Juli 15, 2021
Von End Of Road
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Auftaktveranstaltung des Festivals in Gedenken an die Opfer der Festung Europa, von Polizeigewalt und institutionellem Rassismus und der Feier des Lebens

Heute, Do, 15.07 | 18 Uhr | Kulturzentrum Schlachthof:

Koloniale Grenzen & Afrikanische Renaissance mit Mbolo Yufanyi (Black Community Organiser, Berlin) und
Mazi Gaius Godspower (Indigenous People of Biafra e.V.)

Weitere Infos zum Festival findet ihr hier:
und weiter unten in der Mail.

Zur heutigen Veranstaltung:

In der Berliner Konferenz 1884/85 legten die europĂ€ischen Kolonialist*innen die von ihnen willkĂŒrlich gezogenen Grenzen als europĂ€ische Kolonialgebiete vertraglich fest. Dabei wurden weder Vertretungen noch die Bevölkerungen der afrikanischen LĂ€nder einbezogen. In diesem Prozess wurden zuvor unabhĂ€ngige afrikanische Nationen, Königreiche und Bevölkerungsgruppen auseinandergerissen oder gezwungen, zusammen zu leben und Teil der europĂ€ischen Kartographie von Afrika zu werden. Diese kĂŒnstlich errichteten Grenzen dienten allein kolonialen, wirtschaftlichen und politischen Interessen und ermöglichten eine grenzenlose Ausbeutung des Kontinents und seiner Bevölkerung. Bis heute bestimmen diese Grenzen zusammen mit dem von den Kolonialistinnen eingefĂŒhrten System von Teile und Herrsche die politische und wirtschaftliche Situation. Sie sind Ursache unzĂ€hliger BĂŒrgerkriege auf dem Kontinent. Inzwischen gibt es jedoch ein wachsendes Bewusstsein der afrikanischen Bevölkerung, diese Probleme zu ĂŒberwinden, indem sie nach Alternativen zu kolonialen Grenzen und Arrangements suchen. Was sind diese Alternativen und wie passen sie in die afrikanische Renaissance?

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Zum Festival:

Als GeflĂŒchtete haben wir miterlebt, wie unsere Freund*innen und Familienmitglieder verhungert, ertrunken und gestorben sind. Einige von uns wurden vergewaltigt, einige wurden auf der Migrationsroute in Sklaverei und Zwangsarbeit verkauft. Sie hatten nie die Chance, ein wĂŒrdiges BegrĂ€bnis zu bekommen selbst im Tod wurde ihnen ihre MenschenwĂŒrde verwehrt. In der Öffentlichkeit werden sie nur als bloße Nummern bezeichnet. So wie an den europĂ€ischen Grenzen viele Leben verloren gehen, so gehen auch auf dem europĂ€ischen Festland unzĂ€hlige Leben von Schwarzen Menschen und People of Colour durch institutionellen Rassismus und PolizeibrutalitĂ€t verloren. Mit diesem Festival wollen wir informieren und das Bewusstsein wachrufen fĂŒr die humanitĂ€re Krise, die sich hier abspielt. Wir wollen den auf dem Weg nach Europa verlorenen afrikanischen Menschen und den Opfern von PolizeibrutalitĂ€t und institutionellem Rassismus gedenken und ihnen symbolisch einen wĂŒrdigen Abschied bereiten. Gleichzeitig feiern wir das Leben derjenigen von uns hier, die die BrutalitĂ€t dieses Systems ĂŒberleben. Daher wird der Höhepunkt des Festivals neben VortrĂ€gen und Diskussionen eine afrikanisch-kulturelle Straßenparade und Performance sein.

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Together we are Bremen !




Quelle: Endofroad.blackblogs.org