Mai 14, 2021
Von Emrawi
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Um die Kundgebung am Abend durchzusetzen, waren die ersten IdentitĂ€ren bereist am frĂŒhen Nachmittag vor Ort. BeschĂŒtzt von Polizei und Verfassungsschmutz breiteten sie sich am Brunnemarkt aus. Doch bereits hier gab es spontanen Widerstand. Erste Nachbar*innen zeigten wortstark ihren Unmut, spielten antifaschistische Musik und hĂ€ngten Transpis aus den Fenstern. Im Laufe des Tages wurde ihre Anzahl deutlich mehr. Am Abend drĂŒckten mehr als 500 Antifaschist*innen ihren Unmut aus.

Um 19:00 sollte eine identitĂ€re Zubringerdemo vom nahe gelegenen U-Bahnhof JosefstĂ€dter Straße starten. TatsĂ€chlich sammelten sich dort fast hundert Rechte, wĂ€hrend direkt am Kundgebungsort weitere 40 „Österreicher“ warteten – allerdings vergeblich. Denn obwohl viel Polizei unterwegs war und sie den Platz großflĂ€chig absperrten, schafften die Rechten es nicht, den ca. 200 Meter langen Weg zum Brunnenmarkt zurĂŒckzulegen.

Es waren zu viele Antifaschist*innen unterwegs. Kaum tauchten die IdentitĂ€re wo auf, war die Straße schon blockiert. An der Ecke Brunnegasse/Schellhammergasse war die grĂ¶ĂŸte linke Versammlung. Eine Straße darunter waren die Rechten gestrandet, eine Straße darĂŒber war die angemeldete Kundgebung. Großteils bestanden die Blockaden aus reiner physischer PrĂ€senz; vereinzelt flogen auch Böller. Auch MistkĂŒbel wurden als Sperre auf die Straße geworfen, von anderen Demonstrant*innen wurden diese wieder aufgestellt und weggebracht. Bei einer Eskalation direkt bei der U-Bahn JosefstĂ€dter Straße wurde vereinzelt Flaschen geworfen.

Der gestrandete Teil der rechten Demonstrant*inenn wartete frustriert etwas mehr als eine Stunde, bevor es unter Polizeischutz zurĂŒck zur U-Bahn ging. Antifaschist*innen verabschiedeten sie lautstark, wobei es direkt bei der U-Bahnstation zu einer kurzfristigen Eskalation kam. Die Kundgebung musste um 21:00, nachdem sie 7 Stunden unter Polizeischutz beschimpft wurden, zusammenpacken und im Laufschritt Ottakring verlassen.

Die Polizei verhielt sich großteils defensiv, sie beschrĂ€nkte sich großteils darauf, die IdentitĂ€ren zu beschĂŒtzen, ihren angemeldeten Kundgebungsort großrĂ€umig abzuschirmen. Dennoch kam es immer wieder zu Polizeigewalt. Zweimal gingen sie mit Tritten, StĂ¶ĂŸen und großflĂ€chigen Pfeffersprayeinsatz gegen Linke los. Am Ende des Tages wurde motivationslos eine grĂ¶ĂŸere Gruppe Antifaschist*innen eingekesselt. Insgesamt wurde eine Person festgenommen, zwanzig Personen wurden angezeigt, eine Person wurde so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Doch auch sie konnten erfolgreiche antifaschistische Aktionen nicht verhindern. Den Faschist*innen, egal wie sie sich nennen, egal, was ihr Vorwand fĂŒr ihr Auftreten ist, wurde an diesem Tag sehr klar gemacht, dass sie hier unerwĂŒnscht sind!




Quelle: Emrawi.org