MĂ€rz 8, 2021
Von GefangenensolidaritÀt Jena
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Younes A., der seit 12,5 Jahren inhaftiert ist und derzeit die letzten Wochen seiner Haft in der ThĂŒringer JVA Suhl-Goldlauter absitzt, hat im Dezember 2020 und Februar 2021 mit Hungerstreiks und Selbstverletzungen bis hin zum Selbstmordversuch gegen seine Haftbedingungen protestiert. Er fordert eine Ende der Schikanen und ordentliche Lockerungsmaßnahmen gemĂ€ĂŸ dem Vollzugsplan. Als SolidaritĂ€tsgruppe Jena der Gefangenen-Gewerkschaft unterstĂŒtzen wir seine Forderungen und fordern wiederum vom ThĂŒringer Justizministerium, dass die VorfĂ€lle aufgearbeitet werden.

Younes A. berichtet davon, dass die Schikanen gegen ihn anfingen, nachdem er privaten Kontakt mit der Seelsorgerin hatte. Diese habe ihn anschließend verleumdet. Er wurde wĂ€hrend der Feiertage von Weihnachten bis nach Silvester im Schlichtraum isoliert, was ihn psychisch enorm belastet hat. In der Zeit hat er einen zweitĂ€gigen Hungerstreik gemacht. Mitte Februar wurde er wieder isoliert, zunĂ€chst im besonders gesicherten Haftraum (BGH). In der Zeit machte er einen viertĂ€gigen Hungerstreik. Außerdem schnitt er sich mit einer Rasierklinge den Oberkörper auf und drohte sich zu erhĂ€ngen, um so die Anstaltsleitung zu einem GesprĂ€ch zu bringen. Als Beamte ihn wĂ€hrend der Situation ĂŒberwĂ€ltigen wollten, sprang er vom Stuhl – die Schlinge wurde sofort von den Beamten zerschnitten.

Younes A. befindet sich bis heute in Isolation und wird kaum auf seine bevorstehende Entlassung vorbereitet. Er fordert die RĂŒckverlegung in seine alte Zelle, wo er mit den Mitgefangenen ein gutes VerhĂ€ltnis hat, eine Ende der Schikanen und eine ordentliche Vorbereitung auf die Haftentlassung.

WĂ€hrend Younes A. sich derzeit an den Petitionsausschuss des ThĂŒringer Landtags wendet, wenden wir uns als SolidaritĂ€tsgruppe der Gefangenen-Gewerkschaft an die Öffentlichkeit und die politisch Verantwortlichen und fordern, dass die Anstalt Younes A. Forderungen nachkommt und dass die beschriebenen VorfĂ€lle in der JVA von einer unabhĂ€ngigen Stelle aufgearbeitet werden.

Jena, 8. MĂ€rz 2021




Quelle: Gefangenensolijena.noblogs.org