Juli 27, 2022
Von Indymedia
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Giannis Michailidis ist am heutigen Mittwoch seit 66 Tagen im Hungerstreik. Die Nahrungsverweigerung hat seinen Körper entkrĂ€ftet, er ist permanent nahe am Koma, er kann wegen Magenproblemen nicht mehr liegen, hat starke Schmerzen und sein Blutzucker ist bedenklich niedrig. Er hat bereits mehr als 28% seines Körpergewichts verloren und jetzt ist es außerdem soweit, dass er nicht mehr trinken kann. Seine letzten beiden Statements sind hier zu lesen: https://athens.indymedia.org/post/1619935/ und https://athens.indymedia.org/post/1619905/

Das Berufunsgericht hat am Montag wieder darĂŒber getagt, ob er freigelassen wird. Die Entscheidung wurde vertagt, soll jedoch diese Woche noch ergehen. Die Vertagung ist als Versuch zu verstehen, den Hungerstreikenden zusĂ€tzlich zu schwĂ€chen und die entstandene Kraftprobe spielt definitiv mit seinem Leben. Inhaltlich gab es jedoch von diesem Gericht erstmals moderatere Töne bezĂŒglich seiner Freilassung.

SolidaritĂ€tsaktionen gehen derweilen weiter. In Athen wurde heute das HQ von ADEDY, der Gewerkschaft fĂŒr den öffentlichen Sektor besetzt und soll bis zur positiven Entscheidung des Gerichts gehalten werden. In Thessaloniki wurde wie zu Ă€hnlichen AnlĂ€ssen das Arbeiterzentrum GSEE besetzt, wohl um ein Zentrum des Kampfes zu betreiben. In vielen StĂ€dten gibt es zudem verschiedene Banner- und Flyeraktionen, Interventionen und militante Aktionen.

Zuletzt eine Meldung mit Berlinbezug: Amnesty International hat ĂŒber den griechischen Twitteraccount der Organisation am 25. Juli ein Statement abgegeben, in welchem Bedenken ĂŒber Verletzungen der Menschenrechte des Hungerstreikenden ausgedrĂŒckt werden. Die Ursache fĂŒr den Hungerstreik, seine Inhaftierung unter GrĂŒnden der PrĂ€vention, wird nicht erwĂ€hnt. Das Statement erschien noch vor dem Gerichtstermin am Montag. Die mehrstĂŒndige Besetzung des BĂŒros von Amnesty International Deutschland durch die SolidaritĂ€tsversammlung mit Giannis Michailidis Berlin am vergangenen Mittwochhatte eine Einmischung der Organisation und ein Statement gegen die neue Junta-Regierung der Nea Dimokratia gefordert.




Quelle: De.indymedia.org