Dezember 4, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Via sans nom

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Le Parisien, 20. November 2021

Am Freitag verkĂŒndete der PrĂ€fekt von Guadeloupe, Alexandre Rochatte, die EinfĂŒhrung einer Ausgangssperre zwischen 18 und 5 Uhr mit sofortiger Wirkung bis Dienstag, den 23. November, „angesichts der sozialen Bewegungen in der Region und der Vandalismusakte“, deren Ausgangspunkt die Mobilisierung gegen den Gesundheitspass und die Pflichtimpfung der PflegekrĂ€fte gegen Covid-19 war.

Straßen und Zufahrten zum CHU wurden blockiert, GebĂ€ude und Fahrzeuge in Brand gesetzt, Schulen geschlossen
 Der seit fĂŒnf Tagen andauernde Unmut gegen den Gesundheitspass und die Impfpflicht, der von einem Kollektiv von Gewerkschaften und BĂŒrgerorganisationen angefĂŒhrt wird, geht nun mit Gewalttaten von Randalierenden einher. Nach einer besonders gewalttĂ€tigen Nacht von Donnerstag auf Freitag blieben die Schulen am Freitag geschlossen und aufgrund zahlreicher Straßensperren verlangsamen sich die AktivitĂ€ten.

Eine weitere „sehr aufgewĂŒhlte“ Nacht

Am Freitagabend wurden laut Routes de Guadeloupe nach einem neuen Tag voller Spannungen neue Feuer auf den Barrikaden in Colin und Montebello in Petit-Bourg (Gemeinde Basse-Terre) entzĂŒndet. Die Nacht war „sehr unruhig“, berichtete eine Polizeiquelle der AFP und meldete „scharfes Feuer gegen ein Polizeifahrzeug“ in Gosier und „gegen mobile Gendarmen“ in Pointe-Ă -Pitre. Insgesamt beklagt die Polizei der gleichen Quelle zufolge „den Einsatz von Schusswaffen auf die OrdnungskrĂ€fte in 4 verschiedenen Sektoren“. Ein Mann erhielt einen Stein ins Gesicht und wurde leicht verletzt“, so die gleiche Quelle. Mehrere Fahrzeuge wurden beschĂ€digt.

Colin (Guadeloupe), 20. November: Einer der vielen Geldautomaten, die in der Nacht entfernt und geleert wurden

Hundert Cops und 80 Gendarmen waren letzte Nacht auf der Insel im Einsatz. Die Polizei sah sich mit einem versuchten Einbruch in das Student_innenwohnheim in Pointe-Ă -Pitre sowie mit „etwa zwanzig PlĂŒnderungen oder versuchten PlĂŒnderungen“ in GeschĂ€ften in Pointe-Ă -Pitre und Gosier konfrontiert: ein JuweliergeschĂ€ft, PMU, Banken, Einkaufszentrum


In der Nacht wurden in Saint-François „Gendarmen, die die Brigade verließen, von brennenden Geschossen bedroht“, ohne dass es zu Verletzungen kam. In Petit-Bourg griff die Feuerwehr bei BrĂ€nden in zwei TelefonlĂ€den ein, die ebenfalls geplĂŒndert wurden. In der gleichen Gegend wurde laut einer Quelle bei der Gendarmerie „in ein WaffengeschĂ€ft eingebrochen“.

Im SĂŒden von Basse-Terre hat sich die Lage nach Angaben einer anderen Quelle trotz einiger Blockaden auf den Straßen beruhigt: „Die Menschen, vor allem die Ladenbesitzenden, fangen an, sich zu organisieren und die Blockaden zu beseitigen, und die Anwohnenden haben die Gendarmerie unterstĂŒtzt.“

Die Blockaden wurden am Samstagmorgen wieder aufgenommen und es wurden neue Barrikaden errichtet, vor allem auf den Hauptstraßen des Gebiets.

20. November. Die Schnellstraße Destrellan/Baie-Mahault

Guadeloupela1ere, 20. November 2021

An diesem Samstagmorgen sind die Straßen immer noch durch alte Reifen, BaumstĂ€mme, ausgebrannte Autos und verschiedene Materialien blockiert. Der Verkehr ist auf der RN2, der RN 1 in Basse-Terre, der RN4, der RN 5 in den Grands Fonds, in Abymes in Morne-Ă -l’eau unmöglich. Die von den OrdnungskrĂ€ften gerĂ€umten Straßensperren wurden ein paar Minuten spĂ€ter wieder aufgebaut.

In der Agglomeration Point wurden in der frĂŒhen Nacht JuweliergeschĂ€fte im Herzen der Stadt mit einer Schleifmaschine angegriffen. Die Polizei griff ein. Die ganze Nacht hindurch ertönten Alarmsirenen.

Außerdem wurde der Super U Supermarkt am LĂ©gitimus Boulevard verwĂŒstet und geplĂŒndert. Das Gleiche geschah mit der BRED-Bankfiliale nebenan.

Pointe-Ă -Pitre, 20. November. Der Super U Supermarkt nach der PlĂŒnderung

Auch andere GeschĂ€fte wurden beschĂ€digt, darunter eine „Lottoannahmestelle“.

Die Gegend um den Chemin Neuf ist aufgrund der zahlreichen MĂŒllteile, die die Demonstrierenden dort gesammelt haben, unpassierbar.
Auch die RĂ€umlichkeiten des Zolls in der Marina wurden heimgesucht.

Ein ImmobilienbĂŒro, welches geöffnet und dann geplĂŒndert wurde

Der Feuerwehr- und Rettungsdienst des Departements (SDIS) meldet als „die auffĂ€lligsten Ereignisse der Nacht“ die heftigen BrĂ€nde, die gegen 2:30 Uhr im Gewerbegebiet Colin in Petit-Bourg ausbrachen: Die Niederlassungen der beiden Telefonanbieter Orange und Digicel wurden angegriffen. Es bedurfte des Einsatzes von 27 Feuerwehrleuten, um diesen Katastrophen ein Ende zu setzen.

Auf der SĂŒdseite von Grande-Terre, in Sainte-Anne, wurde der NautikstĂŒtzpunkt geplĂŒndert. Die Demonstrierenden fanden genug Material fĂŒr ihre Blockaden. Sie haben einen Katamaran beschlagnahmt, der auf dem Boulevard IbĂ©nĂ© liegt.

Mehrere LÀden im Artisanal Village wurden beschÀdigt, darunter auch einer, den die Kriminellen aufbrechen konnten, um ins Innere zu gelangen.




Quelle: Schwarzerpfeil.de