Januar 21, 2022
Von Indymedia
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Außerhalb Europas hat der revolutionĂ€re Geist seine historische StĂ€rke mit bewaffneten und organisierten AufstĂ€nden in Chiapas und im Nahen Osten bekrĂ€ftigt, die den Weg fĂŒr die Befreiung des Lebens durch die Selbstorganisation der Menschen an der Basis unter den Bedingungen der Gleichheit und des Kommunitarismus geebnet haben. Aber auch ĂŒberall auf der Welt sehen wir in den letzten Jahrzehnten, dass kĂ€mpferischer Widerstand und AufstĂ€nde als Folge der zunehmenden Gewalt und des Totalitarismus des Kapitalismus ausbrechen.

Lassen wir uns von der schwarzen Widerstandsbewegung in den USA und dem Aufstand in Chile inspirieren. Diese waren Bewegungen von Unten, die sich militanter und aufstĂ€ndischer Strategien bedienten, um die UnterdrĂŒcker und ihre bewaffneten SchlĂ€ger (die Polizei) direkt zu konfrontieren. Die tĂ€glichen Bilder von Barrikaden, brennenden Banken und Angriffen auf Polizisten, die die weltweiten Nachrichten ĂŒberschwemmen, erinnern uns daran, dass die Welt der Machthaber leicht in Flammen aufgehen kann, wenn die Wut der UnterdrĂŒckten einen kollektiven Ausdruck findet.

Und doch sind revolutionĂ€re Praktiken und Ideen in unseren Bewegungen systematisch aufgegeben worden. Unsere KĂ€mpfe werden allzu oft in den liberal-demokratischen Friedhof der Politik eingegliedert, wo der Konsens mit Recht und Ordnung vorherrscht, wodurch unsere Bewegungen auf harmlose Oppositions-/Protestbewegungen reduziert werden. Dies wirkt unweigerlich unserem BedĂŒrfnis, nach tatsĂ€chlicher Selbstorganisation der Menschen als kĂ€mpferische revolutionĂ€re Kraft, entgegen.

Ausgehend von der Überzeugung, dass es notwendig ist, revolutionĂ€re Perspektiven auf internationaler Ebene zu entwickeln, rufen wir zu einer internationalen Kampagne von SolidaritĂ€tsveranstaltungen auf, um innerhalb der breiteren internationalen antistaatlichen, antikapitalistischen Bewegung einen Dialog ĂŒber die Rolle militanter, revolutionĂ€rer Perspektiven in unserem gemeinsamen Kampf fĂŒr die Befreiung all unseres Lebens durch die soziale Revolution zu schaffen.

Da Diskussionen ĂŒber revolutionĂ€re Perspektiven und Ideen nicht umhinkommen können, die revolutionĂ€ren Gefangenen, die diese Ideen in die Praxis umsetzen, in den Mittelpunkt zu stellen, wird unser Beitrag zu dieser Kampagne und zu den Diskussionen der Fall der „RevolutionĂ€ren Selbstverteidigung“ und des inhaftierten revolutionĂ€ren Anarchisten Dimitris Chatzivasileiadis sein, aber auch in erster Linie die schriftlichen VorschlĂ€ge an die Bewegung, die der GefĂ€hrte in seinen veröffentlichten KommuniquĂ©s gemacht hat. Dimitris hat die politische Verantwortung fĂŒr die Fortsetzung des bewaffneten Kampfes auf der Grundlage des Erbes der Stadtguerillagruppe „RevolutionĂ€re Selbstverteidigung“ ĂŒbernommen und verbĂŒĂŸt derzeit eine 16-jĂ€hrige Haftstrafe in Griechenland fĂŒr seinen revolutionĂ€ren Kampf in Griechenland.

Ein kurzer geschichtlicher Abriss des Falles:

„RevolutionĂ€re Selbstverteidigung“ war eine revolutionĂ€re anarchistische Organisation, die von 2014-2017 aktiv war. In dieser Zeit ĂŒbernahm die Organisation die Verantwortung fĂŒr fĂŒnf bewaffnete Angriffe: auf den Sitz der griechischen Partei PASOK, die mexikanische Botschaft in Athen, die französische Botschaft in Athen und zwei Angriffe auf die griechische Bereitschaftspolizei (MAT) vor den BĂŒros der PASOK im Stadtteil Exarchia. Die KommuniquĂ©s der Organisation wurden ins Englische ĂŒbersetzt und können hier und hier nachgelesen werden. (https://athens.indymedia.org/post/1579563/https://athens.indymedia.org/post/1592926/)

