November 21, 2020
Von FAU Hamburg
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Solidarisch mit den ehemaligen Textilarbeiter*innen von Dragon Sweater und gegen den Konsumwahn!

Dieser Aufruf wurde von der FAU und IWW in Hamburg, in Progress Braunschweig sowie der Arbeitsgruppe Asien der Internationalen Konföderation der Arbeiter*innen (IKA) initiiert. Er ist auch auf Englisch hier zu finden.

Am 27.11.2020 ist der sogenannte Black Friday. Massen strömen in GeschÀfte, um sich u.a. mit neuen Klamotten einzudecken. Auch mit Klamotten, die aus der Fabrik von Dragon Sweater in Dhaka (Bangladesch) stammen.

Bereits im MĂ€rz haben Textilarbeiter*innen von Imperial Sweater und Dragon Sweater, von einem Tag auf den nĂ€chsten ihre Jobs verloren. Aber damit nicht genug, eine Abfindung – die ihnen gesetzlich zusteht – haben sie nie bekommen. Auch zahlreiche Überstunden aus der Zeit davor bleiben bis heute unbezahlt.
Seit Monaten gehen die Betroffenen regelmĂ€ĂŸig auf die Straße, um fĂŒr ihre Rechte zu kĂ€mpfen. Eine Vereinbarung, die der Fabrikbesitzer mit den Arbeiter*innen im Oktober abgeschlossen hat, wurde gebrochen und am Ende zahlte der Besitzer keinen Cent. 

Die beiden Fabriken der Dragon Group haben unter anderem Walmart, Lidl und NewYorker beliefert. Trotz weltweiter Proteste haben die Unternehmen keine Verantwortung ĂŒbernommen. Wir fordern, dass sie öffentlich ankĂŒndigen, keine AuftrĂ€ge mehr an die Dragon Group zu vergeben, solange diese die Arbeiter*innen nicht ausbezahlt hat. Trotz zahlreicher Nachfragen der FAU, IWW oder IKA und Anfragen der Presse hat es kein solches Statement von NewYorker gegeben.

Deshalb: Lasst uns den „Black Friday“ nutzen, um den Konsumwahn zu stören und den Kampf der Textilarbeiter*innen weiter zu unterstĂŒtzen. Mit dezentralen Aktionen fordern wir einmal mehr, ein solches Vorgehen von Textilfabriken zu verurteilen und als Marke entsprechende Konsequenzen zu ziehen – nicht nur in Bezug auf die Dragon Group. Denn nicht nur dort haben tausende Arbeiter*innen plötzlich ihre Arbeit verloren – auch in Sri Lanka, Myanmar, Indien und Kambodscha steht Union Busting auf der Tagesordnung. Um die jeweiligen ArbeitskĂ€mpfe vor Ort zu unterstĂŒtzen, mĂŒssen wir – sowohl als Konsument*innen als auch als Arbeitnehmer*innen – solidarisch sein und zeigen, dass wir Ausbeutung weder im Einzelhandel noch in der Produktion akzeptieren.

Also, tut euch vor Ort zusammen und stellt eine Aktion vor der nĂ€chsten New Yorker, Lidl oder Walmart Filiale fĂŒr den 27. November 2020 auf die Beine!

Um eure geplanten Aktionen anzukĂŒndigen und Berichte einzureichen, schickt eine Email an asia@icl-cit.org! Alle Informationen werden mit dem Garment Workers‘ Trade Union Center (GWTUC) vor Ort in Dhaka geteilt.

PS: Wir möchten an dieser Stelle noch auf unsere Spendenkampagne hinweisen, mit welcher die Textilarbeiter*innen vor Ort ganz praktisch unterstĂŒtzt werden!


Ein Video wurde erstellt, welches die Aktionen im Rahmen des Globalen Soli-Monats etwas zusammenfasst:




Quelle: Hamburg.fau.org