Juni 13, 2021
Von FAU Hamburg
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Gemeinsam mit Aktiven der IWW Hamburg hat sich auch die FAU Hamburg an der heutigen Kundgebung in SolidaritĂ€t mit dem Civil Disobedience Movement (CDM) in Myanmar auf dem Rathausmarkt beteiligt. Mehr als 60 Menschen nahmen an der Versammlung teil. Und hunderte Passant*innen nahmen von der Aktion Notiz. So konnte der andauernde Kampf in Myanmar erfolgreich in die Öffentlichkeit getragen werden. Zwei Stunden lang gab es ein abwechslungsreiches Programm bestehend aus MusikvorfĂŒhrungen und RedebeitrĂ€gen.

Die rote Fahne, die wir dabei hatten, ist von dem Federation of Garment Workers Myanmar (FGWM), welches nun Federation of General Workers Myanmar heißt und mit denen wir gut vernetzt sind.

In mehreren Regionen der Welt, wie Hawaii, Sydney, Wien, Berlin, Toronto, Heidelberg, Washington DC und Bratislava gab es Ă€hnliche Aktionen. Um sich zu Vernetzen und auf dem Laufenden zu bleiben, kann der Offenen Vernetzungsgruppe – German Solidarity with Myanmar Democracy auf Facebook beigetreten werden.

Unsere Beteiligung an dem Aktionstag verstehen wir auch im Kontext des #Call4InternationalCDMsolidarity!

Manche fragen sich vielleicht, warum wir als Gewerkschaft hier mitmachen. Das ergibt sich aus unserem Redebeitrag, der hier nachzulesen ist:

Wir stehen hier als Mitglieder der FAU Hamburg und IWW Hamburg. FAU steht fĂŒr Freie Arbeiter*innen Union und IWW fĂŒr Industrial Workers of the World. Beides sind ZusammenschlĂŒsse von Basisgewerkschaften.

Seit mehreren Jahren vernetzen wir uns mit Gewerkschaften im asiatischen Raum, insbesondere im Bereich der Textilbranche und unterstĂŒtzen ihre ArbeitskĂ€mpfe. So kam auch bereits vor zwei Jahren die Vernetzung mit der Federation of Garment Workers Myanmar, die jetzt Federation of General Workers Myanmar heißt, zustande. Sie setzt sich aus Basisgewerkschaften in diversen Fabriken zusammen – insbesondere von Textilfabriken.

Mit Entsetzen und Wut im Bauch verfolgen wir bereits seit fast einem halben Jahr die Entwicklungen in dem Land nach dem Coup.

Seit Februar haben sich hunderttausende Menschen am Civil Disobedience Movement beteiligt – in Yangon, Mandalay, und vielen weiteren Dörfern und StĂ€dten im ganzen Land. Bahnarbeiter*innen, Arbeiter*innen im Gesundheitsbereich (so genannte healthcare workers), Textilarbeiter*innen und Studierende. Alle gemeinsam kĂ€mpfen sie gegen die MilitĂ€rdiktatur. Laut der Beobachtungsgruppe der Association for Political Prisoners haben bisher weit mehr als 800 Menschen der Widerstandsbewegung ihr Leben verloren, wĂ€hrend etwa 4200 von ihnen in GefĂ€ngnissen festgehalten werden.

Viele Unternehmen und Konzerne kooperieren mit der MilitĂ€rjunta und unterstĂŒtzen so auch das autoritĂ€re Regime – sei es die Deutsche Post DHL Group, die Klamottenkette H&M, der Ölkonzern Total oder der LKW- und Busbauer MAN. Ein Regime, das MilitĂ€rkrĂ€fte in Fabriken schickt, um ArbeitskĂ€mpfe zu zerschlagen.

Das kapitalistische System ist global. Und so sind auch wir hier in Hamburg in dem Freiheitskampf in Myanmar involviert – auch wenn natĂŒrlich auf eine andere Art und Weise als die Menschen vor Ort.

Die Gewerkschaften befinden sich in einer ZwickmĂŒhle. Sollen sie dazu aufzurufen, dass wir hier im Warenhaus der Welt Unternehmen unter Druck setzen jegliche Investiotionen in Myanmar zu stoppen? Arbeiter*innen sind abhĂ€ngig von den Jobs in den Fabriken. Einerseits gibt es die Hoffnung durch einen kurzfristigen wirschaftlichen Shut-Down, indem jegliche Investitionen unterbunden werden, die MilitĂ€rjunta unter Druck zu setzten. Andererseits hĂ€tte eine langfristige Schließung der Fabriken gravierende Auswirkungen auf die LebensumstĂ€nde.
Es ist also schwierig.

Aktuell stehen wir im Austausch mit der Federation of General Workers Myanmar, um gemeinsam zu einer weltweiten Aktionswoche in SolidaritÀt mit dem Civil Disobedience Movement aufzurufen.
Haltet die Augen und Ohren offen.

Die FAU Hamburg und die IWW Hamburg stehen gemeinsam an der Seite der emanzipatorischen und freiheitlichen KrÀfte in Myanmar!

Wenn wir als LohnabhĂ€ngige auf internationaler Ebene zusammenstehen, können wir Vieles erreichen – auch die MilitĂ€rjunta in Myanmar ĂŒberwinden!

#1world1struggle




Quelle: Hamburg.fau.org