August 24, 2022
Von Der Rechte Rand
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zusammengestellt vom antifaschistischen Magazin ┬╗der rechte rand┬ź
Antifa-Magazin ┬╗der rechte rand┬ź Ausgabe 197 – Juli | August 2022

#Chronik

In erster Linie gerieten Asylbewerber*innen in den Fokus der Rechtsradikalen, aber auch Antirassist*innen.
Eine unvollst├Ąndige Auflistung von Juni bis November 1992.

Juni 1992
Mindestens elf Angriffe und Brand- und Sprengstoffanschl├Ąge auf Fl├╝chtlingsheime, Unterk├╝nfte f├╝r Asylbewerber*innen oder ├Ąhnliche Einrichtungen und daf├╝r vorgesehene Geb├Ąude in Baden-W├╝rttemberg, Bayern, Berlin, Niedersachsen, Sachsen und Th├╝ringen. Einige der Geb├Ąude brennen vollst├Ąndig aus.

2.6., M├╝nchen/Bayern: Ein Obdachloser wird zusammengeschlagen, schwer verletzt und stirbt nach 13-t├Ągigem Krankenhausaufenthalt.
5.6., Piffelbach/Th├╝ringen: Neonazis st├╝rmen eine Tanzveranstaltung und verletzen vier Personen teils schwer.
6.6., Eberswalde/Brandenburg: Etwa 60 Skinheads versuchen eine Diskothek zu st├╝rmen, verletzen in der Stadt zwei Personen schwer und gehen mit Steinen und Flaschen auf die 40 eingesetzten Polizist*innen los.
7.6., Nudow/Brandenburg: Skinheads ├╝berfallen einen Zeltplatz, bedrohen Jugendliche mit Kn├╝ppeln und Ketten und verletzen zwei Personen.
Mitte Juni, Cottbus/Brandenburg: In einem Brief an den Deutschen Akademischen Austauschdienst erkl├Ąren 15 ausl├Ąndische Student*innen, wegen rassistischer Attacken Cottbus verlassen zu wollen. Der Sicherheitsdezernent der Stadt kommentiert, die ausl├Ąndischen Student*innen sollten die Ausl├Ąnder*innenfeindlichkeit in der Stadt nicht ├╝berbewerten.
17.6., H├Âhenkirchen/Bayern: 250 B├╝rger*innen demonstrieren gegen die vorzeitige Aufstellung von Containern f├╝r rund 150 Asylbewerber*innen.
20.6., Berlin-Hellersdorf: Skinheads ├╝berfallen mit Feldspaten und Baseballschl├Ągern f├╝nf Personen, alle Opfer m├╝ssen ins Krankenhaus eingeliefert werden.
26.6., Hamburg: Nach der Niederlage der bundesdeutschen Fu├čballnationalmannschaft kommt es in der Hamburger Innenstadt als auch auf St. Pauli zu schweren Auseinandersetzungen zwischen 200 Nazi-Hooligans und Passant*innen beziehungsweise der Polizei.
26.6., Neum├╝nster/Schleswig Holstein: Unter Rufen von rassistischen Parolen greifen 250 Hooligans und Skinheads mit Biergl├Ąsern, Flaschen, Dosen und Pflastersteinen Passant*innen und Migrant*innen an. 25 Personen wurden verletzt, darunter vier Polizist*innen.
29.6., Nadrensee/Mecklenburg-Vorpommern: Nachdem sie die polnisch-deutsche Grenze ├╝berquert haben, werden die Fl├╝chtlinge Grigore Velcu und Eudache Calderar in einem Kornfeld von J├Ągern erschossen.
29.6., Leipzig/Sachsen: Der Kreisvorsitzende des ┬╗Bundes der Vertriebenen┬ź vom Kreisverband Leipzig fordert ┬╗eine asylantenfreie Stadt Markkleeberg┬ź. Die Gelder f├╝r die Betreuung der Asylsuchenden sollten ┬╗besser zur pauschalen Entsch├Ądigung der Heimatvertriebenen┬ź bereitgestellt werden.

