November 12, 2021
Von FAU Flensburg
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Nach den jĂŒngsten Massenentlassungen ziehen Fah­re­r:in­nen vor Gericht. Gleichzeitig geht Gorillas gegen Wahlvorstand des Betriebsrats vor.

Der Streit um die Arbeitsbedingungen beim Lieferdienst Gorillas beschĂ€ftigt nun die Gerichte. In den kommenden Wochen stehen gleich mehrere Termine an, bei denen Klagen von ehemaligen Ridern (Lieferfahrer:innen) gegen ihre KĂŒndigung verhandelt werden. Zudem steht eine Klage des Unternehmens gegen den Wahlvorstand des Betriebsrats im Raum.

Anfang Oktober hatte Gorillas laut Angaben der Gewerkschaft Verdi 350 Rider entlassen. Als BegrĂŒndung gab die Pressestelle des Unternehmens gegenĂŒber der taz an, die KĂŒndigungen seien aufgrund der „unangekĂŒndigten wilden Streiks“ sowie der Blockade von NotausgĂ€ngen erfolgt. „Solche unangekĂŒndigten, spontanen und nicht gewerkschaftlich getragenen Streiks sind rechtlich nicht zulĂ€ssig“, ließ die Pressestelle damals mitteilen.

Ob diese EinschĂ€tzung zutrifft, werden nun die Gerichte klĂ€ren mĂŒssen. Einige Rider zielen lediglich auf die RĂŒcknahme ihrer KĂŒndigung ab. Doch anderen geht es um einen grĂ¶ĂŸeren politischen Zusammenhang. Sie sind bereit, bis nach Straßburg an den EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte zu ziehen, um final feststellen zu lassen, ob das deutsche Streikrecht zulĂ€ssig ist.

Duygu Kaya ist Mitglied des Gorillas Workers Collective. Ihr gehe es nicht nur darum, ihren Job zurĂŒckzubekommen, sagt sie. Auch Kaya wurde Anfang Oktober wegen ihrer Streikteilnahme entlassen. Sie hat bereits einen neuen Job gefunden, aber: „Überall werde ich dieselbe PrekaritĂ€t, dieselben schlechten Arbeitsbedingungen antreffen wie bei Gorillas.“ Dagegen mĂŒsse man bei Gorillas ebenso ankĂ€mpfen wie bei anderen Lieferdiensten wie Wolt oder Getir. Die einzige Waffe, die die Belegschaft habe, sei der Streik.

Durch die Instanzen fĂŒr den wilden Streik

Und der ist in Deutschland bislang zu Ungunsten von Betriebsgruppen wie dem Gorillas Workers Collective geregelt. Streiken gehört zu den Grundrechten der Ar­bei­ter­neh­me­r:in­nen in Deutschland, allerdings nur, wenn der Streik von einer offiziellen Gewerkschaft organisiert ist. Verdi hat sich bisher nicht dazu bereit erklÀrt, die Streikenden bei Gorillas als Teil der Gewerkschaft anzuerkennen.

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Quelle: Fau-fl.org