Januar 15, 2022
Von Anarchist Black Cross Wien
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Der Staat, die Bullen und die Lakaien der UniversitĂ€t beschlossen am 31.12.2021 eine RĂ€umung, die bereits in den Monaten zuvor angekĂŒndigt wurde. Nach inoffiziellen Drohungen fĂŒr eine bevorstehende RĂ€umung des besetzten Biologica-GebĂ€udes in den vergangenen Jahren wurde im September eine Projektvereinbarung unterzeichnet und an ein Bauunternehmen vergeben, mit dem Ziel, die RĂ€ume im Erdgeschoss des BiologiegebĂ€udes, in denen sich das besetzte Haus befand, „umzugestalten“ und „zu nutzen“. In den PlĂ€nen wurde der besetzte Bereich natĂŒrlich mit der Absicht einbezogen, die ihn umgebenden Mauern abzureißen und ihn zu einem Sekretariatsraum und einem Warteraum umzubauen. In der Silvesternacht ist der UniversitĂ€tscampus wie schon 1992 – damals wurde die TĂŒr des besetzten Hauses gebaut – von PolizeikrĂ€ften umstellt, wĂ€hrend sich die Bullen auf das Gebiet des besetzten Hauses zubewegen. Sie dringen in unser befreites Gebiet ein und nach einer grĂŒndlichen Durchsuchung, bei der sie alles, was sich im besetzten Haus befand, zerstören, machen sie Fotos von ihren „großartigen“ Funden und ĂŒberlassen den Raum den Arbeiter*innen, um die erste Phase ihres Plans, den Abriss der WĂ€nde, zu beenden. Nach ihrer Intervention scheint das gesamte Erdgeschoss verwĂŒstet zu sein. Wir haben nie an dem puren Hass des Staates, der Bullen und der Lakaien der UniversitĂ€t auf befreite RĂ€ume gezweifelt.

Die Versammlung des SolidaritĂ€tsfonds fĂŒr inhaftierte, verfolgte RevolutionĂ€r*innen in Thessaloniki fand 2016 ein Zuhause zwischen diesen Mauern. In all diesen Jahren war das besetzte Haus der Ausgangspunkt fĂŒr KĂ€mpfe und SolidaritĂ€tsaktionen fĂŒr inhaftierte und verfolgte GefĂ€hrt*innen, sowohl von der Struktur des SolidaritĂ€tsfonds als auch von anderen Gruppen und Einzelpersonen mit der zentralen Idee, der staatlichen und kapitalistischen Barbarei und dem Gestank zu widerstehen und die Gefangenen dieses Krieges zu verteidigen. Politische und kulturelle Veranstaltungen, BuchprĂ€sentationen und selbstorganisierte Buchhandlungen, FilmvorfĂŒhrungen, GemeinschaftskĂŒchen und Workshops, lokale und gesamtgriechischen Versammlungen, Bars und Konzerte zur finanziellen UnterstĂŒtzung der politischen Gefangenen oder zur Deckung der Gerichtskosten 
 Die politischen Bindungen, das Vertrauen und die Gemeinschaft, die sich in diesen Mauern entwickelt haben, die wir nun zerstört vorfinden, lassen sich mit wenigen Worten nicht beschreiben. Dieser Abriss kann sie nicht zerstören, denn sie sind unsere Lebensweise und unsere Erinnerungen, die sich in jedem unserer Gedanken und Handlungen widerspiegeln.

Der Akt der RĂ€umung selbst erinnert uns an einen Krieg, den wir nie wirklich vergessen haben. Verfolgung, Verhaftungen und Folter, UnterdrĂŒckung auf jede erdenkliche Weise und um jeden Preis sowie Kontrolle mit aufgerĂŒsteten Mitteln sind Teil der verkommenen Gesellschaft, in der wir leben, und doch haben wir uns bewusst dafĂŒr entschieden, weiterhin Widerstand zu leisten und Seite an Seite zu kĂ€mpfen. Hausbesetzungen sind die Ausgangspunkte dieses Krieges und wie es scheint, tun sie alles, um uns ohne Strukturen zu lassen, um unseren Gegenangriff vorzubereiten.

Der Staat, Rektor*innen und Akademiker*innen, Polizist*innen und anderer Abschaum, die ihre Erleichterung nach der RĂ€umung von besetzten HĂ€usern kundtun, den Erfolg des gesetzestreuen Staates und den erfolgreichen Schutz der gesegneten Dreifaltigkeit von Recht, Ordnung und Sicherheit preisen, haben offensichtlich die oben genannten ZusammenhĂ€nge mit dem Angriff auf die soziale Basis nicht erwĂ€hnt, der auf der Ebene der höheren Bildung durch die Abschaffung des Asyls und kĂŒrzlich durch die Verabschiedung des neuen bildungsfeindlichen Gesetzes (n.4777 ), das die Entpolitisierung und den Niedergang der UniversitĂ€t sowie die Abwertung des Lebens von Studierenden und Nicht-Studierenden besiegelt.

Solange wir weiterkĂ€mpfen, sind wir nicht besiegt
 wir schaffen gesetzlose Bezugspunkte, Beziehungen, die auf Vertrauen und SolidaritĂ€tsstrukturen aufbauen. Wir haben uns in diesem Krieg lĂ€ngst fĂŒr eine Seite entschieden.

PS: Papaioannou, du hast keinen Grund, der Regierung zu danken und friedlich zu schlafen.

PPS: SolidaritÀt bedeutet Angriff.

WIR VERTEIDIGEN UNSERE BESETZTEN HÄUSER
WIR FORDERN UNSER LEBEN

BIOLOGICA UND TAUSEND WEITERE BESETZTE HÄUSER
GEGEN EINE WELT DES ORGANISIERTEN EMPFANGS
FÜR SOLIDARITÄT, SELBSTORGANISIERUNG UND ANARCHIE

SolidaritĂ€tsfonds fĂŒr inhaftierte und verfolgte RevolutionĂ€re

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Quelle: Abc-wien.net