Juli 1992
Mindestens elf Angriffe und Brandanschl├Ąge auf Fl├╝chtlingsheime, Unterk├╝nfte f├╝r Asylbewerber*innen oder ├Ąhnliche Einrichtungen und daf├╝r vorgesehene Geb├Ąude in Baden-W├╝rttemberg, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

1.7., Neuruppin/Brandenburg: Neonazis schlagen den 50-j├Ąhrigen obdachlosen Emil Wendland zusammen und erstechen ihn.
4.7., Herborn/Hessen: Maskierte M├Ąnner schlagen zwei Pakistani vor einem Wohnheim f├╝r Asylsuchende mit Stangen nieder, treten auf sie ein und verletzen sie mit Messerstichen in Brust und Oberschenkel.
8.7., Ostfildern-Kemnat/Baden-W├╝rttemberg: Bei einem Angriff zum ┬╗Polacken klatschen┬ź auf ein Arbeiterwohnheim erschlagen Neonazis den 56-j├Ąhrigen Sadri Berisha mit einem Baseballschl├Ąger.
15.7./16.7., Leipzig/Sachsen: Mit Baseballschl├Ągern und Schrotflinten bewaffnet dringen Vermummte in die Wohnung eines vietnamesischen Ehepaars ein und schlagen einen 21-j├Ąhrigen Vietnamesen brutal zusammen.
Mitte Juli: Im deutsch-polnischen Grenzgebiet gehen Gruppen von Neonazis ┬╗b├╝rgerwehr├Ąhnlich┬ź auf Menschenjagd.
18.7./19.7., Berlin: 20 Skinheads schlagen einen Polizisten zusammen und treten ihn mit Stiefeln an seinen Kopf und seinen R├╝cken.
19.7, Erfurt/Th├╝ringen: Neonazis werfen halbe Schweinek├Âpfe mit Drohungen gegen die j├╝dische Gemeinde und Schm├Ąhungen gegen den Vorsitzenden und Pr├Ąsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland sowie Vorsitzenden der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin, Heinz Galinski, in den Garten der j├╝dischen Synagoge.
31.7., M├╝nchen/Bayern: Ein Italiener wird auf dem Hauptbahnhof niedergestochen, nachdem ein Unbekannter ihn zuvor gefragt hatte, ob er Ausl├Ąnder sei.

August 1992
Mindestens 30 Angriffe und Brandanschl├Ąge auf Fl├╝chtlingsheime, Unterk├╝nfte f├╝r Asylbewerber*innen oder ├Ąhnliche Einrichtungen und daf├╝r vorgesehene Geb├Ąude in Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Einige Geb├Ąude brennen nieder.

1.8., Bad Breisig/Rheinland-Pfalz: Zwei Neonazis schlagen den 49-j├Ąhrigen Dieter Klaus Klein zusammen und erstechen ihn mit einem Kampfmesser, nachdem er sich ├╝ber den L├Ąrm und die ┬╗Sieg Heil!┬ź-Rufe beschwert hatte.
1.8., Thiendorf/Sachsen: Neonazis ├╝berfallen einen Reisebus mit d├Ąnischen Pfadfinder-Kindern, schlagen mit Kn├╝ppeln auf den Bus ein und werfen mit Flaschen und Steinen.
3.8., Stotternheim/Th├╝ringen: Drei Skinheads schlagen Ireneusz Szyderski zusammen und treten mit F├╝├čen auf den bewusstlos am Boden liegenden Mann ein. Wenig sp├Ąter stirbt Szyderski.
6.8., Hamburg: Rohrbombenanschlag auf einen Hamburger Pastor wegen seines Engagements f├╝r Fl├╝chtlinge.
12.8., Oelixdorf/Schleswig-Holstein: Bewaffnete Mitglieder einer ┬╗B├╝rgerwehr┬ź gegen die dortige Zentrale Aufnahmestelle streifen nachts durchs Dorf.
17.8./18.8., Schuld/Rheinland-Pfalz: Brandanschlag auf drei Wohnwagen einer 20-k├Âpfigen Sinti-Familie, die zu der Zeit auf dem dortigen Sch├╝tzenplatz lebt.
24.8., Koblenz/Rheinland-Pfalz: Ein bewaffneter Neonazi schie├čt mit einer gro├čkalibrigen Pistole gezielt in eine Gruppe ├╝berwiegend junger Leute. Der 35-j├Ąhrige wohnungslose Frank B├Ânisch stirbt, f├╝nf weitere Personen werden schwer verletzt.
29.8., Berlin-Charlottenburg: Zwei Neonazis schlagen auf zwei M├Ąnner mit einem Baseballschl├Ąger ein und verletzen sie so schwer, dass der 58-j├Ąhrige G├╝nter Schwannecke sp├Ąter seinen Verletzungen erliegt.
30.8./31.8., Berlin-Tiergarten: Sprengstoffanschlag auf ein j├╝disches Mahnmal.
30.8./31.8., Wunsiedel/Bayern: Skinheads ├╝berfallen sechs polnische Arbeiter in einem Wohncontainer mit Eisenstangen und verletzen eine Person schwer.

