Januar 23, 2022
Von Indymedia
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es ist wieder eine dieser kalten nĂ€chte in hamburg. kein mond am himmel und die feuchte kriecht ĂŒber den boden. irgendwo bellt ein hund.
schnell und leise nÀhern sich vermummte gestalten dem haus im holderstauch nummer 25.
zur selben zeit liegt der hausherr in tiefem schlaf. kann er wirklich schlafen? sicher, denn klaus pĂŒschel leugnet seine ĂŒblen taten. doch wissen alle: er hat nicht nur achidi john auf dem gewissen.

kurze rĂŒckblende, anfang 2000er:

pĂŒschel ist leiter des instituts fĂŒr rechtsmedizin im uni-klinikum-eppendorf (uke). zwischen 2001 und 2006 werden hier 530 menschen, vorwiegend bipoc, mit brechmitteln gefoltert, um nachzusehen, ob sie drogenpĂ€ckchen verschluckt haben. am 12.12.2001 trifft es den 19-jĂ€hrigen achidi john, er stirbt in folge der zwangsweisen brechmittelvergabe.
wĂ€hrend andere bundeslĂ€nder die einsĂ€tze daraufhin stoppen, hĂ€lt hamburg daran fest. pĂŒschel zur seite steht unter anderen olaf scholz in seiner funktion als innensenator von hamburg. 2006 verurteilt der europĂ€ische gerichtshof fĂŒr menschenrechte die zwangsweise vergabe von brechmitteln als folter und als menschenrechtswidrig.

andere rassistisch „medizinische“ maßnahmen vollzieht professor brechmittel danach weiterhin.
er sieht sich als entscheider ĂŒber das schicksal von jungen flĂŒchtlingen ohne ausweispapiere: erwachsenenunterkunft und abschiebung oder jugendhilfe. die bundesĂ€rztekammer verurteilt eine beteiligung von Ă€rzt*innen bei der altersbestimmung von flĂŒchtlingen, doch unter der regie von klaus werden am uke bei minderjĂ€hrigen, unbegleiteten flĂŒchtlingen handwurzelknochen geröntgt, computertomografien durchgefĂŒhrt und die genitalien begutachtet.

welcher gesinnung klaus pĂŒschel sich nahe fĂŒhlt, wird spĂ€testens ende 2021 unĂŒbersehbar, als von seinem geplanten auftritt bei der schlagenden verbindung „landmannschaft mecklenburgia rostock“ die rede ist. das ĂŒberrascht aber niemanden mehr.
am liebsten wĂŒrde professor brechmittel eigentlich auch die dna aller menschen, die sich in deutschland aufhalten speichern. „dann können wir verbrechen viel schneller und viel besser aufklĂ€ren“, sagt pĂŒschel. leider wird er fĂŒr seine eigenen verbrechen bisher nicht zur verantwortung gezogen.

zurĂŒck zur nacht 22.-23. januar 2022: vor ĂŒber 20 jahren starb achidi john.
die vermummten verharren einen augenblick. sekunden spĂ€ter fliegen ĂŒber 10 farbglĂ€ser auf die hauswand und den eingang von pĂŒschels einfamilienhaus. und so schnell sie gekommen sind, verschwinden die gestalten wieder im nebel.

remember achidi john! kein vergeben und kein vergessen!




Quelle: De.indymedia.org