April 24, 2021
Von FAU Muenster
296 ansichten


Zwischen 18.30 und 19:30 Uhr am 30. April findet zudem unsere telefonische gewerkschaftliche Sprechstunde statt. Anmeldung: siehe Kasten auf der rechten Seite.

Hier der Aufruf zur Vorabendkundgebung des Frauen*Streik-BĂŒndnisses.»Patriarchat und Kapitalismus verhexen. Feministisch in den 1. Mai«
Kundgebung mit RedebeitrÀgen

30. April – ab 20.15 Uhr – Aaseekugeln:
»8. MĂ€rz ist jeden Tag,« hieß es zu Beginn des vergangenen Monats. Machen wir ernst damit!
Besetzen wir den Vorabend zum 1. Mai wieder feministisch!
Am 30. April, am Vorabend zum 1. Mai, ist traditionell Walpurgisnacht. Ein Datum, das bis heute
unbedarft als Tanz oder Rave in den Mai begangen oder scheinbar harmlos als Anlass fĂŒr
Festivals ausgeschlachtet wird: Geschichten von Hexenversammlungen auf naheliegenden
Bergen werden als Lokalkolorit und StÀdtemarketing kolportiert. Dahinter steckt ein Symptom des
patriarchalen Frauenhasses: Die sogenannte Hexenverfolgung war eine Verfolgung von Frauen
aufgrund ihres Geschlechts. Die Vorstellung der Hexe projizierte Ängste und Schuld auf Frauen,
um ihre Ermordung zu legitimieren. Es ist kein Zufall, dass die Hexenverfolgung mit der
Entstehung des modernen Kapitalismus zusammenfÀllt: Zur Durchsetzung der geschlechtlichen
Arbeitsteilung und der Kontrolle ĂŒber die Reproduktion von Arbeitskraft mussten Frauen, die dem
durch ihre Lebensformen widersprachen, beseitigt werden.
Verbrannt werden heute auf den Walpurgisfeuern nur noch Strohpuppen, aber gemeint sind wir:
Frauen, und alle, die von der herrschenden Geschlechterordnung als Abweichung erkannt
werden! Nur weil fĂŒr den Hass auf uns heute keine echten lodernden Exempel statuiert werden,
heißt das nicht, dass er verschwunden ist: Heute mĂŒssen wir noch immer dafĂŒr streiten, dass
anerkannt wird, dass Beziehungs- oder Eifersuchtsmotive die Tötung einer Frau zu einem Mord
machen – dass Femizide beim Namen genannt werden! Doch wir lassen uns nicht einschĂŒchtern!
Auch wenn uns das Patriarchat einen Platz zuweist, von dem aus uns das KĂ€mpfen erschwert
wird. Überladen mit Care-Aufgaben, prekarisiert im unterbezahlten, ĂŒberfordernden Care-Sektor,
und den doppelten Anforderungen von Lohn- und Hausarbeit unterworfen, sollen wir
funktionieren, sonst nichts. Doch wir lassen uns unseren Ungehorsam nicht nehmen!
Es ist ein erdrĂŒckender Imperativ, mit dem das individuelle PflichtgefĂŒhl ĂŒber den evidenten
Stellenwert des Care-Sektors strukturell ausgenutzt wird: Systemrelevanz. Das wurde uns im
Verlauf der vor mittlerweile einem Jahr ausgebrochenen Pandemie eingeschÀrft und gleichzeitig
haben sich die unhaltbaren Voraussetzungen noch weiter verschÀrft. Unvergessen bleibt der
lĂ€ppische sporadische Applaus von Balkonen, mit dem legitime Forderungen durch alibimĂ€ĂŸige
WertschÀtzung abgespeist werden sollten. Doch wir geben uns nicht zufrieden.
Wir lassen uns nicht kleinhalten! Wir bleiben unangenehm.
Die Vorstellung der Hexe ist lÀcherlich oder wenn es hochkommt esoterisch. Wer will schon damit
identifiziert werden? – Diese Reaktion ist intendiert, denn eigentlich waren schon immer wir
gemeint: widerstÀndige, kluge Frauen und Queers, die sich einem patriarchalen und
kapitalistischen System unterwerfen sollen, statt ihm gefÀhrlich zu werden. Nicht ohne Grund war
vor einigen Jahrzehnten neben dem 8. MĂ€rz auch der 30. April ein Standardtermin fĂŒr
Feminist*innen. Ganz sicher sollten sie also Angst haben, wenn wir dieses Jahr den Vorabend
zum 1. Mai feministisch begehen, LĂ€rm machen, ungehorsam sind und verunsichern.
Am 30. April verhexen wir Patriarchat und Kapitalismus bei unserer Kundgebung mit
RedebeitrÀgen ab 20.15 bei den Aaseekugeln. Lasst uns ganz dezidiert feministisch auf den
diesjÀhrigen 1. Mai zusteuern!