Dimitris Chatzivasileiadis ist im Oktober 2019 untergetaucht, nachdem er bei der Enteignung eines staatlichen Kasinos in Athen, Griechenland, verletzt worden war. Nachdem er 18 Monate lang auf der Flucht war, wurde er am Montag, dem 9. August 2021, in Thessaloniki, Griechenland, nach einer Enteignung einer Bank in Pefka verhaftet. Der Prozess ersten Grades fĂŒr die Enteignung im Oktober 2019 und dem Komplex „RevolutionĂ€re Selbstverteidigung“ fand im MĂ€rz 2020 statt. Der Staat verurteilte Dimitris wegen Beteiligung an der Organisation zu 16 Jahren, ebenso wie den GefĂ€hrten Vagelis Stathopoulos, weil er sich mit Dimitris solidarisierte, indem er ihm nach seiner Verletzung beistand. Der Anarchist Stathopoulos wurde zu 19 Jahren verurteilt, als Rache fĂŒr seine unerschĂŒtterliche SolidaritĂ€tshaltung, aber auch fĂŒr seine Beteiligung an der anarchistischen Bewegung und seine frĂŒhere Verurteilung fĂŒr die Guerillaorganisation „RevolutionĂ€rer Kampf“. Der Prozess gegen die beiden Anarchisten wurde fĂŒr Februar 2022 angesetzt.

Seit seiner Verhaftung ist Chatzivasileiadis, wie alle Gefangenen, der blanken Straf- und Rachegewalt der Behörden ausgesetzt. Mit dieser Kampagne rufen wir die GefĂ€hrt*innen weltweit auf, sich mit diesem revolutionĂ€ren KĂ€mpfer zu solidarisieren, der alles fĂŒr den Kampf um unsere kollektive Befreiung von der sinnlosen FĂ€ulnis des bĂŒrgerlichen Staates und der Vorherrschaft des globalen Kapitalismus gegeben hat. WĂ€hrend seiner Zeit in der IllegalitĂ€t, aber auch seit seiner Verhaftung, hat der GefĂ€hrte durch die Veröffentlichung seiner Rede in den Medien der Bewegung voll am offenen politischen Dialog der Bewegung teilgenommen. Mit diesen geschriebenen Worten stellt der GefĂ€hrte der Bewegung entscheidende Fragen zu ihrer historischen Verantwortung angesichts der zunehmenden Gewalt des Kapitalismus und ruft zum offenen Dialog und zur revolutionĂ€ren Organisation der sozialen Basis auf internationaler Ebene auf. Mit dieser Kampagne wollen wir zu diesem Dialog beitragen, indem wir die VorschlĂ€ge der GefĂ€hrt*innen vorstellen und so unsere globalen Verbindungen, aber auch unser Engagement fĂŒr den Kampf stĂ€rken und Ideen darĂŒber austauschen, wie wir uns heute effektiv organisieren können.

Stehen wir Seite an Seite mit dem GefĂ€hrten, indem wir eine internationale Bewegung der SolidaritĂ€t und Selbstverteidigung der Prinzipien und Strategien des revolutionĂ€ren Anarchismus aufbauen. Lasst uns aus den Erfahrungen des Falles der „RevolutionĂ€ren Selbstverteidigung“ lernen und die Möglichkeiten revolutionĂ€rer Taktiken und Strategien und ihre Rolle in unseren KĂ€mpfen fĂŒr die soziale Revolution und die Befreiung allen Lebens diskutieren.

Wer Interesse hat, sich an der Kampagne zu beteiligen, indem er eine SolidaritĂ€tsveranstaltung mit Diskussionen ĂŒber die VorschlĂ€ge des gefangenen GefĂ€hrten Dimitris Chatzivasileiadis im Rahmen der notwendigen Diskussion ĂŒber internationale Perspektiven revolutionĂ€rer Strategien und Praktiken organisiert, schicke uns eine E-Mail an revoltintcampaign@systemli.org

1. Hier sind die Links zu den Veröffentlichungen des GefĂ€hrten aufgefĂŒhrt, die fĂŒr die Diskussion, die wir anstoßen wollen, am relevantesten sind, und die ins Englische ĂŒbersetzt wurden. Beginnend mit der veröffentlichten BroschĂŒre „Antimilitarismus und revolutionĂ€rer Anarchismus“ (https://athens.indymedia.org/post/1606583/), in der die aktiven VorschlĂ€ge des GefĂ€hrten analytisch dargelegt werden. Dieser Text liegt derzeit nur auf Griechisch vor, wird aber zu gegebener Zeit von uns ĂŒbersetzt und gedruckt werden. Gedruckte BroschĂŒren dieses Textes auf Griechisch können auf Anfrage von uns verteilt werden. Weitere Texte, die auf Englisch verfĂŒgbar sind und die Positionen des GefĂ€hrten skizzieren, sind „Debriefing and Propositional Statement of comrade Dimitris Chatzivasileiadis to the comrades“ (https://athens.indymedia.org/post/1606087/) und „Response to the Week of Revenge for comrade Michael Forest Reinoehl, who was murdered by government order“ (https://athens.indymedia.org/post/1609173/)




Quelle: De.indymedia.org