Juli 19, 2021
Von Die Plattform
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AnlĂ€sslich des 85. Jahrestages des Beginns der sozialen Revolution in Spanien haben wir gemeinsam mit befreundeten anarchistischen Organisationen aus aller Welt eine ErklĂ€rung verfasst. Sie stellt dar, wie sich die soziale Revolution vollzog und vor welche Probleme die anarchistische Bewegung Spaniens gestellt wurde. Sie versucht auch, aus einer plattformistischen und especifistischen Perspektive Lehren zu ziehen aus den Ereignissen, die dem Juli 1936 nachfolgten und bekrĂ€ftigt die Notwendigkeit spezifischer anarchistischer Organisierung, in der revolutionĂ€ren Situation ebenso wie in der vorhergehenden Periode. Wir denken, es ist ein sehr lesenswerter Text geworden und freuen uns, wenn ihr ihn teilt! Auf Anarkismo.net findet ihr wie immer auch Versionen in anderen Sprachen. Viel Spaß beim Lesen!

INTERNATIONALE ANARCHISTISCHE ERKLÄRUNG: 85 JAHRE NACH DER SPANISCHEN REVOLUTION, IHRE LEHREN UND IHR VERMÄCHTNIS

Am 19. Juli 1936 errang das spanische Proletariat einen historischen Sieg gegen einen MilitĂ€rputsch, der sich gegen die Regierung und die spanische Republik wendete. Der Putsch war eine Verschwörung auf ziviler und militĂ€rischer Ebene, die von allen reaktionĂ€ren Sektoren der Gesellschaft (Kirche, Monarchist:innen, Falangist:innen, Konservativen, Grundbesitzern oder Industriellen) unterstĂŒtzt und von rechten Bankiers finanziert wurde und sogar RĂŒckendeckung von Mussolinis Italien erhielt.

Angesichts dieses gut organisierten Komplotts zum Sturz einer Regierung gab es nur eine Handvoll loyaler MilitĂ€roffiziere und fragwĂŒrdige KrĂ€fte, die Recht und Ordnung aufrecht erhalten wollten. Doch die einfachen Menschen verstanden ihre historische Rolle perfekt und ĂŒbertrafen jede Vorahnung von Widerstand. Die proletarischen Massen ĂŒbernahmen ganze StĂ€dte wie Barcelona, Madrid, GijĂłn, San SebastiĂĄn und Valencia.

Die Niederlage dieses Putsches fĂŒhrte zu einem ausgewachsenen BĂŒrgerkrieg, da das MilitĂ€r in einigen StĂ€dten und Regionen (Navarra, Kastilien, Sevilla, Cordoba, Cadiz oder Galicien) triumphiert hatte. Sie hatten die Kolonialarmee aus Afrika und die UnterstĂŒtzung der faschistischen MĂ€chte aus Deutschland und Italien. Der Sieg Francos wurde dank internationaler Hilfe zementiert. Aber trotzdem dauerte der Krieg 33 Monate.

Infolge des Putsches brach der republikanische Staat zusammen. Die StĂ€rke der KrĂ€fte der Arbeiter:innenklasse war so groß, dass sich der Widerstand in eine ausgewachsene soziale Revolution verwandelte. Diese Revolution wurde von den KrĂ€ften angefĂŒhrt, die in der anarchosyndikalistischen Massengewerkschaft ConfederaciĂłn Nacional del Trabajo (CNT), in der FederaciĂłn Anarquista IbĂ©rica (FAI), in den anarchistischen FrauenverbĂ€nden Mujeres Libres, in der anarchistischen Jugendorganisation FederaciĂłn IbĂ©rica de Juventudes Libertarias (FIJL) und in geringerem Maße in der trotzkistisch-orientierten Partido Obrero de UnificaciĂłn Marxista (POUM) organisiert waren. Aber es muss anerkannt werden, dass die Revolution die Basis aller Parteien betraf, deren einfache Leute ebenfalls an dem revolutionĂ€ren Klima teilnahmen.