Wir freuen uns auf euch! Feministisch grĂŒĂŸt
das Frauen*Streik-BĂŒndnis, GegenGrau, NoLimit, IL, BĂŒndnis fĂŒr sexuelle Selbstbestimmung

about:blankTitel hier eingebenHier findet Ihr uns am 1. Mai und am Abend zuvor

<p>Zwischen 18.30 und 19:30 Uhr am 30. April findet zudem unsere telefonische gewerkschaftliche Sprechstunde statt. Anmeldung: siehe Kasten auf der rechten Seite. </p>

Hier der Aufruf zur Vorabendkundgebung des Frauen*Streik-BĂŒndnisses.»Patriarchat und Kapitalismus verhexen. Feministisch in den 1. Mai«
Kundgebung mit RedebeitrÀgen

30. April – ab 20.15 Uhr – Aaseekugeln:
»8. MĂ€rz ist jeden Tag,« hieß es zu Beginn des vergangenen Monats. Machen wir ernst damit!
Besetzen wir den Vorabend zum 1. Mai wieder feministisch!
Am 30. April, am Vorabend zum 1. Mai, ist traditionell Walpurgisnacht. Ein Datum, das bis heute
unbedarft als Tanz oder Rave in den Mai begangen oder scheinbar harmlos als Anlass fĂŒr
Festivals ausgeschlachtet wird: Geschichten von Hexenversammlungen auf naheliegenden
Bergen werden als Lokalkolorit und StÀdtemarketing kolportiert. Dahinter steckt ein Symptom des
patriarchalen Frauenhasses: Die sogenannte Hexenverfolgung war eine Verfolgung von Frauen
aufgrund ihres Geschlechts. Die Vorstellung der Hexe projizierte Ängste und Schuld auf Frauen,
um ihre Ermordung zu legitimieren. Es ist kein Zufall, dass die Hexenverfolgung mit der
Entstehung des modernen Kapitalismus zusammenfÀllt: Zur Durchsetzung der geschlechtlichen
Arbeitsteilung und der Kontrolle ĂŒber die Reproduktion von Arbeitskraft mussten Frauen, die dem
durch ihre Lebensformen widersprachen, beseitigt werden.
Verbrannt werden heute auf den Walpurgisfeuern nur noch Strohpuppen, aber gemeint sind wir:
Frauen, und alle, die von der herrschenden Geschlechterordnung als Abweichung erkannt
werden! Nur weil fĂŒr den Hass auf uns heute keine echten lodernden Exempel statuiert werden,
heißt das nicht, dass er verschwunden ist: Heute mĂŒssen wir noch immer dafĂŒr streiten, dass
anerkannt wird, dass Beziehungs- oder Eifersuchtsmotive die Tötung einer Frau zu einem Mord
machen – dass Femizide beim Namen genannt werden! Doch wir lassen uns nicht einschĂŒchtern!
Auch wenn uns das Patriarchat einen Platz zuweist, von dem aus uns das KĂ€mpfen erschwert
wird. Überladen mit Care-Aufgaben, prekarisiert im unterbezahlten, ĂŒberfordernden Care-Sektor,
und den doppelten Anforderungen von Lohn- und Hausarbeit unterworfen, sollen wir
funktionieren, sonst nichts. Doch wir lassen uns unseren Ungehorsam nicht nehmen!
Es ist ein erdrĂŒckender Imperativ, mit dem das individuelle PflichtgefĂŒhl ĂŒber den evidenten
Stellenwert des Care-Sektors strukturell ausgenutzt wird: Systemrelevanz. Das wurde uns im
Verlauf der vor mittlerweile einem Jahr ausgebrochenen Pandemie eingeschÀrft und gleichzeitig
haben sich die unhaltbaren Voraussetzungen noch weiter verschÀrft. Unvergessen bleibt der
lĂ€ppische sporadische Applaus von Balkonen, mit dem legitime Forderungen durch alibimĂ€ĂŸige
WertschÀtzung abgespeist werden sollten. Doch wir geben uns nicht zufrieden.
Wir lassen uns nicht kleinhalten! Wir bleiben unangenehm.
Die Vorstellung der Hexe ist lÀcherlich oder wenn es hochkommt esoterisch. Wer will schon damit
identifiziert werden? – Diese Reaktion ist intendiert, denn eigentlich waren schon immer wir
gemeint: widerstÀndige, kluge Frauen und Queers, die sich einem patriarchalen und
kapitalistischen System unterwerfen sollen, statt ihm gefÀhrlich zu werden. Nicht ohne Grund war
vor einigen Jahrzehnten neben dem 8. MĂ€rz auch der 30. April ein Standardtermin fĂŒr
Feminist*innen. Ganz sicher sollten sie also Angst haben, wenn wir dieses Jahr den Vorabend
zum 1. Mai feministisch begehen, LĂ€rm machen, ungehorsam sind und verunsichern.
Am 30. April verhexen wir Patriarchat und Kapitalismus bei unserer Kundgebung mit
RedebeitrÀgen ab 20.15 bei den Aaseekugeln. Lasst uns ganz dezidiert feministisch auf den
diesjÀhrigen 1. Mai zusteuern!

Wir freuen uns auf euch! Feministisch grĂŒĂŸt
das Frauen*Streik-BĂŒndnis, GegenGrau, NoLimit, IL, BĂŒndnis fĂŒr sexuelle Selbstbestimmung




Quelle: Muenster.fau.org