September 1992
Mindestens 151 Angriffe, Sch├╝sse und Brand- bzw. Sprengstoffanschl├Ąge auf Fl├╝chtlingsheime, Unterk├╝nfte f├╝r Asylbewerber*innen oder ├Ąhnliche Einrichtungen und daf├╝r vorgesehene Geb├Ąude in Baden-W├╝rttemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Th├╝ringen. Einige Geb├Ąude brennen nieder.

1.9., ├ľdenstockach/Bayern: Neonazis schleudern einen Brandsatz gegen ein fahrendes Auto.
4.9., Berlin-Wei├čensee: Unbekannte sch├Ąnden den j├╝dischen Friedhof der Gemeinde Adass Jisroel.
4.9., Prenzlau/Brandenburg: 50 Personen verhindern die Unterbringung von Asylbewerber*innen in einer Schule, ein Bus wird durch Steinw├╝rfe besch├Ądigt.
8.9., Hamburg: Eltern blockieren die Zufahrt zu einer Grundschule, um den Bau eines Containerdorfes f├╝r Asylsuchende zu verhindern.
10.09., Stendal/Sachsen-Anhalt: Neonazis ├╝berfallen eine Klasse mit lernbehinderten Kindern und schlagen auf die Kinder ein.
14.9., Saarlouis/Saarland: Polizei verhindert im letzten Moment einen Anschlag mit einer Rohrbombe auf das Asylbewerber*innenheim, die Sprengkraft h├Ątte ausgereicht, das dreist├Âckige Geb├Ąude zu zerst├Âren.
22.9., Brandenburg: 25 Skinheads greifen eine Demonstration gegen Rassismus und Ausl├Ąnderfeindlichkeit an.
22.9., Region Erfurt/Th├╝ringen: Auf einem Bundeswehrgel├Ąnde trainiert eine neofaschistische Wehrsportgruppe mit Waffen den Sturm auf Fl├╝chtlingsunterk├╝nfte.
22.9., Schwerin/Mecklenburg-Vorpommern: Das Innenministerium teilt mit, das Fl├╝chtlingsheim in Wismar solle nach den tagelangen Attacken verlegt werden.
24.9., L├Âbach/Sachsen: Neonazis ├╝berfallen Polizeistationen in der ?SFR und erbeuten dabei Waffe.
25.9., Halle/Sachsen-Anhalt: Nach einem Konzert der ┬╗Benjamins┬ź wird deren Schlagzeuger von mehreren Neonazis mit Baseballschl├Ągern und ├äxten ├╝berfallen und brutal zusammengeschlagen. Der Bus der Band wird demoliert.
25.9., Sachsenhausen/Brandenburg: Brandanschlag auf das J├╝dische Museum des ehemaligen Konzentrationslagers.
25.9., Schwedt/Brandenburg: Brandanschlag auf ein China-Restaurant.
27.9., Senftenberg/Brandenburg: 80 vermummte Neonazis greifen die Polizeiwache an und errichten mit brennenden Autos und M├╝llcontainern eine Barrikade.
27.9., Halle/Sachsen-Anhalt: Ein 36-j├Ąhriger Vietnamese wird vor seinem Wohnhaus mit einem s├Ąbelartigen Gegenstand niedergestochen. Die T├Ąter*innen umringen das Opfer und stechen ihm mehrfach in die Brust.

