Juni 16, 2022
Von Assoziation Autonomer Umtriebe
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Pressemitteilung Freising, 15.06.2022

„Am gestrigen Dienstag, den 14. Juni 2022 wurde die Hofbesetzung „WDzwo“ in Au i.d. Hallertau am elften Tag nach der Öffentlichmachung ĂŒberraschend von der Polizei gerĂ€umt. Eine Erbin hatte Anzeige erstattet, woraufhin die Polizei mit einem Kasten- und einem Streifenwagen anrĂŒckte und die Besetzung auflöste.

„Damit haben wir gerechnet, aber dennoch sind wir enttĂ€uscht“, sagt Mia Finke, Pressesprecherin der WDzwo-Besetzung. „Das ganze hĂ€tte anders laufen können. Die Erbin hĂ€tte jederzeit fĂŒr einen Austausch bei uns vorbeikommen können, die WDzwo war ein offener Ort. Aber anstatt den Weg der kommunikation zu gehen, wĂ€hlt die Erbin staatliche Repression. Das ist enttĂ€uschend.“

Seit Januar war der alte Vierseithof in Wolfersdorf 2, der seit acht Jahren leer steht, still von Aktivist*innen besetzt. Am Samstag, den 4. Juni wurde die Besetzung öffentlich gemacht und hat seit dem zunehmend interessierte und Aufgeschlossene Besucher*innen aus der Gegend angelockt. „Den Leuten hat gefallen, was wir hier machen“, sagt Aaron Amsel, ein WDzwo-Bewohner. „Nur ausgerechnet von den Erb*innen bekommen wir keine WertschĂ€tzung sondern eine Anzeige reingedrĂŒckt.“

Die RĂ€umung ging zĂŒgig ĂŒber die BĂŒhne. Die Polizei traf nur eine Aktivist*in vor Ort an. Die restlichen 15-20 Aktivist*innen hielten sich zufĂ€lligerweise gerade nicht auf dem GelĂ€nde auf. Der angetroffenen Aktivistin wird Hausfriedensbruch und SachbeschĂ€digung vorgeworfen. Vor allem letzteres macht die WDzwo-Bewohnerinnen wĂŒtend.

„Wir haben diesen Ort repariert und nicht kaputt gemacht“, sagt Mia Finke. „Es ist absurd, ausgerechnet uns wegen SachbeschĂ€digung anzuzeigen, die sich als einzige darum gekĂŒmmert haben, dass der Hof nicht weiter zusammenfĂ€llt. Wir haben quasi den Job der Erb*innen gemacht, die durch ihre jahrelange UntĂ€tigkeit extrem viel Schaden angerichtet haben.“

Durch die Hauswand des WohngebĂ€udes zieht sich ein Setzungsriss, die KlĂ€ranlage ist verschlammt und lĂ€uft ĂŒber, die Wasserleitungen sind total verkalkt – das sind alles Dinge die laut Fachpersonen hĂ€tten vermieden werden können aber jetzt durch einen enormen Aufwand an Ressourcen wieder gerichtet werden mĂŒssen.

Noch unklar ist, wie es jetzt weitergeht. Die Staatsanwaltschaft wird die VorwĂŒrfe durch die Erbin prĂŒfen. Fest steht, dass die 15-20 Aktivist*innen erstmal nicht an den Ort zurĂŒckkehren können, ohne weitere Repressionen zu erwarten.

So einfach wollen die WDzwo-Bewohnerinnen den Ort jedoch nicht aufgeben, in den sie schon viel Herzblut gesteckt haben. Sie gehen nicht davon aus, dass die Anzeige der einen Erbin im Sinne der gesamten Erbengemeinschaft war, die aus 22 Personen besteht.„Den Traum von einem neuen Freiraum in Bayern haben wir immernoch“, sagt Mia Finke. „Wenn nicht hier, dann woanders.“

Die WDzwo-Aktivist*innen freuen sich ausdrĂŒcklich ĂŒber eine Kontaktaufnahme durch Erb*innen des Objektes in Wolfersdorf 2, Au i.d. Hallertau an wdzwo(at)riseup.net




Quelle: Aaud.noblogs.org