Dezember 4, 2021
Von FAU Flensburg
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GekĂŒndigte stehen finanziell vor dem Abgrund – Gorillas Management zieht mit Antrag zum Abbruch der Betriebsratswahl in die nĂ€chste Instanz.

Der KĂŒndigungsschutz von Wahlbewerbern und Mitgliedern des Betriebsrats muss deutlich verbessert werden.

Welche Probleme bestehen und welche Verbesserungen notwendig wÀren, soll in diesem Artikel anhand der Situation bei Gorillas, insbesondere aber an der Situation von Muhammad, einem Wahlvorstandsmitglied und Wahlbewerber bei der anstehenden Betriebsratswahl, verdeutlicht werden.

Auftretende Akteure in diesem mehrteiligen Drama rund um demokratische Grund- und Mitbestimmungsrechte sind Gewerkschaften, AnwĂ€lte, das Arbeitsgericht und eine Gruppe von Fahrrad-Lieferantinnen und-Lieferanten (Rider), die sich Gorillas Workers Collective nennt. Das Setting: Bei dem Lieferdienst Gorillas in Berlin soll eine Betriebsratswahl durchgefĂŒhrt werden. Das ist vermeintlich reichlich unspektakulĂ€r und im §1 des Betriebsverfassungsgesetz fĂŒr alle Betriebe mit mehr als fĂŒnf stĂ€ndigen und wahlberechtigen BeschĂ€ftigten routinemĂ€ĂŸig vorgesehen.

Bereits im Juni 2021 wird hierfĂŒr von den rund 1300 Berliner Gorillas-Ridern ein Wahlvorstand bestellt. Der Wahlvorstand ist dafĂŒr zustĂ€ndig, die Betriebsratswahl durchzufĂŒhren.

Aber: Was heißt das fĂŒr den einzelnen LohnabhĂ€ngigen, wenn er sich in einem Konzern wie Gorillas an der GrĂŒndung eines Betriebsrats aktiv beteiligt? Wie funktioniert der Schutz fĂŒr BeschĂ€ftigte, die demokratische Grundrechte wahrnehmen wollen gegen Union Busting und Unternehmer-WillkĂŒr?

Muhammads Ziel: UnertrÀgliche Arbeitsbedingungen verbessern

Im Juni 2021 wĂ€hlen die Berliner Rider Muhammad als Ersatzmitglied in den Wahlvorstand. Er ist Lieferfahrer und stammt gebĂŒrtig aus Pakistan. Wie die meisten Lieferboten ist er noch nicht lange in Deutschland und spricht nur wenig Deutsch. Da kommt es ihm entgegen, dass beim Lieferdienst Gorillas die Betriebssprache Englisch ist. Damit er seine Schichten kennt, hat Muhammad eine App auf sein Handy geladen. DarĂŒber werden ihm seine Arbeitszeiten mitgeteilt.

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Quelle: Fau-fl.org