Mai 28, 2021
Von Antifra
317 ansichten


Der Pro­zess zur mör­de­ri­schen Mes­ser­at­ta­cke in Dres­den im Okto­ber 2020: Drit­ter Tag im Ver­fah­ren gegen den ísla­mis­ti­schen Atten­tä­ter vor dem OLG Dresden

Nach¬≠dem der Pro¬≠zess¬≠tag am 19. April als Reser¬≠ve¬≠tag aus¬≠ge¬≠fal¬≠len war, steht der drit¬≠te Pro¬≠zess¬≠tag im Zei¬≠chen des sozia¬≠len und the¬≠ra¬≠peu¬≠ti¬≠schen Umfelds des Beschul¬≠dig¬≠ten Abdul¬≠lah Al‚ÄĎH.

F√ľnf Zeug:innen sind an die¬≠sem dri¬≠ten Pro¬≠zess¬≠tag, am 22. April, befragt, n√§m¬≠lich eine Mit¬≠ar¬≠bei¬≠te¬≠rin des Vio¬≠lence Pre¬≠ven¬≠ti¬≠on Net¬≠works (VPN), ein ehe¬≠ma¬≠li¬≠ger Mit¬≠ge¬≠fan¬≠ge¬≠ner von Al‚ÄĎH., eine Beam¬≠tin der Jugend¬≠straf¬≠voll¬≠zugs¬≠an¬≠stalt (JSA) Regis-Breit¬≠in¬≠gen, die dem Ange¬≠klag¬≠ten √§sthe¬≠ti¬≠sche Erzie¬≠hungs- und Bil¬≠dungs¬≠an¬≠ge¬≠bo¬≠te mach¬≠te, die Gef√§ng¬≠nis¬≠psy¬≠cho¬≠lo¬≠gin und ein Gefl√ľch¬≠te¬≠ten¬≠hel¬≠fer aus Dres¬≠den, der Al‚ÄĎH. √ľber den Kon¬≠takt zu des¬≠sen Cou¬≠sin kann¬≠te. Zwei gela¬≠de¬≠ne Zeu¬≠gen, ehe¬≠ma¬≠li¬≠ge Mit¬≠h√§ft¬≠lin¬≠ge in der JSA Regis-Breit¬≠in¬≠gen, blie¬≠ben unent¬≠schul¬≠digt fern. Ihnen wird ein Ord¬≠nungs¬≠geld auferlegt.

Unvoreingenommen klientenzentriert

Als ers¬≠te Zeu¬≠gin h√∂rt das Gericht Jana A., eine Sozi¬≠al¬≠ar¬≠bei¬≠te¬≠rin des Vio¬≠lence Pre¬≠ven¬≠ti¬≠on Net¬≠works, die dort inzwi¬≠schen nicht mehr arbei¬≠tet. Ziel der Ladung ist es zum einen in Erfah¬≠rung zu brin¬≠gen, wie das VPN den Beschul¬≠dig¬≠ten wahr¬≠ge¬≠nom¬≠men und ein¬≠ge¬≠ord¬≠net hat. Zum ande¬≠ren steht die Fra¬≠ge im Raum, war¬≠um es trotz inten¬≠si¬≠ver √úber¬≠wa¬≠chung und Ein¬≠bin¬≠dung in sozia¬≠le Pro¬≠jek¬≠te ‚Äď wie VPN ‚Äď zu der Tat hat kom¬≠men k√∂n¬≠nen. Die inzwi¬≠schen als Unter¬≠neh¬≠men ein¬≠ge¬≠tra¬≠ge¬≠ne Orga¬≠ni¬≠sa¬≠ti¬≠on schreibt sich auf die Fah¬≠ne, Demo¬≠bi¬≠li¬≠sie¬≠rungs- und Dera¬≠di¬≠ka¬≠li¬≠sie¬≠rungs¬≠ar¬≠beit zu betrei¬≠ben. Dabei arbei¬≠tet sie mit dem Kon¬≠zept eines kli¬≠en¬≠ten¬≠zen¬≠trier¬≠ten Ansat¬≠zes, in dem die Mitarbeiter:innen m√∂g¬≠lichst unvor¬≠ein¬≠ge¬≠nom¬≠men in die Bera¬≠tungs¬≠ge¬≠spr√§¬≠che gehen. Die nicht unum¬≠strit¬≠te¬≠ne Grund¬≠an¬≠nah¬≠me ist, dass jeder Radi¬≠ka¬≠li¬≠sie¬≠rung ein wie auch immer bestimm¬≠ter Schmerz vor¬≠aus¬≠geht und dass die ent¬≠spre¬≠chen¬≠de Ideo¬≠lo¬≠gie Halt bietet.

