Dezember 7, 2022
Von Indymedia
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Der 6. Dezember ist seit 2008 ein Tag des Kampfes. Damals hatte in Exarchia der Polizist Korkoneas den 15-jährigen Alexis Grigoropoulos erschossen. Die Reaktion war ein landesweiter Aufstand mit internationaler Anteilnahme. Jedes Jahr werden seitdem am 6. Dezember hauptsächlich in Athen und Thessaloniki die Bullen angegriffen und große Demos ziehen durch etliche Städte.

Die Vorzeichen des diesjährigen Jahrestages waren zahlreiche Provokationen und Terrorakte des griechischen Staates. Die faktische Abschaffung des Sonderstatus der Universitäten durch polizeiliche Belagerung, die Räumungen von und Angriffe auf Squats wie das Prosfygika, die Entlassung vom Todesschützen Korkoneas, Vergewaltigungen und Misshandlungen in Polizeistationen mit dem offensichtlichen Segen der Politik, die Belagerung von Exarchia sowie der Baubeginn der Metrostation etc.pp.

Nun kam gestern am frühen Morgen ein Terrorakt gegen die Roma hinzu: ein 16-jähiger Junge, selbst wohl Vater eines 1-jährigen Kindes, hatte möglicherweise eine 20-Euro-Spritrechung an der Tankstelle nicht gezahlt und wurde dann von Bullen gehetzt. Am Ende hat er eine Kugel im Kopf. 

Zwar lebt er offiziellen Angaben zufolge noch am Abend des 6. Dezember, doch die Botschaft des Staates ist klar. Im Oktober letzten Jahres wurde in einer ähnlichen Situation ein junger Roma in der Athener Gegend von etlichen Kugeln niedergestreckt. Noch gestern rufen Roma öffentlich dazu auf, zu den Waffen zu greifen, und sich ab sofort selbst zu verteidigen.

Die Ausschreitungen beginnen am Abend im Zenrum von Thessaloniki. Auch die Anarchist*innen beginnen dort etwa zeitgleich mit Angriffen und auch im Athener Stadtteil Exarchia kommen Molotov-Cocktails zum Einsatz.

Am 6. Dezember gibt es schon im Tageslicht Zusammenstöße in mehreren Vororten von Thessaloniki, wo es Gemeinschaften von Romas gibt. Dort werden Barrikaden angezündet und es wird geschossen, jedoch offenbar noch nicht gezielt. Abends schließlich nehmen sich in mindestens 17 Städten in Griechenland größere Demonstrationszüge die Straßen. In Athen sind es mehrere Tausend, in Jannina wird das Polizeihauptquartier mit Molotov-Cocktails versucht anzuzünden, in Volos kommen ebenfalls Brandflaschen zum Einsatz. Thessaloniki hat am meisten Wut und Energie. Dort gehen 10.000 auf die Straße und viele beteiligen sich an gewaltsamen und vorbereiteten Zusammenstößen mit der Polizei, die sich zwischen vielen Brandherden aufsplitten muss. In Exarchia sind auch Molotovs vorbereitet.

Der Abend ist noch jung, die Entwicklungen sind noch nicht überschaubar. Auch das Schicksal des 16-jährigen ist noch nicht besiegelt oder einfach noch nicht klar. Es wird jetzt gefragt sein, die Auseinandersetzungen ins Wochenende zu verlängern.

Einige Videoslinks:

https://www.youtube.com/watch?v=jyFpruq6CHY

https://www.protothema.gr/greece/article/1315413/omades-roma-spane-kai-k…

https://www.youtube.com/watch?v=H4r0J4nWE74

https://www.youtube.com/watch?v=Suk3VaWaUf0




Quelle: De.indymedia.org