Die Arbeiter:innenkrĂ€fte bildeten Milizen und rĂŒsteten sich mit den Waffen aus, die sie aus den Kasernen mitgenommen hatten. Die revolutionĂ€re Bewegung schlug die faschistischen MilitĂ€rkolonnen zurĂŒck und schuf eine ganze Armee von Milizen, die im Wesentlichen von den Gewerkschaften, den politischen Organisationen und den Gemeinden finanziert wurden. Im Laufe der Zeit schuf die Zentralregierung eine Volksarmee mit dem Ziel, dem Feind mit eigenen Waffen zu antworten. Diese Armee war jedoch darauf ausgerichtet, den revolutionĂ€ren Geist der Milizen, der authentischen “Bevölkerung in Waffen”, zu beschwichtigen und in einen konventionellen Krieg zu kanalisieren.

Die Revolution hatte mit der Beschlagnahmung von Betrieben und Land begonnen, deren Besitzer ins Ausland geflohen waren. Die Arbeiter:innenklasse nahm sich die Produktionsmittel und setzte sie dank der Gewerkschaften in Bewegung. So kam es innerhalb weniger Wochen zu zahlreichen Enteignungen, die zu Kollektivierungen von Fabriken und Feldern fĂŒhrten. Dank dieser Revolution wurde aus dem Nichts eine Kriegsindustrie geschaffen. SpĂ€ter wurden diese Kollektive in einem Versuch zusammengefasst, die gesamte Wirtschaft zu vergesellschaften, was aufgrund der Reaktion der Regierung und dem Aufkommen konterrevolutionĂ€rer KrĂ€fte (insbesondere der Kommunistischen Partei), die dies verhinderten, nicht vollendet werden konnte. Millionen von Menschen beteiligten sich an dem revolutionĂ€ren Prozess.

Beispiele fĂŒr den Aufbau der sozialen Revolution von unten sind: die bĂ€uerlichen Kollektivierungen durch die RĂŒckgewinnung des Eigentums und die kommunale Bewirtschaftung des Bodens; die Kollektivierungen in der Industrie und im Dienstleistungsbereich auf der Grundlage der Selbstverwaltung und der Planung der Arbeiter:innen durch die GewerkschaftsverbĂ€nde; die fast vollstĂ€ndige Einschulung der Kinder und Jugendlichen und die EinfĂŒhrung einer PĂ€dagogik, die auf den Prinzipien von Ferrer y Guardia und der rationalistischen und freiheitlichen PĂ€dagogik beruht; die Verbesserung der Lebensbedingungen (Wohnung, Gesundheit, Grundversorgung, usw.) der Bevölkerung; die VerkĂŒndung von Normen, die den gemeinsamen Schulunterricht fĂŒr Kinder unterschiedlicher Geschlechter, den freien und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch, freie Vereinigungen der Menschen usw. festlegten.
Der iberische Anarchismus und Anarchosyndikalismus hat es geschafft, die Ideen und VorschlĂ€ge, die sie ausgearbeitet haben und fĂŒr die sie jahrzehntelang gekĂ€mpft, sich organisiert und eine harte Repression erlitten haben, monatelang in die Praxis umzusetzen – ein Beispiel dafĂŒr, was die Schaffung der Macht von unten bedeutet.

Wir möchten auch daran erinnern, dass Rojava am 19. Juli 2012 seine Autonomie vom syrischen Staat erklĂ€rt hat. Die kurdische Autonomie ist auch ein revolutionĂ€rer Prozess, eine mĂ€chtige Fackel, die im Nahen Osten entzĂŒndet wurde und wird. Ihr Kampf in den 9 Jahren der Autonomie war geprĂ€gt durch den Krieg gegen eine Vielzahl von Feinden: gegen die KrĂ€fte des syrischen Staates, gegen die islamistischen Banden von Al Nusra, IS oder gegen den tĂŒrkischen Staat. Angesichts all dieser Feinde hat es die Revolution von Rojava geschafft, Widerstand zu leisten und ein autonomes Gebiet inmitten einer von autoritĂ€ren Regimen unterdrĂŒckten Region zu festigen. Wir können nur in voller SolidaritĂ€t mit diesem Kampf sein.

