April 20, 2021
Von Emrawi
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Am 5. April ist der 38 jĂ€hrige Ali Chaciev nach einer Injektion zur “Beruhigung”, welche ihm in der Justiz- und Massnahmenvollzugsanstalt Stein in Krems (NÖ) verabreicht wurde, gestorben. Es wurde berichtet, dass er sich in Isolationshaft befand und Probleme mit dem Aufsichtspersonal gehabt habe. Ausserdem hĂ€tte er vor seinem Tod noch seiner Familie und Freund*innen telefonisch ĂŒber Hunger, Rassismus und Provokationen durch WĂ€rter*innen berichtet.

Ali war Mitglied der tschetschenischen Community und ein Sportler bei bester Gesundheit. Niemand hatte seinen Tod erwartet!

Der zustĂ€ndige Sozialarbeiter hat seine Familie kurz angerufen und am Telefon ĂŒber den Tod berichtet. Genaue Infos zur Todesursache oder zum Vorhergang wurden nicht weitergegeben.

Bis jetzt, zwei Wochen danach, haben kaum Medien darĂŒber berichtet und die Justizanstalt hat immer noch kein Schreiben veröffentlicht. Ausserdem wird Alis Körper wohl bis in den Juni nicht freigegeben.

Das Schweigen ĂŒber Alis Tod zeigt, wie gleichgĂŒltig den österreichischen Behörden Alis Leben ist.

Es braucht jetzt dringend Druck auf die Justizanstalt und die zustĂ€ndigen Behörden (Bundesministerium fĂŒr Justiz). Es dringen Information aus dem Inneren der Anstalt durch, dass weitere tschetschenische Gefangene dort misshandelt und isoliert werden. Alis Tod muss aufgeklĂ€rt werden!

Wir kennen die Justizanstalt Stein als ĂŒberfĂŒllte, ĂŒberlastete und verantwortungslos handelnde Vollzugsanstalt! 2014 wurde ein Mann dort solange in seiner Zelle gelassen, bis seine Beine verfaulten! Immer wieder begehen dort inhaftierte Menschen Suizid. Fortlaufend wird die Gesundheit vieler HĂ€ftlinge aufs Spiel gesetzt, weil sie keine ausreichende medizinische Versorgung bekommen. Zudem hat sich in der Justizanstalt gerade ein Corona-Cluster gebildet, welches sich auch deshalb so schnell und weit verbreitet kann, da zu wenige Corona-Schutzvorkehrungen umgesetzt werden!

Die Justizanstalt Stein muss öffentlich Stellung beziehen und die österreichischen Behörden mĂŒssen Verantwortung ĂŒbernehmen!

Es kann nicht sein, dass in Österreichs GefĂ€ngnissen Menschen sterben und es niemanden interessiert. Tod in Haft ist ein Produkt der rassistischen und sozialchauvinistischen Strukturen, welche in Österreich herrschen! Alis Tod ist kein Einzelfall und damit Thematik von gesellschaftlichem Interesse. Lassen wir einen politischen Diskurs in der Öffentlichkeit entstehen und machen wir die mörderische Systematik der GefĂ€ngnisse und Verwahrungsanstalten in Österreich sichtbar!

Gehen wir gemeinsam wĂŒtend und betroffen auf die Straße! Setzen wir die Behörden unter Druck: Diese ZustĂ€nde mĂŒssen ein Ende finden! Ali braucht Gerechtigkeit!

Besuchen wir die eingesperrten Menschen aus Tirol in der JA Zieglstadl.

JUSTICE FOR ALI! JUSTICE FOR ALL!




Quelle: Emrawi.org