VPN hat¬≠te Al‚ÄĎH. von Herbst 2018 bis kurz vor sei¬≠ner Ver¬≠haf¬≠tung betreut. Das letz¬≠te Tref¬≠fen fand noch am 19. Okto¬≠ber 2020 statt. Im Jahr 2018 war VPN vom LKA ange¬≠fragt wor¬≠den, ob es den Fall betreu¬≠en k√∂nne.

Die Zeu¬≠gin Jana A. hat¬≠te ihre Abschluss¬≠ar¬≠beit √ľber sala¬≠fis¬≠ti¬≠sche Jugend¬≠li¬≠che und ihre ‚ÄěRadi¬≠ka¬≠li¬≠sie¬≠rungs¬≠pfa¬≠de‚Äú geschrie¬≠ben. Dar¬≠√ľber hin¬≠aus sam¬≠mel¬≠te sie durch VPN Erfah¬≠run¬≠gen mit jugend¬≠li¬≠chen Isla¬≠mis¬≠tIn¬≠nen. Sie war f√ľr die ers¬≠te Kon¬≠takt¬≠auf¬≠nah¬≠me mit Al‚ÄĎH. zust√§n¬≠dig und stand ab Herbst 2018 in Kon¬≠takt mit ihm. Zu dem Zeit¬≠punkt sa√ü Al‚ÄĎH. bereits in Unter¬≠su¬≠chungs¬≠haft, da er ver¬≠d√§ch¬≠tigt wur¬≠de, eine schwe¬≠re staats¬≠ge¬≠f√§hr¬≠den¬≠de Straf¬≠tat geplant zu haben und f√ľr die aus¬≠l√§n¬≠di¬≠sche ter¬≠ro¬≠ris¬≠ti¬≠sche Ver¬≠ei¬≠ni¬≠gung Isla¬≠mi¬≠scher Staat (IS) gewor¬≠ben zu haben.

VPN habe im Sin¬≠ne eines Bezie¬≠hungs¬≠auf¬≠baus ver¬≠sucht, jede Woche mit ihm zu spre¬≠chen, was jedoch unter¬≠bro¬≠chen wur¬≠de, da die zust√§n¬≠di¬≠ge Mit¬≠ar¬≠bei¬≠te¬≠rin schlie√ü¬≠lich nicht mehr f√ľr VPN arbei¬≠te¬≠te. Dar¬≠√ľber hin¬≠aus wur¬≠de der Ange¬≠klag¬≠te nach wie¬≠der¬≠hol¬≠ten Angrif¬≠fen auf W√§r¬≠ter zwi¬≠schen¬≠durch in Abson¬≠de¬≠rung unter¬≠ge¬≠bracht, sodass in jenem Zeit¬≠raum kei¬≠ne Gespr√§¬≠che m√∂g¬≠lich waren.