Der 19. Juli stellt den Sieg der Menschen gegen eine militarisierte und gut vorbereitete Reaktion dar. Er erinnert uns daran, dass ein Sieg möglich ist. Diese Utopie kann in die Praxis umgesetzt werden. Er unterstreicht unsere StĂ€rke, wenn wir uns organisieren, um zu gewinnen. Er steht auch fĂŒr die ewige Bedrohung durch imperialistische und reaktionĂ€re Interventionen der globalen MĂ€chte, die nicht zögern werden, jeden transformativen Prozess zu zerschlagen. DafĂŒr ist internationalistische SolidaritĂ€t und die Ausweitung dieser revolutionĂ€ren Prozesse auf andere Orte grundlegend.

EINIGE LEKTIONEN AUS DER SPANISCHEN REVOLUTION

An erster Stelle könnten wir auf die Notwendigkeit des Protagonismus der Arbeiter:innenklasse (gemeint ist, dass die Arbeiter:innenklasse selbst den revolutionĂ€ren Wandel anfĂŒhrt und vorantreibt, keine Partei) und der vorangegangenen Prozesse des Aufbaus dieses Protagonismus hinweisen, auf das, was wir Macht von unten nennen und was nicht mehr und nicht weniger ist, als dass die einfachen Menschen, die unterdrĂŒckten Klassen, die die Lösung aller Probleme und sozialen Fragen in die Hand nehmen, einschließlich des Kampfes, einen Staatsstreich wie den von Franco zu verhindern.
Es war in Barcelona und im weiteren Sinne in Katalonien, wo die Arbeiter:innenklasse die Straßen eroberte, die Kasernen einnahm und die Reaktion besiegte, alles auf organisierte und geplante Weise, unter Anwendung eines hohen und komplexen Niveaus direkter Aktion mit den Verteidigungskomitees der CNT, und den faschistischen Aufstand besiegte. Die gesammelte Erfahrung von Straßenkampf- und Aktionsgruppen kam am 19. Juli in ihrer ganzen Pracht zum Ausdruck. Barcelona und Katalonien waren in den HĂ€nden der katalanischen Arbeiter:innenklasse und der BĂ€uer:innen.
Doch schon hier zeigten sich die ersten Probleme und Grenzen in einem nicht einfachen Prozess, der wie alle revolutionÀren Prozesse alles andere als idyllisch ist.
In Barcelona und in Katalonien wurde eine Art Doppelmacht installiert, wobei die Generalitat als Staatsmacht bestehen blieb und das Komitee der antifaschistischen Milizen und die Kollektive als von der libertĂ€ren Bewegung inspirierte Organisationsformen auftrateninstalliert, das es schaffte, praktisch die gesamte Wirtschaft zu kollektivieren, wie es auf dem Kongress der CNT in Saragossa beschlossen worden war. Mit der sozialen StĂ€rke und dem Sieg in der Hand erlaubten die CNT und die Aktionsgruppen der FAI die Aufrechterhaltung der staatlichen Organe, die spĂ€ter gegen die Revolution arbeiten sollten. Sie wollten die anarchistische Vorherrschaft – auch wenn sie in der Mehrheit waren – nicht durchsetzen, aber andererseits öffneten sie damit den Manövern der Kommunistischen Partei und der Intervention der Sowjetunion TĂŒr und Tor.