Oktober 1992
Mindestens 46 Angriffe, Sch├╝sse und Brand- und Sprengstoffanschl├Ąge auf Fl├╝chtlingsheime, Unterk├╝nfte f├╝r Asylbewerber*innen oder ├Ąhnliche Einrichtungen und daf├╝r vorgesehene Geb├Ąude in Baden-W├╝rttemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Th├╝ringen. Einige Geb├Ąude brennen nieder.

3.10., S├╝dbrandenburg: Neonazis ├╝berfallen auf der Autobahn Cottbus-Berlin einen polnischen Kleinbus.
3.10., Schwandorf/Bayern: In einem Wald wird die Leiche eines Asylbewerbers entdeckt, der mit mehreren Sch├╝ssen get├Âtet wurde.
3.10., Halle/Sachsen Anhalt: 30 Neonazis greifen eine antifaschistische Filmveranstaltung an, verw├╝sten die Einrichtung des Kinos und f├╝nf Autos. Eine Frau erleidet schwere Kopfverletzungen, mehrere Personen Schnitt- und Kopfverletzungen.
5.10., Magdeburg/Sachsen-Anhalt: Neonazis ├╝berfallen einen Imbiss, schlagen auf die G├Ąste ein und demolieren die Einrichtung.
7.10., Karlsruhe/Baden-W├╝rttemberg: Auf dem Hauptfriedhof werden 15 j├╝dische Gr├Ąber gesch├Ąndet.
8.10., Hanau/Hessen: Sch├╝sse auf das Wohnwagenlager einer Sinti- und Roma-Familie. Ein Projektil durchschl├Ągt eine Wagenwand.
8.10., Chemnitz/Sachsen: Angriff auf das ├Ârtliche Jugendzentrum.
11.10., Geierswalde/Sachsen: Neonazis provozieren vor einer Diskothek und schlagen Waltraud Scheffler mit einer Holzlatte auf den Kopf. Sie erliegt sp├Ąter ihren schweren Verletzungen.
11.10., Ortrand /Brandenburg: ├ťberfall auf einen polnischen Kleintransporter, zwei Personen, die in dem Auto geschlafen hatten, m├╝ssen mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
13.10., Metz/Frankreich: Deutsche Neonazis verpr├╝geln einen 20-j├Ąhrlgen Studenten und zwingen ihn, auf die Knie zu fallen und Hitler zu danken.
14.10., Schwedt/Brandenburg: Eine Gruppe von 20 Skinheads ├╝berf├Ąllt wiederholt polnische Tourist*innen und raubt ihre Eink├Ąufe.
14.10., Saarbr├╝cken/Saarland: Neonazis ├╝berfallen einen 60-j├Ąhrigen Italiener und verletzen ihn schwer.
15.10.: Es wird bekannt, dass die neonazistische ┬╗Deutsche Alternative┬ź den Aufbau eines ┬╗Mobilen Einsatzkommandos Ost┬ź plant, das Aktionen planen, koordinieren und durchf├╝hren soll.
16.10., Leipzig/Sachsen: Eine Wachfrau eines Asylbewerber*innen┬şheims wird niedergeschlagen und muss ins Krankenhaus gebracht werden.
