Juli 7, 2022
Von Indymedia
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Die zwei SchnĂŒfflerInnen, ein Mann und eine Frau, hatten schon zwei Wochen zuvor einen Kollegen der Genossin angesprochen und nach dem Verbleib, Telefonnummer und Dienstplan gefragt. Der Kollege hat souverĂ€n reagiert und keine Daten ĂŒbermittelt. Die MitarbeiterInnen des VS hatten sich ihm gegenĂŒber als Bekannte aus der Ausbildung ausgegeben.

Am 30. Juni wurde eine andere Arbeitskollegin nach dem Verbleib der Genossin gefragt. Dieses Mal sagten die Leute vom VS, dass sie sehr gute Bekannte seien, woraufhin die Genossin ĂŒber den Besuch informiert wurde. Als die Genossin dazu kam, wurde ihr sofort klar, dass sie beide Personen noch nie gesehen hatte. Der VS-Mann stellte schnell klar, dass die Geschichte ein Vorwand war, um mit ihr zu sprechen und ob sie nicht Lust hĂ€tte sich mit ihnen zu unterhalten – sie seien vom Verfassungsschutz. Trotz der gespielten Freundlichkeit der Beamten blieb die Genossin souverĂ€n und ließ sich die Ausweise der SchnĂŒffler zeigen.

Die Ausweise zeigten das Landeswappen Sachsen-Anhalts, sowie Foto und Tarnnamen der VS-Leute: Herr Kahl und Frau Schwarz Nachdem die Genossin die Ausweise gesehen hatte, machte sie deutlich klar, dass sie definitiv nicht an einem GesprĂ€ch interessiert ist. Daraufhin verließen die zwei SchnĂŒffler sehr schnell die Situation und waren bereits eine Minute spĂ€ter nicht mehr auffindbar.

Die mĂ€nnliche Person stellte sich als “Christoph” vor, ist ca. 1,85 bis 1,90m groß, mittlere Statur, kurz geschnittene Harre, grau bis dunkelblond; Alter 40-50, blasser Teint; rasiert, dunkle Augenfarbe; zeigt beim Sprechen und LĂ€cheln sehr viel Gebiss und hat auf der rechten Gesichtsseite ein leichtes Zucken beim Sprechen, vielleicht auch durch die Aufregung. Er trug ein schwarzes Cap von CAT mit gelber Schrift, weißes T-Shirt mit schwarzer ZipJacke darĂŒber, Jeanshose. Er war der WortfĂŒhrer.

Die weibliche Person stellte sich als “Steffi” vor, war ca. 1,67m groß, Schulterlanges, leicht lockiges Haar, welches blond-weiß gefĂ€rbt war mit schwarzem Ansatz; braune Augen; Alter 28-35, weißes T-Shirt , Jeanshose mit dunklem GĂŒrtel. Auf ihrem Foto hatte sie Nussbraune Haare. Sie blieb in der gesamten Situation ruhig und lĂ€chelte ĂŒbertrieben freundlich.

Mit den Repressionsbehörden gibt es nichts zu besprechen, nicht ĂŒber euch und auch nicht ĂŒber vermeintliche Bekannte. Lasst euch von ihnen weder einschĂŒchtern, noch bedrohen, noch einschmeicheln. Wenn ihr angequatscht werdet, verweigert das GesprĂ€ch, schließt die TĂŒre, verteilt klare Absagen. Egal, was sie euch erzĂ€hlen, ihr seid nicht zu einem GesprĂ€ch verpflichtet. Sprecht im Anschluss mit eurem politischen Umfeld, einem/r Anwalt/in und eurer lokalen Antirepressionsgruppe oder Rote Hilfe Ortsgruppe.

Macht Anquatschversuche öffentlich.

Immer wieder kommt es zu Anquatschversuchen durch staatliche Behörden gegenĂŒber politisch aktiven Menschen. Ziel der Anwerbeversuche ist, Informationen ĂŒber politische Initiativen und linke Strukturen zu gewinnen. Betroffen sein können davon prinzipiell alle, die in irgendeiner Weise politisch aktiv sind oder Kontakt zur linken Szene haben. Anquatschversuche kommen in der Regel unerwartet, da die Behörden es darauf anlegen, die Betroffenen zu ĂŒberrumpeln und zu verunsichern. Umso wichtiger, sich gezielt auf einen möglichen Kontaktversuch vorzubereiten! Deshalb hier einige Informationen und Tipps:

https://www.rote-hilfe.de/downloads1/category/3-was-tun-wenn-s-brennt-und-rechtshilfe-infoflyer-zu-spezifischen-themen?download=22:anquatschversuch-was-tun-information-der-roten-hilfe-zu-kontaktaufnahme-von-vs-und-staatsschutz




Quelle: De.indymedia.org