Die Zeu¬≠gin wird zun√§chst zum Kon¬≠zept des VPN befragt. Jana A. hat¬≠te die ers¬≠ten Schrit¬≠te beglei¬≠tet, in denen es dar¬≠um gegan¬≠gen sei, Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen √ľber Leben, Per¬≠spek¬≠ti¬≠ven und Erfah¬≠run¬≠gen des Beschul¬≠dig¬≠ten zu sam¬≠meln. Die Zeu¬≠gin beschreibt den Ange¬≠klag¬≠ten als offen und inter¬≠es¬≠siert, den Mitarbeiter:innen freund¬≠lich zuge¬≠wandt. Ihrer Ein¬≠sch√§t¬≠zung nach habe er sich gefreut, mit Men¬≠schen ‚Äúauf einer nor¬≠ma¬≠len Ebe¬≠ne‚ÄĚ spre¬≠chen zu k√∂n¬≠nen. Zu dem Zeit¬≠punkt war er gera¬≠de voll¬≠j√§h¬≠rig gewor¬≠den. Ihr Ein¬≠druck war, dass er iso¬≠liert leb¬≠te und stark unter Ein¬≠sam¬≠keit litt. Zudem sei auch die Flucht noch sehr pr√§¬≠gend in sei¬≠nem Ged√§cht¬≠nis gewe¬≠sen. Er habe eine kind¬≠li¬≠che Sei¬≠te, die damit zusam¬≠men¬≠hin¬≠ge, dass er sehr jung war, als er fl√ľch¬≠te¬≠te. Gleich¬≠zeitg habe er fr√ľh erwach¬≠sen wer¬≠den m√ľs¬≠sen, was zu Kon¬≠flik¬≠ten gef√ľhrt habe.

In den Gespr√§chen sei es vor allem um seine Schuld- und Schamgef√ľhle und seine Vorstellung von Religion gegangen. Die Tatvorw√ľrfe habe sie im Sinne des Vertrauensaufbaus ausgespart. Auch Themen wie Liebe und S√ľnde wurden behandelt, das VPN sei w√§hrend A.s Zeit dort jedoch noch nicht in die Tiefe gegangen, da das Kennenlernen zun√§chst im Vordergrund gestanden habe. Die Zeugin berichtet weiterhin, dass sich Al‚ÄĎH. nur schlecht mit verschiedenen Str√∂mungen innerhalb des Islam ausgekannt habe.

Gefängniskontakte

Als zwei¬≠ter Zeu¬≠ge ist Mus¬≠ta¬≠fa W. gela¬≠den, ein afgha¬≠ni¬≠scher Gefl√ľch¬≠te¬≠ter. Er war zusam¬≠men mit Al‚ÄĎH. in der JSA Regis-Breit¬≠in¬≠gen inhaf¬≠tiert und sa√ü zwei Jah¬≠re und sechs Mona¬≠te in Haft, bis er im Novem¬≠ber frei kam. Obwohl der gela¬≠de¬≠ne Zeu¬≠ge Deutsch spricht und ver¬≠steht und auch immer wie¬≠der ins Deut¬≠sche wech¬≠selt, wird er wie¬≠der¬≠holt auf¬≠ge¬≠for¬≠dert, afgha¬≠nisch zu spre¬≠chen und den Dol¬≠met¬≠scher √ľber¬≠set¬≠zen zu las¬≠sen. W. ken¬≠ne den Ange¬≠klag¬≠ten seit acht oder neun Jah¬≠ren aus der JSA. Bei der Befra¬≠gung ist vor allem von Inter¬≠es¬≠se, wie er den Ange¬≠klag¬≠ten ken¬≠nen¬≠lern¬≠te und wor¬≠√ľber sie in der Haft gespro¬≠chen hat¬≠ten. Dabei wird auch die Fra¬≠ge nach der isla¬≠mis¬≠ti¬≠schen Ein¬≠stel¬≠lung des Beschul¬≠dig¬≠ten thematisiert.

Der Zeu¬≠ge best√§¬≠tigt, dass sie √ľber die¬≠se gespro¬≠chen h√§t¬≠ten. Er selbst habe nichts davon wis¬≠sen wol¬≠len, Al‚ÄĎH. habe das The¬≠ma aber immer wie¬≠der auf¬≠ge¬≠bracht. √úber W√§r¬≠ter habe er mit¬≠be¬≠kom¬≠men, dass der Ange¬≠klag¬≠te als Gef√§hr¬≠der ein¬≠ge¬≠stuft war. Auch habe Al‚ÄĎH. ihm erz√§hlt, dass er sich f√ľr den Isla¬≠mi¬≠schen Staat inter¬≠es¬≠sie¬≠re und wis¬≠sen wol¬≠le, wie man einen Bom¬≠ben¬≠an¬≠schlag plant und vor¬≠be¬≠rei¬≠tet. Auf Nach¬≠fra¬≠ge stellt er klar, dass er dies aber nur von ande¬≠ren H√§ft¬≠lin¬≠gen geh√∂rt habe. Der Zeu¬≠ge ist deut¬≠lich dar¬≠um bem√ľht, sich von der Tat Al‚ÄĎH.s zu distanzieren.

