Oktober 16, 2021
Von FAU Flensburg
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Ein Leben lang arbeiten – und trotzdem reicht die Rente nicht: Bundesweit sind knapp 2,8 Millionen VollzeitbeschĂ€ftigte selbst nach 45 Arbeitsjahren im Rentenalter von Armut bedroht. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten (NGG) und beruft sich hierbei auf Zahlen der Bundesagentur fĂŒr Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung. Demnach verdienen 13 Prozent aller BeschĂ€ftigten, die in Vollzeit arbeiten, weniger als 2.050 Euro brutto im Monat. Rein rechnerisch mĂŒssten sie sogar mehr als 45 Jahre lang arbeiten, um auf eine Rente oberhalb der Grundsicherungsschwelle von aktuell 835 Euro zu kommen.

„Altersarmut ist kein Schreckensszenario der Zukunft, sondern fĂŒr viele Menschen lĂ€ngst RealitĂ€t. Die Rente derer, die zum Beispiel jahrzehntelang in einer BĂ€ckerei oder GaststĂ€tten gearbeitet haben, reicht schon heute oft nicht aus. RentenkĂŒrzungen oder Forderungen ĂŒber ein spĂ€teres Eintrittsalter sind der falsche Weg. Stattdessen muss die Politik die gesetzliche Rente stĂ€rken“, so der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler mit Blick auf die aktuelle Debatte rund um die Alterssicherung. Das Rentenniveau, also die durchschnittliche Rente nach 45 Beitragsjahren bei mittlerem Verdienst, dĂŒrfe nicht weiter absinken.

Seit dem Jahr 2000 sei das Rentenniveau bereits von rund 53 Prozent auf aktuell 48 Prozent abgesenkt worden. „Konkret bedeutet das, dass Geringverdiener mit einem Einkommen von weniger als 2.050 Euro brutto im Monat statt 42 nun fast 46 Jahre lang arbeiten mĂŒssen, um ĂŒberhaupt noch die Grundsicherungsschwelle im Alter zu erreichen. Aber vier Jahre lĂ€nger an der BĂ€ckereitheke, in der Lebensmittelfabrik oder im Schlachthof am Band zu stehen, ist vielen BeschĂ€ftigten gesundheitlich gar nicht möglich. Jede Anhebung des Renteneintrittsalters ist somit faktisch eine RentenkĂŒrzung“, unterstreicht Zeitler. Die nĂ€chste Bundesregierung mĂŒsse das derzeitige Rentenniveau stabilisieren und perspektivisch anheben, um einen weiteren Anstieg der Altersarmut zu verhindern. Die von WirtschaftsverbĂ€nden geforderte Rente mit 70 sei ein „Schlag ins Gesicht der Menschen, die körperlich arbeiten und schon bis 67 nicht durchhalten können“. Auch deshalb sei es wichtig, dass die BeschĂ€ftigten ihre Stimme bei der Bundestagswahl am 26. September abgĂ€ben – und sich informierten, was die Rentenkonzepte der einzelnen Parteien fĂŒr sie bedeuteten, so die NGG.

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Quelle: Fau-fl.org