In diesem Sinne können wir zwei Aspekte hervorheben: Der erste bestand darin, das Erstarken der KrĂ€fte zu ermöglichen, die nicht fĂŒr einen revolutionĂ€ren Prozess waren, sondern fĂŒr die Aufrechterhaltung der Republik als Regierungsform. Dieser Aspekt hatte seinen Höhepunkt in den ZusammenstĂ¶ĂŸen der Mai-Ereignisse von 1937, in denen die von Kommunist:innen und Republikaner:innen angetriebene Konterrevolution die pro-revolutionĂ€ren KrĂ€fte politisch besiegte.
Zweitens gab der Sieg einen grĂ¶ĂŸeren Spielraum, um bei der Konkretisierung der Strukturen von unten voranzukommen, die den Staat vollstĂ€ndig verdrĂ€ngen und die Erprobung neuer Formen der Selbstverwaltung und des Föderalismus in einem fortgeschrittenen Stadium ermöglichen wĂŒrden. In diesem Sinne war der Slogan des Anarchismus, dass “Krieg und Revolution untrennbar sind”, absolut richtig. FĂŒr Millionen von Menschen war die Revolution eine wesentliche Frage, fĂŒr die es zu kĂ€mpfen galt. Wie auf dem Kongress der CNT in Saragossa beschlossen, wurde praktisch die gesamte katalanische Wirtschaft kollektiviert. Aber sobald die Republik diese Revolution beendete, sank die Moral in der gesamten Bevölkerung zutiefst. Der Krieg hatte sich auf Schlachten zwischen den beiden gegnerischen Armeen reduziert. Die Hoffnungen der Menschen beruhten damals auf dem bloßen Überleben inmitten wachsender Niedergeschlagenheit: im Hinterland Hungersnöte und staatliche Repressionen, an der Front militĂ€rische Niederlagen.

Das zentrale Dilemma, mit dem sich der spanische Anarchismus mitten in der Revolution auseinandersetzen musste, war der Eintritt in die Regierung der Republik. Man kann ĂŒber die Richtigkeit oder das Gegenteil dieser Entscheidung, die gegen die Prinzipien unserer Ideologie verstĂ¶ĂŸt, debattieren, aber man muss berĂŒcksichtigen, dass sie unter widrigen Bedingungen in verschiedenen Aspekten (fehlende Bewaffnung, fehlende internationale UnterstĂŒtzung) und inmitten einer völlig beispiellosen Situation getroffen wurde, wo die StĂ€rke der anarchistischen Organisationen in verschiedenen Gebieten Spaniens variierte.

Das Hauptdefizit des spanischen Anarchismus auf diesem Gebiet war das Fehlen einer politischen Organisation, die eine eigene Strategie und eigene VorschlĂ€ge fĂŒr eine solch beispiellose und schwierige Situation hatte, und nicht an die Strategien anderer politischer KrĂ€fte gebunden war. Zweifellos musste vieles vereinbart werden, aber es ist immer besser, dies aus eigenem Antrieb und mit eigenen KrĂ€ften zu tun.

Die Tatsache, dass der Anarchismus in Spanien nicht politisch organisiert war, wirkte sich auch auf dem Gebiet des Krieges und der direkten Aktion aus, da auf dieser Ebene andere Formen der Milizorganisation und komplexere Ebenen hĂ€tten erprobt werden können (in der Tat gab es mehrere VorschlĂ€ge in diesem Sinne), ohne in eine vollstĂ€ndige staatliche Militarisierung zu verfallen, die die Kontrolle darĂŒber dem Staat (und demjenigen, der die Regierung kontrollierte, mit zunehmendem Gewicht der Kommunistischen Partei) und in der Tat der Sowjetunion gab.

