April 25, 2021
Von FAU Marburg
141 ansichten


Dieses Jahr steht der 1. Mai als Kampftag der Arbeiter:innen ganz im Zeichen der globalen Pandemie! Die Belastungen und Folgen werden die UnterdrĂŒckten zahlen. WĂ€hrend Großkonzerne wie Amazon, Tönnies oder Mercedes Rekordgewinne einfahren, mĂŒssen WerktĂ€tige dicht an dicht diese Gewinne erarbeiten.

Weltweit werden wir, die LohnabhĂ€ngigen, in einen Wettbewerb zueinander gesetzt, um die Mehrwertproduktion anzukurbeln und ĂŒberhaupt erst zu ermöglichen. Egal wo wir wohnen, welches Geschlecht wir haben, welche NationalitĂ€t uns zugeschrieben wird, wir sind im selben Kampf verwoben, ob wir wollen oder nicht. KĂŒrzungen sozialer Dienstleistungen in öffentlichen Haushalten, Outsourcing, das DrĂŒcken von Löhnen, Privatisierungen, ansteigende Lebenshaltungskosten sowie StudiengebĂŒhren und die Zerstörung natĂŒrlicher Grundlagen sind nur einige Symptome, die im direkten Zusammenhang mit dem globalen Wirtschaftssystem stehen. Ein System, welches auf Ausbeutung und Wettbewerb basiert und die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche vorantreibt.

Der stetig zunehmende Leistungsdruck, Vereinzelung und die Entfremdung von unseren BedĂŒrfnissen und Mitmenschen, mit denen wir arbeiten und leben machen uns krank. Das erfahren wir am Arbeitsplatz, in der (Hoch-)Schule und leider auch im zunehmenden Maße wĂ€hrend der Kindheit und Jugend. Die Mechanismen der Marktwirtschaft und die damit einhergehenden nationalstaatlichen Strukturen fĂŒhren dazu, dass die Anpassung an das Diktat der WettbewerbsfĂ€higkeit sowie die Mehrwertproduktion priorisiert, anstatt dass emanzipatorische FĂ€higkeiten gefördert werden.

Die Welt durchlebt eine ernsthafte CoViD-19 Pandemie. Wie bei allen Krisen sind die Ärmsten am stĂ€rksten betroffen. Viele Unternehmen zwingen LohnabhĂ€ngige weiterhin zur Arbeit zu kommen und verwehren ihnen somit die Möglichkeit zu Hause in QuarantĂ€ne zu bleiben. Viele Arbeiter:innen verlieren auch ihren Job. (Schein-)SelbststĂ€ndige, EinzelhĂ€ndler und andere Arbeit:erinnen haben kein Einkommen. Menschen in Camps fĂŒr GeflĂŒchtete und wohnungslose Menschen haben keinen Zugang zu einem Mindeststandard an sanitĂ€ren Anlagen.

Wie sieht es in Magdeburg aus?

Mit Enercon schließt einer der grĂ¶ĂŸten Firmen in Magdeburg. Damit verlieren nicht nur Arbeiter:innen direkt bei Enercon ihre Arbeit, sondern auch bei den Zulieferern. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges. Den verbliebenen Industriebetrieben droht die Überalterung und Schließung. Seit letztem Jahr baut Amazon hier ein Verteilzentrum auf. Der VersandhĂ€ndler ist berĂŒhmt-berĂŒchtigt fĂŒr miese Arbeitsbedingungen und Union Busting (GewerkschaftsbekĂ€mpfung).

Aber auch in der Gesundheitsbranche brennt es. So kĂ€mpfen BeschĂ€ftigte der AMEOS-Kliniken in Sachsen-Anhalt seit Jahren fĂŒr einen Tarifvertrag. Schlechte Bezahlung und Unterbesetzung gehören zum Alltag, gerade in den Privat-Kliniken. Auch sollen das Uniklinikum Magdeburg und das StĂ€dtische Klinikum in Olvenstedt zusammengelegt werden. Das Ganze soll der WettbewerbsfĂ€higkeit dienen, aber es bedeutet z.B. Rationalisierung des Personals und Reduzierung der Betten, auch die der Intensiv-Stationen. Es zeigt in Zeiten der Pandemie verstĂ€rkt auf, dass nicht die Gesundheit und gute Arbeitsbedingungen sondern die Profite im Mittelpunkt stehen.

In die Offensive!

Innerhalb des Kapitalismus wird es keine Lösung fĂŒr diese Probleme geben. Politiker:innen werden uns außer warmen Worten und Applaus keine VerĂ€nderung anbieten! Wir mĂŒssen in die Offensive gehen und fĂŒr ein besseres Leben kĂ€mpfen.

Wir wollen daher rund um den Kampftag der Arbeiter:innenklasse mehrere Veranstaltungen organisieren!

Am 28.April, dem Workers Memorial Day, werden wir den verstorbenen und erkrankten Kolleg:innen gedenken. Gerade denen, die am meisten von der Pandemie betroffen sind, seien es PflegekrĂ€fte, die nicht genug SchutzausrĂŒstung haben oder Saison-Arbeiter:innen, denen die Sozialversicherung verwehrt wird.

Am 1. Mai rollen wir, ab 12 Uhr, der Arbeiter:innenklasse den schwarz-roten Teppich aus. Deine Geschichte wird Teil unseres Catwalks der UnterdrĂŒckung, der deine Erfahrungen und Erlebnis in den Mittelpunkt stellen soll.

Am 3. Mai werden wir vor dem Jobcenter eine Kundgebung abhalten, von 12 bis 16 Uhr. Wir wollen auf die Probleme, die Erwerbslose haben, aufmerksam machen, gerade in Zeiten der Pandemie. Wir wollen aufklĂ€ren z.B. ĂŒber sinnlose Maßnahmen, reden ĂŒber Überlebenstricks im Alltag mit den Ämtern und auch werden wir Kollegen:innen begleiten, wenn Handlungsbedarf besteht.

Am 11. Mai um 18 Uhr wird unsere AG Gewerkschaftliche Aktion einen Vortrag ĂŒber arbeitsrechtliche Mindeststandards halten. Er wird online stattfinden. Diese Standards werden oft genug nicht eingehalten und es lohnt sich immer, sich ĂŒber seine Rechte zu informieren, um dagegen vorzugehen. Anmeldung: faumd-va@fau.org

Denkt an Abstand und Mund-Nasen-Schutz! SchĂŒtze dich, schĂŒtze deine Klasse

Es ist Zeit, sich zu organisieren!

Die Reichen sollen fĂŒr die Krise zahlen!

Grundlage war der Aufruf des Global May Day 2021

https://www.fau.org/artikel/aufruf-global-may-day-2021




Quelle: Magdeburg.fau.org