Mai 4, 2021
Von Indymedia
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Am 24. April startete die Offensive mit Luftangriffen auf Stellungen der Volksverteidigungseinheiten HPG und der Frauenguerilla YJA-Star (YekĂźtiya JinĂȘn Azad; Star ist in der kurdischen Mythologie der Name der Göttin Ischtar und bedeutet im heutigen Sprachgebrauch auch Stern) in den Regionen MetĂźna, AvaƟün und Zap.
Die StreitkrĂ€fte des tĂŒrkischen Faschismus versuchten danach auf verschiedenen Berggipfeln Truppen abzusetzen, was durch den Widerstand der Guerilla beantwortet wurde.
Nur unter schweren Verlusten gelang das Absetzen der Soldaten, seitdem kommt es zu Versuchen des Vorstoßes und zu heftigen Gegenoffensiven durch die kurdische Befreiungsbewegung.

Der Zeitpunkt der Offensive sagt viel ĂŒber die Ziele des faschistischen tĂŒrkischen Regimes, die Offensive startete am Gedenktag zum Völkermord an den Armenier*Innen.
Die Angriffe sind in ihrem Umfang eine neue Dimension in den letzten Jahren, die Vernichtungsabsichten der tĂŒrkischen Armee sind klar. Seit lĂ€ngerer Zeit haben Operationen in einem solchen Umfang nicht mehr stattgefunden, es ist davon auszugehen, dass die Angriffe mit den mit der TĂŒrkei verbĂŒndeten NATO-Staaten abgesprochen wurden.

Dabei ist der letzte Angriffskrieg der TĂŒrkei noch gar nicht so lange her. Im Februar dieses Jahres hatte die tĂŒrkische Armee einen Angriff auf die sĂŒdkurdische Region Gare gestartet, die ebenfalls unter der Kontrolle der GuerillakrĂ€fte steht. Die Operation endete in einem Desaster fĂŒr die TĂŒrkei. Nach wenigen Tagen trat die Armee den RĂŒckzug an. Von den anfĂ€nglich großspurigen AnkĂŒndigungen, dass nach Gare das nĂ€chste Ziel ƞengal (Sindschar) heißen wĂŒrde, war schnell nichts mehr zu hören. Zudem kamen 12 tĂŒrkische StaatsbĂŒrger, die sich in den HĂ€nden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) befanden, wĂ€hrend der Operation ums Leben.

Erdoğan konnte nach Gare zwar keine militĂ€rische Erfolgsmeldung verbuchen, doch er versuchte, den Tod seiner StaatsbĂŒrger als politisches Propagandamittel fĂŒr seine Zwecke zu verwenden. Dass ihm tatsĂ€chlich nicht so viel am Leben dieser Menschen gelegen haben dĂŒrfte, beweist die Tatsache, dass Vermittlungsangebote der Demokratischen Partei der Völker (HDP) fĂŒr die Freilassung der Gefangenen von der tĂŒrkischen Regierung zuvor ignoriert worden waren. Doch angesichts der tiefgreifenden innenpolitischen Krisen im Land verpuffte die nationalistische Propaganda der AKP auf dem RĂŒcken ihrer toten StaatsbĂŒrger alsbald. So war es also eine Frage der Zeit, bis Erdoğan den nĂ€chsten Krieg anzetteln wĂŒrde.

Das Ziel der tĂŒrkischen Faschisten ist offensichtlich und hat sich nicht geĂ€ndert: Sie wollen SĂŒdkurdistan besetzen, um eine Pufferzone zwischen SĂŒd- und Nordkurdistan zu installieren, die einen erneuten Einmarsch in Rojava und die Besetzung von ƞengal vereinfachen wĂŒrde, und auch der Guerilla einen großen Schlag zu versetzen und ihren Willen zu brechen. All’ dies geschieht auch mit dem EinverstĂ€ndnis der USA, Europas und anderer internationaler MĂ€chte. So haben die USA erst kĂŒrzlich ihr Angebot erneuert, mehrere Millionen Dollar als Kopfgeld fĂŒr Cemil Bayık, Duran Kalkan und Murat Karayılan, drei kurdische RevolutionĂ€re und fĂŒhrende Kader der kurdischen Freiheitsbewegung, zu zahlen, was zeigt, dass die internationalen MĂ€chte die Ideen und die revolutionĂ€re Praxis, die von der kurdischen Freiheitsbewegung ausgehen, zerstören wollen!