Bian¬≠ca K. ist Mit¬≠ar¬≠bei¬≠te¬≠rin des sozia¬≠len Diens¬≠tes der JSA Regis-Breit¬≠in¬≠gen. Sie arbei¬≠te¬≠te mit dem Ange¬≠klag¬≠ten in klei¬≠nen Grup¬≠pen, in denen sie √§sthe¬≠ti¬≠sche Erzie¬≠hungs- und Bil¬≠dungs¬≠an¬≠ge¬≠bo¬≠te mach¬≠te. In den Sit¬≠zun¬≠gen gehe es dar¬≠um, mit den jugend¬≠li¬≠chen H√§ft¬≠lin¬≠gen Abs¬≠trak¬≠tio¬≠nen, Grup¬≠pen¬≠ver¬≠hal¬≠ten und ‚ÄĎdyna¬≠mik zu trai¬≠nie¬≠ren, indem daf√ľr trotz Sprach¬≠bar¬≠rie¬≠ren Aus¬≠drucks¬≠for¬≠men gefun¬≠den wer¬≠den. Die Grup¬≠pen bestehen etwa aus 4 ‚ÄĒ 6 Jugend¬≠li¬≠chen, die ein Mal pro Woche f√ľr zwei Stun¬≠den zusam¬≠men¬≠kom¬≠men. In der zwei¬≠ten von ins¬≠ge¬≠samt drei Stu¬≠fen gehe es um Sta¬≠bi¬≠li¬≠sie¬≠rung. Dar¬≠in w√ľr¬≠den mit¬≠tels einer Pro¬≠jekt¬≠ar¬≠beit Sozia¬≠li¬≠sa¬≠ti¬≠ons¬≠pro¬≠zes¬≠se durchgearbeitet.

‚ÄěB√∂se‚Äú

Die Zeu¬≠gin berich¬≠tet, dass Al‚ÄĎH. stets h√∂f¬≠lich gewe¬≠sen sei und nie gefehlt habe. Auch in ihrer Arbeit kam es zwi¬≠schen¬≠zeit¬≠lich zum Bezie¬≠hungs¬≠ab¬≠bruch, da der Ange¬≠klag¬≠te nach einem Angriff auf einen JSA-Beam¬≠ten in Iso¬≠la¬≠ti¬≠on kam. Die Abson¬≠de¬≠rung dau¬≠er¬≠te unge¬≠w√∂hn¬≠lich lan¬≠ge, sodass eine kon¬≠ti¬≠nu¬≠ier¬≠li¬≠che Arbeit nicht wei¬≠ter m√∂g¬≠lich war. Zudem schil¬≠dert Bian¬≠ca K. eine beson¬≠de¬≠re Situa¬≠ti¬≠on, in der Al‚ÄĎH. die Auf¬≠ga¬≠be hat¬≠te, mit¬≠tels Foto¬≠gra¬≠fie sei¬≠ne eige¬≠nen Gef√ľh¬≠le und den Gef√ľhls¬≠aus¬≠druck im Bild zu erkun¬≠den: Er soll¬≠te sich ein Gef√ľhl aus¬≠su¬≠chen, mit dem er sich abbil¬≠den wol¬≠le. Er habe sich f√ľr ‚Äěb√∂se‚Äú ent¬≠schie¬≠den, war aber von der √úbung frus¬≠triert, da er es nicht geschafft habe, sich so b√∂se dar¬≠zu¬≠stel¬≠len, wie er es emp¬≠fun¬≠den habe.

