MĂ€rz 8, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
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Quelle: emrawi.org

Der in Griechenland inhaftierte hungerstreikende Gefangene Dimitris Koufontinas musste am Freitag wegen Nierenversagen wiederbelebt werden. Derweil gehen die Proteste in SolidaritÀt mit dem 63-JÀhrigen weiter.

Das teilte das Lamia-Krankenhaus, wo der 63-JĂ€hrige behandelt wird, in einer PresseerklĂ€rung mit. „In Anwendung des entsprechenden Gesetzes und einer gerichtlichen Anordnung folgend, hat das Krankenhaus sofort die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um den Patienten wiederzubeleben und seine Vitalfunktionen aufrechtzuerhalten, sowie alle Anstrengungen zu unternehmen, um seine Gesundheit zu erhalten, um nicht nur das Gesetz, sondern auch die medizinische Ethik zu befolgen“, zitierte das Nachrichtenportal Ekathimerini am Abend aus der Mitteilung.

Dimitris Koufontinas ist seit 2002 im GefĂ€ngnis und verbĂŒĂŸt eine Haftstrafe von elf Mal lebenslĂ€nglich zuzĂŒglich 25 Jahre, nachdem er als Mitglied der Stadtguerilla „RevolutionĂ€re Organisation 17. November” (17N) verurteilt wurde. Seit 57 Tagen befindet er sich im Hunger- und zuletzt im Durststreik, um die RĂŒckverlegung in das Athener Korydallos-GefĂ€ngnis zu erreichen, wo er bereits 16 Jahre seiner Haft einsaß.

In der Zwischenzeit tagte der Justizrat von Lamia, um ĂŒber den zweiten Einspruch von Koufontinas gegen die RechtmĂ€ĂŸigkeit seiner Verlegung in das HochsicherheitsgefĂ€ngnis Domokos zu entscheiden. Laut Ekathimerini argumentierte die Staatsanwaltschaft jedoch, dass der Rat nicht das geeignete Gremium sei, um in dieser Angelegenheit zu entscheiden. ZustĂ€ndig fĂŒr die Beschlussfassung sei das zentrale Komitee fĂŒr Gefangenenverlegungen.

TrÀnengas und Wasserwerfer gegen Demonstrierende

Derweil gehen die Proteste in Athen und anderen griechischen StĂ€dten in SolidaritĂ€t mit Koufontinas weiter. Nachdem am Freitag bereits auf Bildern in Online-Netzwerken zu sehen war, wie die Polizei mit Wasserwerfern und TrĂ€nengas gegen Demonstrierende vorging, wurden auch am Samstag die Proteste von Polizeigewalt ĂŒberschattet.

17N

Die RevolutionĂ€re Organisation 17. November war in Griechenland von 1975 bis 2002 aktiv. Die Stadtguerilla hatte sich nach dem Tag der blutigen Niederschlagung des Studentenaufstands im Athener Polytechnion im November 1973 durch die damalige MilitĂ€rdiktatur benannt. Ziele ihrer AnschlĂ€ge waren MilitĂ€r, Konzerne und ReprĂ€sentanten aus den USA, dem Vereinigten Königreich, der TĂŒrkei und Deutschland sowie griechische Juntakollaborateure.

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Quelle: Abc-wien.net