17.10., Bad Freienwalde/Brandenburg: 50 Neonazis randalieren in einem Jugendclub und zerst├Âren Einrichtungsgegenst├Ąnde und einen PKW.
17.10., Hann. M├╝nden/Niedersachsen: Die Firmenleitung eines Unternehmens droht der Stadtverwaltung mit der Schlie├čung des Werkes, wenn in der Stadt eine Zentrale Anlaufstelle f├╝r Asylsuchende eingerichtet wird. Die Belegschaft schlie├čt sich dieser Forderung an.
18.10., Plieningen/Baden-W├╝rttemberg: Zwei Skinheads ├╝berfallen eine Gastst├Ątte, bedrohen den Wirt und drei Angestellte mit Waffen und rauben 12.000 DM.
19.10., Goldberg/Mecklenburg-Vorpommern: 100 Einwohner*innen und der B├╝rgermeister blockieren die Zufahrt zum Asylbewerber*in┬şnenheim. Die Aktion richtete sich gegen 40 Asylsuchende, die von der Polizei eskortiert in Bussen auf dem Weg zur Unterkunft sind.
21.10., Greifswald/Mecklenburg-Vorpommern: 60 vermummte und mit Baseballschl├Ągern bewaffnete Neonazis greifen 20 ausl├Ąndische Student*innen an.
21.10., Ravensbr├╝ck/Brandenburg: Brandanschlag auf die Mahn- und Gedenkst├Ątte des ehemaligen Konzentrationslagers.
23.10., ├ťberlingen/Baden-W├╝rttemberg: Auf dem Friedhof f├╝r die Opfer des Konzentrationslagers Dachau werden rund 50 Grabkreuze offenbar mit einem Vorschlaghammer abgeschlagen.
24.10./25.10., Greifswald/Mecklenburg-Vorpommern: Nach einer antirassistischen Demonstration greifen Neonazis mit Baseballschl├Ągern ausl├Ąndische Student*innen in einem Klub an und verletzen eine Frau schwer. Anschlie├čend attackieren sie ein Polizeifahrzeug mit Baseballschl├Ągern, Steinen und Gasdruckpistolen.
27.10., Niederrad/Hessen: Ein 52-j├Ąhriger Deutscher sticht mit einem Messer auf einen 29-j├Ąhrigen T├╝rken ein und verletzt ihn an der Schulter.
31.10., Nordhausen/Th├╝ringen: Neonazis greifen linke Jugendliche an und verletzen eine Person schwer.
31.10., Heide/Schleswig-Holstein: 30 Neonazis greifen Teilnehmer*in┬şnen einer antirassistischen Demonstration an und verletzen zwei Personen.
Ende Oktober, Gelbensande/Mecklenburg-Vorpommern: Bei einem Telefonanruf im Asylbewerber*innenheim droht der B├╝rgermeister, er werde ┬╗die Skins┬ź holen , wenn man dort nicht endlich f├╝r Ordnung sorge.