Es liegt uns fern zu sagen, was hĂ€tte getan werden mĂŒssten. Dort haben einfache Menschen gekĂ€mpft und ihr Leben gegeben, unsere Geschwister im Geiste, die sich dem Faschismus mit ungeheurem Mut entgegengestellt haben. Der revolutionĂ€re Prozess war das Produkt der AnhĂ€ufung von KĂ€mpfen der spanischen Arbeiter:innenklasse vor 1936. Deportationen und GefĂ€ngnisstrafen fĂŒr Aktivist:innen waren an der Tagesordnung, aber auch die AtmosphĂ€re von Debatten und Aktionen, die unter den einfachen Menschen herrschte und die verschiedenen Ebenen der direkten Aktion, die sich tĂ€glich entwickelten, waren außergewöhnlich. Gruppen wie “Los Solidarios” (die 1936 “Nosotros” hieß und ĂŒber das lokale Verteidigungskomitee die fĂŒhrende Gruppe des proletarischen Aufstandes vom 19. Juli in Barcelona war) waren in Lateinamerika dabei, diesen Prozess zu finanzieren, der sich schon seit Jahren abzeichnete. Dabei hĂ€tte die Existenz einer spezifischen anarchistischen politischen Organisation fĂŒr eine klare Orientierung auf allen Ebenen des Kampfes gesorgt und es ermöglicht, die Debatten, die innerhalb der anarchistischen Bewegung stattfanden, auf eine andere Art zu verarbeiten. Und außerdem war der Anarchismus nicht die einzige existierende Kraft; andere KrĂ€fte spielten und hatten ihre politischen Projekte und ihre VerbĂŒndeten.

WĂ€hrend sich der spanische Anarchismus an die schwierige Situation, in der er sich befand, anpasste und ein Programm der antifaschistischen Einheit verabschiedete, entstanden andere revolutionĂ€re Oppositionsgruppen, wie “Los Amigos de Durruti” (Die Freunde von Durruti). Ihr Vorschlag im Mai 1937 fĂŒr “ein Programm und Gewehre”, der eine revolutionĂ€re Junta zur MachtĂŒbernahme in den Raum stellte, war ein Beweis fĂŒr die Notwendigkeit einer (spezifischen) politischen Organisation, die wir angedeutet haben.

FĂŒr uns ist die spezifische politische Organisation entscheidend, vor allem in einem Prozess der revolutionĂ€ren VerĂ€nderung. Unsere Organisation ist keine Vorhutorganisation, sie geht den Menschen nicht voraus und fĂŒhrt sie. Im Gegenteil, es ist ein kleiner Motor, der die Massenorganisationen antreibt, der hilft, der die Menschen antreibt, die Erschaffer:innen ihres Schicksals zu sein, und der zusammen mit den Menschen vorwĂ€rts geht, mit ihren Problemen und Grenzen, aber auch mit dem, was die Menschen zu bauen imstande ist.

Deshalb sprechen wir politisch organisierten Anarchist:innen von einem noch nie dagewesenen Machtbegriff. Wir verstehen Macht als die HandlungsfĂ€higkeit der Klasse, und deshalb sprechen wir von Macht von unten oder anderen Begriffen, die denselben Gedanken ausdrĂŒcken, dass es die Menschen sind, die den revolutionĂ€ren Prozess und die sozialistische und freiheitliche Gesellschaft, nach der wir uns sehnen, aufbauen mĂŒssen. Dieses Konzept hat nichts mit Staatsmacht zu tun, sondern mit der Möglichkeit, den Staat zu zerstören und die kapitalistische Gesellschaft durch eine neue Gesellschaftsordnung zu ersetzen.

Politische Organisation, Macht von unten und die Überzeugung, dass eine libertĂ€re Gesellschaft nach der Revolution nicht ĂŒber Nacht entstehen wird, sondern nach einem Prozess des Übergangs, in dem verschiedene KrĂ€fte weiterhin ihr eigenes Projekt vorantreiben werden und in dem Anarchist:innen die FĂ€higkeit und Kraft haben mĂŒssen, unsere VorschlĂ€ge zu verankern, sind SchlĂŒsselelemente eines revolutionĂ€ren Prozesses mit einer klaren anarchistischen und antiautoritĂ€ren Ausrichtung.

