Dezember 17, 2021
Von Emrawi
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Pressemitteilung:

Tja, das war ja wohl nichts . . .

Als wir vor sechs Monaten im espero-Newsletter unsere Sommerausgabe ankĂŒndigten, waren wir voller Freude, dass wir diese elende Corona-Pandemie bald hinter uns haben wĂŒrden. Stattdessen rollt gerade ihre vierte Welle mit mörderischer Gewalt ĂŒber uns hinweg.

Damit nicht genug. Hinter uns liegt auch ein Jahr dramatischer globaler Klimakatastrophen mit WaldbrĂ€nden und Überschwemmungen bislang ungekannten Ausmaßes. Zugleich sehen wir weltweit eine Zunahme rechts-populistischer Bewegungen und das Entstehen neuer sowie die Verfestigung bestehender autoritĂ€rer Regime. Sie nutzen die Gunst der Stunde, um „alte Rechnungen“ zu begleichen, ihre politischen Gegner zu vernichten und zum Todesstoß gegen die Zivilgesellschaft anzusetzen.

Das Leben in der Katastrophe ist zu unserem neuen Alltag geworden. Dennoch

haben Krisen – wie wir in unserem Corona-Special vor einem Jahr aufzuzeigen versuchten – immer auch das Potential, Menschen zu anderen gesellschaftspolitischen Vorstellungen anzuregen und neue organisatorische RealitĂ€ten zu schaffen. An diese hoffnungsvolle Perspektive möchten wir mit der vorliegenden neuen Winterausgabe anknĂŒpfen.

Doch worauf lohnt es sich ĂŒberhaupt noch als LibertĂ€re zu hoffen? Das fragt sich Uri Gordon in seinem Beitrag und zeigt auf, warum es Sinn macht, dass wir uns trotz des drohenden ökologischen und ökonomischen Zusammenbruchs weiterhin um den Aufbau von RĂ€umen der Freiheit, Gleichheit und SolidaritĂ€t bemĂŒhen. Ähnlich argumentiert Andreea Zelinka, die sich mit der Frage beschĂ€ftigt, wie wir Anarchist:innen konkret im Hier und Jetzt reagieren können. Explizit mit dem Pragmatischen Anarchismus setzt sich Thom Holterman auseinander. Ganz pragmatisch-anarchistisch dachte und handelte vor 2000 Jahren jener jĂŒdische Zimmermann, der als Jesus von Nazareth in die Geschichte eingehen sollte. Warum man den historischen Jesus legitimer Weise als Anarchisten bezeichnen kann, begrĂŒndet Justin J. Meggitt.

Die Konstruktion lebendiger libertĂ€rer Alternativen wurde zu jeder Zeit als genuin anarchistische Aufgabe begriffen. RĂŒckblicke auf entsprechende Praktiken und theoretische EntwĂŒrfe sind daher immer auch Erinnerungen an unsere Zukunft. Ihnen widmen sich die anschließenden BeitrĂ€ge aus bewegungsgeschichtlicher wie aus biographischer Perspektive.

Am Beispiel des Dadaismus arbeitet Bernhard Rusch heraus, welch kĂŒnstlerische Kraft aus der anarchistischen Offenheit fĂŒr Menschen und deren Potentiale entspringen kann. Den inneren Zusammenhang von anarchistischem Terrorismus und polizeistaatlicher Strategie beschreibt Christian Gotthardt in seiner Abhandlung ĂŒber Johann Christoph Neve (1844-1896) aus neuer Forschungsperspektive. Die WĂŒrdigung zum 100. Todestag von Peter Kropotkin (1842-1921) von Stephan Krall widmet sich dem libertĂ€ren Konzept der „Gegenseitigen Hilfe“ und den Möglichkeiten bzw. Grenzen seiner naturwissenschaftlichen Fundierung. Lebenspraktisch orientiert und auch heute noch von ungebrochener AktualitĂ€t war der Widerstandsgeist von Oskar Maria Graf (1894-1967). Der Beitrag von Marlies Wanka ĂŒber sein Leben und Werk öffnet den Blick auf einen konsequent Unangepassten inmitten welthistorischer Verwerfungen. Jenen verdankte sich letztlich auch der antiautoritĂ€re Aufbruch seit Mitte der 1960er Jahre, ĂŒber dessen Wechselspiel von jugendlicher Subkultur und neo-anarchistischem Beginnen Rolf Raasch uns in seinem Beitrag Impressionen gibt. Sie leiten ĂŒber zu dem Beitrag von Jochen Knoblauch, in dem er einen Ausblick auf das Werk des Schweizer Autors P.M. gibt, einem der großen libertĂ€ren Anreger und Inspirationsquellen unserer Tage.

Es schließen sich vier Rezensionen zu BĂŒchern an, die wir unseren Leser:innen ans Herz legen wollen. Auch sie stehen jede auf ihre Art fĂŒr die Einsicht, dass eine humane und selbstbestimmte Zukunft nur durch den mentalen Gehalt der Hoffnung und durch unser gemeinsames Handeln in der Welt entstehen kann.

Wieder möchten wir uns bei unseren Autor:innen und allen anderen Menschen bedanken, ohne deren Hilfsbereitschaft und Einsatz die Herausgabe dieser Zeitschrift gar nicht möglich wÀre.

Das espero-Redaktionskollektiv:

Markus Henning, Jochen Knoblauch, Rolf Raasch und Jochen SchmĂŒck in Berlin, Frankfurt am Main und Potsdam

E-Mail: kontakt@edition-espero.de

Homepage: <http://www.edition-espero.de>

P.S. Und wer noch ein paar Tipps zur optimalen Nutzung unserer digital erscheinenden Zeitschrift benötigt, der findet auf dieser Hilfe-Seite ein paar nĂŒtzliche Hinweise.

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Quelle: Emrawi.org