1948 und 1950 wurden ca. 600 Leichen exhumiert und auf den Osterholzer Friedhof umgebettet. Winge und Lentz fragen: „Wo sind die sterblichen Überreste von ĂŒber einhundert sowjetischen Kriegsgefangenen geblieben?“ Beide gehen davon aus, dass die sterblichen Überreste weiterhin am Ort ihrer Bestattung – auf der FlĂ€che Reitbrake – verblieben sind.
Diese Erkenntnisse wurden inzwischen auch der Senatorin fĂŒr Klimaschutz, Umwelt, MobilitĂ€t, Stadtentwicklung und Wohnungsbau und der Bremer LandesarchĂ€ologin mitgeteilt.




Quelle: Endofroad.blackblogs.org