Mai 8, 2022
Von InfoRiot
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In Cottbus kommen derzeit kaum noch Menschen an, die vom Krieg in der Ukraine fliehen und auf andere StĂ€dte in Deutschland weiter verteilt werden. FĂŒr viele Helfer vor Ort eine gute Nachricht, sie sind am Limit ihrer KrĂ€fte. Von Daniel Mastow

Am 24. MĂ€rz 2022 ist in Cottbus ist eines der drei deutschen Drehkreuze fĂŒr FlĂŒchtlinge aus der Ukraine eingerichtet worden. Rund eintausend Menschen kamen zu Beginn jeden Tag in Cottbus an.

Anderthalb Monate spĂ€ter sieht es nun ganz anders es. Geplante SonderzĂŒge fallen aus, sehr selten kommen am Drehkreuz Cottbus noch GeflĂŒchtete an. Die Situation hat sich sehr entspannt. In den Versorgungszelten am Bahnhof sind die BĂ€nke hoch gestellt worden, Teller und Tassen stehen bereit, werden aber nur noch selten gebraucht.

Unter der Woche kommen keine SonderzĂŒge mehr an. Wenn ĂŒberhaupt, hĂ€lt von Freitag bis Sonntag jeweils ein Abendzug mit FlĂŒchtlingen am Cottbuser Hauptbahnhof, sagt Ralph Matzky, PrĂ€sident des DRK-Kreisverbands Cottbus-Spree-Neiße und Leiter des Drehkeuzes: “Es ist deutlich weniger, die Anzahl der ZĂŒge ist deutlich runter gegangen, der damals intensiv genutzte Zug aus Pszemysli fĂ€hrt nicht mehr, sodass die großen FlĂŒchtlingszahlen in Cottbus nicht mehr zu verzeichnen sind.”

Zudem seien in den ZĂŒgen, die noch ankommen, deutlich weniger Menschen. Warum Cottbus als eines von drei bundesweiten Drehkreuzen zurzeit so wenig angefahren wird, ist nicht ganz klar. Ralph Matzky habe gehört, dass das ein Ergebnis einers Personalengpassen auf polnischer Seite sei, sagt er: “Die haben wahrscheinlich auch lange Zeit mit sehr viel zusĂ€tzlichem Personal diese SonderzĂŒge in ihrem Wagennetz durchgeschleust.” Nun sei zu vermuten, dass diese Ressourcen erschöpft sind, möglicherweise auch freiwillige Helfer nicht mehr im selben Maße unterstĂŒtzen können, so Matzkys Annahme.

FĂŒr viele EinsatzkrĂ€fte, die Tag und Nacht in Cottbus ausgeholfen haben und am Limit ihrer KrĂ€fte angekommen sind, bedeutet die jetzige Situation: entspannen und durchatmen. Philipp Milthaler ist Helfer der Stunde: “Das fing an bei einfachen Aufgaben, wie Kaffee kochen. Bis hin zu grundlegender, psycho-sozialer Betreuung. Zumindest mal jemanden in den Arm nehemen, mal ein Kind hochnehmen, eine Mutter entlasten”, beschreibt der Helfer sein breit gefĂ€chertes Aufgaben-Feld.




Quelle: Inforiot.de