November 1992
Mindestens 37 Angriffe, Sch├╝sse und Brand- und Sprengstoffanschl├Ąge auf Fl├╝chtlingsheime, Unterk├╝nfte f├╝r Asylbewerber*innen oder ├Ąhnliche Einrichtungen und daf├╝r vorgesehene Geb├Ąude in Baden-W├╝rttemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Einige Geb├Ąude brennen nieder.

1.11., J├╝terbog/Brandenburg: Drei Personen schlagen einen sudanesischen Asylbewerber zusammen und rauben ihn aus.
Stuttgart/Baden-W├╝rttemberg: Die st├Ądtischen Kinderg├Ąrten werden angewiesen, in ihre Vormerklisten keine Asylbewerberkinder mehr aufzunehmen, soweit sie in Sammellagern leben.
3.11., Wuppertal-Barmen/Nordrhein-Westfalen: Zwei 13- und 14-┬şj├Ąh┬ş┬şrige Sch├╝ler sch├Ąnden den j├╝dischen Friedhof und verw├╝sten 90 Gr├Ąber.
4.11., Schauenburg/Hessen: Nachdem der Bauunternehmer und der Architekt von Reihenh├Ąusern f├╝r 50 Fl├╝chtlinge Morddrohungen erhalten haben, steigen sie aus dem Projekt mit einer Wohnbaugesellschaft aus und der Vertrag platzt.
5.11., Wolgast/Mecklenburg-Vorpommern: Zwei Jugendliche misshandeln einen 22-j├Ąhrigen S├╝dafrikaner, so dass er auf dem linken Auge erblindet, ein Sch├Ądeltrauma und zahlreiche Prellungen erleidet.
Neubrandenburg/Mecklenburg-Vorpommern: Ein 16-j├Ąhriges M├Ądchen wird von vier Jugendlichen geschlagen, weil sie f├╝r eine Ausl├Ąnderin gehalten wird.
Frankfurt/Oder, Brandenburg: Brandanschlag auf das Studentenwohn┬şheim der Europa-Universit├Ąt ┬╗Viadrina┬ź.
7.11., Kolpinsee/Brandenburg: Zwei Neonazis misshandeln den 52-j├Ąhrigen wohnungslosen Rolf Schulze so schwer, dass er stirbt. Seine Leiche ├╝bergie├čen sie mit Benzin und z├╝nden sie an.
7.11., Berlin-Lichtenfelde: Unter ┬╗Sieg Heil!┬ź-Rufen stecken Jugendliche auf einem Kita-Gel├Ąnde einen mit Papier gef├╝llten Container in Brand. Die Kita soll zur Unterbringung von etwa 100 Fl├╝chtlingen aus Krisengebieten genutzt werden.
9.11., Rostock/Mecklenburg-Vorpommern: Etwa 40 Neonazis greifen mit Baseballschl├Ągern eine Demonstration zum Gedenken an die Reichspogromnacht und gegen Fremdenhass an.
K├Âln/Nordrhein-Westfalen: Nach dem Konzert ┬╗Rock gegen Fremdenhass┬ź entf├╝hren zwei Skinheads einen 27-j├Ąhrigen Mann. Er wird 24 Stunden sp├Ąter mit Schnittverletzungen und Prellungen am Kopf in Metz freigelassen.
13.11., Wuppertal/Nordrhein-Westfalen: Zwei Skinheads verletzen den 53-j├Ąhrigen Karl-Hans Rohn durch Tritte lebensgef├Ąhrlich, ├╝bergie├čen ihn mit hochprozentigem Schnaps und z├╝nden ihn an. Das sterbende Opfer transportieren sie im Wagen des Wirts ├╝ber die Grenze in die Niederlande.
14./15.11., Kassel/Hessen: Brandanschlag auf eine Moschee.
21.11., Berlin-Friedrichshain: Neonazis erstechen den 27-j├Ąhrigen Silvio Meier und verletzen zwei linke Jugendlichen schwer.
21.11., W├╝lfrath/Nordrhein-Westfalen: In einem Altersheim beschimpft und schl├Ągt ein ehemaliger SS-Obersturmf├╝hrer den 92-j├Ąhrigen Holocaust├╝berlebenden Alfred Salomon wegen seiner j├╝dischen Herkunft. Salomon erleidet einen Herzinfarkt und stirbt.
23.11., M├Âlln/Schleswig-Holstein: Bei einem Brandanschlag auf zwei Wohnh├Ąuser kommen Bahide Arslan, Ayse Yilmaz und Yeliz Arslan ums Leben. Neun weitere Menschen werden schwer verletzt. Die beiden H├Ąuser brennen v├Âllig aus.
23.11., Wiesbaden/Hessen: Der sp├Ątere M├Ârder von Walter L├╝bcke (CDU), Stephan Ernst, sticht in der Toilette des Hauptbahnhofs einen t├╝rkischen Imam nieder.
24.11., Bad Salzuflen/Nordrhein-Westfalen: Zehn maskierte M├Ąnner schlagen einen 49-j├Ąhrigen T├╝rken zusammen.
27.11., Berlin-Moabit: Brandanschlag auf zwei t├╝rkische Imbissstuben und einen t├╝rkischen Teppichladen.
29.11., Hannover/Niedersachsen: Neonazis schie├čen mit Signalmunition auf mehrere Libanesen.
30.11., Langenfeld/Nordrhein-Westfalen: Brandanschlag auf das Fachwerkhaus einer t├╝rkischen Familie. Das t├╝rkische Ehepaar und seine drei Kinder k├Ânnen sich in Sicherheit bringen.




Quelle: Der-rechte-rand.de