Wei¬≠ter sagt die Gef√§ng¬≠nis¬≠psy¬≠cho¬≠lo¬≠gin Maren G. aus. Sie betreu¬≠te den Ange¬≠klag¬≠ten ab Febru¬≠ar 2019 bis zu sei¬≠ner Haft¬≠ent¬≠las¬≠sung im Sep¬≠tem¬≠ber 2020. Ihr gegen¬≠√ľber habe Al‚ÄĎH. sich nach und nach ge√∂ff¬≠net. Dabei kamen auch inten¬≠si¬≠ve Gespr√§¬≠che √ľber sei¬≠ne Reli¬≠gio¬≠si¬≠t√§t zustan¬≠de, √ľber Ge- und Ver¬≠bo¬≠te. An zen¬≠tra¬≠ler Stel¬≠le habe immer wie¬≠der die Angst gestan¬≠den, kein guter Mus¬≠lim zu sein und nicht streng genug an den Gebo¬≠ten sei¬≠nes Glau¬≠bens fest¬≠zu¬≠hal¬≠ten. Er habe stets das Gef√ľhl zu s√ľn¬≠di¬≠gen, ins¬≠be¬≠son¬≠de¬≠re in einem mehr¬≠heit¬≠lich nicht-mus¬≠li¬≠mi¬≠schen Land. So habe er sich gefragt, ob Musik h√∂ren, Alko¬≠hol trin¬≠ken, Frau¬≠en anse¬≠hen und Selbst¬≠be¬≠frie¬≠di¬≠gung S√ľn¬≠de sei¬≠en. Ins¬≠be¬≠son¬≠de¬≠re die Ona¬≠nie habe dabei eine wich¬≠ti¬≠ge Rol¬≠le gespielt und immer wie¬≠der f√ľr Kon¬≠flik¬≠te gesorgt. Dass sich die Psy¬≠cho¬≠lo¬≠gin nicht in der Lage gese¬≠hen habe, dies wei¬≠ter mit ihm zu bespre¬≠chen, f√ľhrt zu kri¬≠ti¬≠schen Nach¬≠fra¬≠gen des psych¬≠ia¬≠tri¬≠schen Gut¬≠ach¬≠ters, Nor¬≠bert Ley¬≠graf, die G. nicht recht beant¬≠wor¬≠ten kann.

Porno und Islam

Gegen¬≠√ľber der Psy¬≠cho¬≠lo¬≠gin habe er sich auch dahin¬≠ge¬≠hend ge√§u¬≠√üert, dass man Ungl√§u¬≠bi¬≠ge t√∂ten sol¬≠le. Er habe davon gespro¬≠chen, dass man ihnen den Kopf abschnei¬≠den sol¬≠le. Das sei erst im Ver¬≠lauf sei¬≠ner Haft gekom¬≠men, als er nach und nach auch sei¬≠ne Zustim¬≠mung zum Isla¬≠mis¬≠mus des IS kund¬≠tat. Dabei war er nach eige¬≠nen Anga¬≠ben vor dem IS aus Syri¬≠en geflo¬≠hen, da IS-Mit¬≠glie¬≠der sein Han¬≠dy beschlag¬≠nahmt hat¬≠ten, auf dem unter ande¬≠rem por¬≠no¬≠gra¬≠phi¬≠sche Bil¬≠der gespei¬≠chert waren. Auch sei er f√ľr Rau¬≠chen vom IS bestraft wor¬≠den. In der ers¬≠ten Haft¬≠zeit habe er sich zuneh¬≠mend radi¬≠ka¬≠li¬≠siert und in der Fol¬≠ge dem IS zuge¬≠wandt. In Dres¬≠den, als er allei¬≠ne gewohnt habe, soll er sich vie¬≠le Pro¬≠pa¬≠gan¬≠da¬≠vi¬≠de¬≠os des IS ange¬≠schaut haben. Dabei soll auch die Abschie¬≠be¬≠dro¬≠hung eine Rol¬≠le gespielt haben, denn er habe laut Psy¬≠cho¬≠lo¬≠gin zuneh¬≠mend unter der Per¬≠spek¬≠tiv¬≠lo¬≠sig¬≠keit und den nega¬≠ti¬≠ven Gef√ľh¬≠len gelit¬≠ten. Dabei beschreibt sie den Ange¬≠klag¬≠ten als lust¬≠ori¬≠en¬≠tiert und hedo¬≠nis¬≠tisch, was aber zuneh¬≠mend mit sei¬≠ner Reli¬≠gio¬≠si¬≠t√§t in Kon¬≠flikt gera¬≠ten sei.