Die Angriffe des tĂŒrkischen Faschismus auf die Kerngebiete der kurdischen Freiheitsbewegung finden in einer Zeit statt in der das AKP-MHP Regime innenpolitisch in der Krise steckt. Der Kurs der tĂŒrkischen Lira befindet sich im freien Fall, die Unzufriedenheit mit dem Regime wird stĂ€rker und die Auseinandersetzungen aufgrund des Austritts aus der Istanbul-Konvention und die Proteste von Studierenden und der LGBTIQ-Bewegung lassen sich nicht durch das repressive Vorgehen der Behörden zerschlagen. Die Angriffe zielen auf die Gebiete der Guerilla, da sie den Menschen Hoffnung gibt und zeigt, dass ein Kampf gegen den Faschismus gefĂŒhrt werden kann. Mit der angestrebten Zerschlagung der Befreiungsbewegung sollen die Hoffnungen auf ein anderes Leben und auf die Überwindung des AKP-Regimes vernichtet werden.
WĂ€hrend bei den Angriffen auf Gare Anfang diesen Jahres die Propagandamaschinerie der TĂŒrkei auf Hochtouren lief bleibt es aktuell verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhig. Dies könnte ein Zeichen dafĂŒr sein, dass die Operationen langfristig angelegt sind und die aktuellen VorgĂ€nge sich durch den Widerstand der Guerilla nicht nach dem Interesse der tĂŒrkischen Faschisten entwickeln.

Die Luftangriffe der tĂŒrkischen Armee richten sich auch gegen zivile Siedlungen und Dörfer in der Region. Bei Angriffen auf Stellungen der Guerilla wurde Giftgas eingesetzt.
In einigen Regionen wurde versucht in Tunnelsysteme einzudringen, die Angriffe koonten zurĂŒckgeschlagen werden.

Die Guerilla hat die revolutionĂ€re Offensive „BazĂȘn ZagrosĂȘ“ (Falken vom Zagros) eingeleitet und leistet erbitterten Widerstand gegen die Angriffe der tĂŒrkischen Armee.
TagtĂ€glich kommt es zu Angriffen auf die tĂŒrkische Armee, trotz Überwachungstechnologie und Luftangriffen gelingt es der Guerilla Aktionen durchzufĂŒhren.Es kommt zu heftigen Gefechten und Angriffen auf Stellungen der tĂŒrkischen Armee. Die faschistischen Truppen haben schwere Verluste zu beklagen.

Am Gipfel des Berges ZendĂ»ra in der Region MetĂźna an der Grenze der TĂŒrkei wurden mehrere Angriffe zurĂŒckgeschlagen, trotz mehrfacher Versuche Truppen abzusetzen mussten die Besatzungstruppen vor dem Berggipfel in Stellung gehen und werden stĂ€ndig unter Beschuss genommen oder geraten in durch die Guerilla aufgestellte Fallen. Die Situation fĂŒr die Invasionstruppen ist festgefahren, sie können keine Erfolge verbuchen.

In der TĂŒrkei, SĂŒdkurdistan und Europa kommt es zu Protesten und Aktionen gegen die Invasion auf die Medya-Verteidigungsgebiete. Rise-up-4 Rojava ruft unter #smashturkishfascism zu Demonstrationen auf um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen.
In SĂŒdkurdistan versucht die mit der TĂŒrkei kollaborierende PDK-Regierung Proteste niederzuschlagen und inhaftieren Menschen um sie von Protesten abzuhalten.
Gleichzeitig gibt es einen internationalen Aufruf zu entschlossenem militanten Vorgehen gegen die Angriffe unter dem Motto „Fight4Revolution“, einige Aktionen wurden bereits durchgefĂŒhrt.

Der Angriff auf die revolutionÀre Bewegung Kurdistans ist ein Angriff auf die revolutionÀre Bewegung weltweit und muss international beantwortet werden!

Beteiligt euch an Demonstrationen, bereitet selbst Aktionen vor und unterstĂŒtzt den Widerstand gegen den tĂŒrkischen Faschismus.

Hoch die internationale SolidaritÀt! Tod dem Faschismus!

Weitere Informationen:

https://anfdeutsch.com/
https://fight4revolution.noblogs.org/
https://herzdeskrieges.blackblogs.org/
https://riseup4rojava.org/take-action/




Quelle: De.indymedia.org