Juni 13, 2021
Von FAU Duesseldorf
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Spontaner Protest vor dem Laden von Gorillas in DĂŒsseldorf, dort haben auch die Riders ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Kollegen ausgesprochen.

Aktuell gibt es einen Wilden Streik in Berlin, Ursache ist, dass ein Kollege entlassen wurde und wieder eingestellt werden soll. Das ist die Hauptforderung, im Laufe der Auseinandersetzung sind weitere Forderungen Hinzugekommen, die Abschaffung der Probezeit und der Entlassungen ohne Abmahnung. Seit Februar 2021 versucht die Betriebsgruppe bei dem Fahrradkurierdienst Gorilla in Berlin, einen Betriebsrat zu etablieren. Die Betriebsleitung in Berlin versucht, das zu verhindern, ihr wird aus der Berliner Politik Union-Busting vorgeworfen. Der GesprĂ€chstermin wegen der Entlassung mit einem Vertreter der FirmenfĂŒhrung am Freitag ergab wenig. In den Sozialen Medien wurde auch ĂŒber schlechte Arbeitsbedingungen bei Gorillas in DĂŒsseldorf berichtet. Daher gab es am Samstag, 12.06.2021 auch vor dem Betrieb in DĂŒsseldorf einen Protest.

Inhalt des GesprĂ€chstermins am Freitag war ein GesprĂ€chsangebot an die Belegschaft und die Behauptung, „einige“ wollten eine politische Frage daraus machen. Sie könnten sich jetzt fĂŒr Eskalation oder Kommunikation entscheiden. Ansonsten war es eine Beschreibung des Unternehmens, wie großartig es sei, die Belegschaft sei ĂŒberdurchschnittlich zufrieden, die FĂŒhrung sei sehr stolz darauf und hĂ€tte „Werte“ und stĂŒnde fĂŒr eine bessere Wirtschaftsweise. Zugleich sei das Unternehmen „nicht politisch“. Klar, dass die Betriebsleitung nicht möchte, dass die Belegschaft ihre Meinung zu den Entscheidungen der FĂŒhrung Ă€ußert, Politik eben.

Die sollen gefĂ€lligst schweigen und gehorchen, mehr wie Roboter, nicht Menschen. Der Vertreter in dem Zoom-Call gab sich sehr gesprĂ€chsbereit und umgĂ€nglich, aber die Intention war klar: Wir herrschen in diesem Betrieb. Young Urban Professionals (Yuppies) geben sich gerne fortschrittlich und sind dabei inhaltlich so reaktionĂ€r und autoritĂ€r wie immer schon. Eine lebende Karikatur. „Woran erkennt man eine Arbeit mit schlechter Bezahlung? Junges dynamisches Team, flexible Arbeitszeiten, KĂŒhlschrank mit biologischen Softdrinks“ um es mit Kurt Prödel zu sagen.

Der Vertreter von Gorillas formuliert das so: „the main reason why we are all here, 
 our love of riding“, dass manche Geld brauchen, spielt fĂŒr die FĂŒhrung keine Rolle. „We had to face the hard decision to let one of our riders go“, als wĂ€ren die TĂ€ter Opfer, als wĂ€re ein Rausschmiss vor allem fĂŒr die Bosse unangenehm. Mal ernsthaft: Bei Menschengruppen, etwa in einem Betrieb gibt es Entscheidungen, die alle betreffen. Das ist Politik. Diese ist entweder, autoritĂ€r – wer nicht spurt fliegt raus – oder demokratisch – alle Betroffenen entscheiden gemeinsam. Also ja, selbstverstĂ€ndlich, die Betriebsgruppe spricht eine politische Frage an.

Vor dem Laden wurden GesprĂ€che mit den Ridern gefĂŒhrt und dann diese kurze Stellungnahme fĂŒr alle gelesen.




Quelle: Duesseldorf.fau.org