Wir glauben bescheiden, dass dies einige der Lektionen sind, die uns die Spanische Revolution fĂŒr den organisierten Anarchismus gelehrt hat. Mit dem Aufbau einer neuen Gesellschaft, die – wenn auch nur teilweise, aber bis 1939 – realisiert wurde, gewöhnten sich die Menschen daran, unter den Kollektivierungen zu leben, in manchen FĂ€llen sogar Geld aus ihrem Alltag zu streichen und die Kriegsanstrengungen zu unterstĂŒtzen.

Es sei darauf hingewiesen, dass viele der ĂŒberlebenden Genoss:innen, die in Frankreich Zuflucht suchten und in echten Konzentrationslagern inhaftiert waren, aktiv am Kampf gegen die Nazi-Besatzung des französischen Territoriums teilnahmen und sogar zu den ersten spanischen anarchistischen Aktivist:innen gehörten, die das befreite Paris betraten. Andere Genoss:innen kĂ€mpften spĂ€ter weiter in Lateinamerika und brachten ihre Kampferfahrungen in Organisationen in anderen Teilen der Welt ein. Viele internationalistische KĂ€mpfer nahmen an den Fronten und im Hinterland an den KĂ€mpfen teil, wie SimĂłn Radowitzky, der nach VerbĂŒĂŸung einer langen Haftstrafe in Usuhaia (Argentinien) zum Kampf nach Spanien ging. Wie er kĂ€mpften so viele andere nach der Revolution in ihren jeweiligen LĂ€ndern weiter.

Das Erbe der Spanischen Revolution ist keine tote Vergangenheit, es ist Teil der Geschichte und des Kampfes derer von unten, der Befreiungsprozesse, die unsere Klasse gefĂŒhrt hat und der Sehnsucht nach einem anderen Morgen, fĂŒr das heute gekĂ€mpft wird. In Spanien wurde einiges davon entwickelt, und es ist eine konkrete Erfahrung, die wir unterdrĂŒckten Menschen der Welt studieren und aus denen wir lernen und Schlussfolgerungen ziehen mĂŒssen, die Grenzen sehen, die es gab, aber auch das schöpferische Potential der Menschen in Zeiten der Revolution berĂŒcksichtigen mĂŒssen.

Wir rufen dazu auf, ihr VermĂ€chtnis und ihr Werk fortzufĂŒhren und auch ĂŒber all die Lehren nachzudenken, die uns dieser reiche, historische Prozess hinterlĂ€sst.

Zum 85. Jahrestag der Spanischen Revolution, SALUD!
DER SIEG WIRD VON UNTEN KOMMEN!
ES LEBE DIE SOZIALE REVOLUTION!
HOCH MIT DENEN, DIE KÄMPFEN!

☆ Federación Anarquista de Santiago (FAS) – Chile
☆Alternativa Libertaria/ Federazione dei Comunisti Anarchici (AL/FdCA) – Italien
☆ ΑΜαρχÎčÎșÎź ÎŸÎŒÎżÏƒÏ€ÎżÎœÎŽÎŻÎ± – Anarchist Federation – Griechenland
☆ Aotearoa Workers Solidarity Movement (AWSM) – Aotearoa/Neuseeland
☆ Coordenação Anarquista Brasileira (CAB) – Brasilien
☆ Die Plattform – Anarchakommunistische Organisation – Deutschland
☆ Embat – Organització Llibertària de Catalunya – Katalonien
☆ Federación Anarquista de Rosario (FAR) – Argentinien
☆ Federación Anarquista Uruguaya (FAU) – Uruguay
☆ Grupo Libertario Vía Libre – Kolumbien
☆ Organización Anarquista de Tucumán (OAT) – Argentinien
☆ Union Communiste Libertaire (UCL) – Frankreich
☆ LibertĂ€re Aktion (LA) – Schweiz
☆ Organisation Socialiste Libertaire (OSL) – Schweiz
☆ Organización Anarquista de Córdoba (OAC) – Argentinien
☆ Zabalaza Anarchist Communist Front (ZACF) – SĂŒdafrika




Quelle: Dieplattform.org