Im Juli 2020 wur¬≠de auf einem Tref¬≠fen, unter ande¬≠rem mit dem LKA fest¬≠ge¬≠hal¬≠ten, dass Al‚ÄĎH. ein gef√§hr¬≠li¬≠cher und gefes¬≠tig¬≠ter Isla¬≠mist sei. Das LKA orga¬≠ni¬≠sier¬≠te eben¬≠falls ein Tele¬≠fo¬≠nat mit der Mut¬≠ter. Es scheint also, dass die Sicher¬≠heits¬≠be¬≠h√∂r¬≠den auch in die¬≠ser Rich¬≠tung ermit¬≠tel¬≠ten. Zudem arran¬≠gier¬≠ten sie ein Tref¬≠fen mit Fate¬≠ma A.-M., die im Jahr 2019 ver¬≠ur¬≠teilt wor¬≠den war, da sie Al‚ÄĎH. f√ľr den IS gewor¬≠ben hat¬≠te. Al‚ÄĎH. hat¬≠te ange¬≠ge¬≠ben, dass er die kriegs¬≠ver¬≠sehr¬≠te Isla¬≠mis¬≠tin habe hei¬≠ra¬≠ten wol¬≠len. Zum Zeit¬≠punkt des Tref¬≠fens soll sie ver¬≠hei¬≠ra¬≠tet gewe¬≠sen sein und Kin¬≠der gehabt haben. Auch habe sie sich vom IS abge¬≠wen¬≠det. Al‚ÄĎH. sei von die¬≠ser Abkehr sicht¬≠lich ent¬≠t√§uscht gewe¬≠sen und beschimpf¬≠te sie in Gespr√§¬≠chen mit der Psychologin.

Als letz¬≠ter Zeu¬≠ge sagt Mat¬≠thi¬≠as L. aus. Die¬≠ser war im Rah¬≠men der Fl√ľcht¬≠lings¬≠hil¬≠fe im Jahr 2016 mit dem Ange¬≠klag¬≠ten in Kon¬≠takt gekom¬≠men. Er hat¬≠te zun√§chst dem Cou¬≠sin des Ange¬≠klag¬≠ten, J., gehol¬≠fen. Die¬≠ser habe dann Al‚ÄĎH. gele¬≠gent¬≠lich mit¬≠ge¬≠bracht. Sie h√§t¬≠ten sich √∂fter zuhau¬≠se getrof¬≠fen und gere¬≠det. Dabei scheint der inzwi¬≠schen 55-J√§h¬≠ri¬≠ge wenig von den bei¬≠den erfah¬≠ren zu haben. Er zeigt aber deut¬≠li¬≠che Sym¬≠pa¬≠thien f√ľr J. sowie Anti¬≠pa¬≠thien gegen¬≠√ľber Al‚ÄĎH. Ob aus Schutz¬≠hal¬≠tung oder nicht, betont er vor Gericht immer wie¬≠der, dass er nicht gewusst habe, was im Kopf des Ange¬≠klag¬≠ten vor sich gehe. Sie h√§t¬≠ten sich auch hin und wie¬≠der im Schre¬≠ber¬≠gar¬≠ten getrof¬≠fen, um Kaf¬≠fee zu trin¬≠ken. Am 10. Novem¬≠ber 2017 hat¬≠te er Al‚ÄĎH. in der Haft besucht. Auch am 10. Okto¬≠ber 2020, also sechs Tage nach der Tat, sei der Ange¬≠klag¬≠te noch ein¬≠mal in den Schre¬≠ber¬≠gar¬≠ten gekom¬≠men. Dabei sei L. aber nichts Beson¬≠de¬≠res an ihm aufgefallen.




Quelle: Antifra.blog.rosalux.de