September 9, 2020
Von FAU Bielefeld
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FAU schĂŒtztDie Umschulung begann mitten in der Hochzeit der Pandemie und ohne Probleme konnte dem Unterricht von zu Hause gefolgt werden. Kein Wunder: handelt es sich doch um eine Lernform, bei der die SchĂŒler*innen dem Unterricht virtuell folgen. Eine Bildkonferenz bildet einen virtuellen Klassenraum in dem sich dann die Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland zuschalten.
Geradezu prĂ€destiniert fĂŒr eine Unterrichtsform an der sich auch Menschen beteiligen können, die aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden auf Abstand zu ihren Mitmenschen gehen (mĂŒssen). Einer dieser GrĂŒnde ist das Coronavirus. Auch wenn ein Gemenge aus Nazis, Verschwörungstheoretiker*innen, ReichsbĂŒrgern, Antisemiten usw. in Berlin unlĂ€ngst das Vorhandensein des Virus leugneten, ist die durch das Coronavirus erzeugte Lungenkrankheit Covid19 ein Fakt. Bei Covid19 handelt es sich um eine Erkrankung, deren Verlauf wegen der Neuheit dieser Viren nicht abzuschĂ€tzen ist. Im Besonderen gilt das fĂŒr Risikopatienten mit Vorerkrankungen.
Zu diesen Vorerkrankungen gehören im besonderen Erkrankungen der Atemwege wie COPD, Asthma, Lungenfibrose, aber auch Herzerkrankungen und Diabetes. Bei Menschen mit Vorerkrankungen kann eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu schwersten Erkrankungen der Atemwege bis hin zum Tod fĂŒhren. Aufgrund dieser schwer einschĂ€tzbaren GefĂ€hrdungslage gilt es Menschen, besonders jene mit Vorerkrankungen, weitestgehend vor Risiken zu schĂŒtzen.
Was uns an dieser Stelle wieder einen AnknĂŒpfungspunkt an den Anfang unseres offenen Briefes verschafft: Seit Anfang August herrscht Anwesenheitspflicht fĂŒr die UmschĂŒler*innen des Bielefeld-Standortes der ComCave College GmbH. Andere Niederlassungen des BildungstrĂ€gers gewĂ€hren den SchĂŒler*innen den Unterricht von zu Hause aus zu folgen, nur in Bielefeld gilt die ausnahmslose Regelung. Bei VerstĂ¶ĂŸen wird trotz Teilnahme am Unterricht die Zeit, die nicht am Standort verbracht als Fehlzeit verbucht, auch wenn von Zuhause dem Unterricht gefolgt wird.
Bei einer Regelung, welche besagt das eine Teilnahme an der AbschlussprĂŒfung ab einer Fehlzeitenquote von 10% nicht mehr möglich ist, mĂŒssen Teilnehmer*innen der Umschulung abwĂ€gen was ihnen wichtiger erscheint: ihre berufliche Zukunft oder die Wahl das Risiko einer Erkrankung nicht eingehen zu wollen. Bei der PrĂ€senzpflicht handelt es sich um eine reine Vorgabe der IHK Bielefeld, andere Niederlassungen der Kammer haben sich besser auf die Ausnahmesituation eingestellt und gewĂ€hren ihren SchĂŒler*innen die Möglichkeit, diesem zusĂ€tzlichen, nicht nötigen Risiko, aus dem Weg zu gehen. Und dem Unterricht im Home-Office zu folgen.
Die Sturheit der IHK Bielefeld zeigt mal wieder die Starre und Strenge, welche hierarchischen Gebilden so oft zu eigen ist. Die Ansagen kommen von oben und „Das ist halt so“, eine Mitwirkung an Entscheidungen, die die Menschen persönlich betreffen ist nicht möglich.
Als basisdemokratische Gewerkschaft mit gesamtgesellschaftlichen Anspruch fordern wir die IHK Bielefeld zu einer Stellungnahme auf.
Anmerkung: Was wir nicht wollen ist Panik zu verbreiten und Dinge ĂŒber zu dramatisieren. Bei dem Corona-Virus und der davon ausgelösten Krankheit Covid19 handelt es sich aber um einen unerforschten Bereich und ein Risiko ist nicht auszuschließen. Dieses zu minimieren und Risiken auszuschließen, welche nicht zwingend eingegangen werden mĂŒssen, da es eine gute Alternative dazu
gibt ist Aufgabe einer solidarischen Gemeinschaft.

FAU Bielefeld, 07.09.2020

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Gewerkschaftliche Beratung im FAU – Lokal:
jeden ersten Donnerstag im Monat von 18 -20 Uhr und nach Vereinbarung




Quelle: Bielefeld.fau.org