November 16, 2021
Von Soligruppe FĂŒr Gefangene
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Quelle: Round Robin, die Übersetzung ist von uns


Op. Sibilla – „GeschwĂ€tz und Abzeichen“, SolidaritĂ€tsbekundung

Am 12.11.2021 veröffentlicht

Das demokratische System ist das beste System, in dem man leben möchte: Es garantiert alle Freiheiten. Nehmen wir zum Beispiel die Presse- und Meinungsfreiheit: In einer Demokratie kann man alles sagen und drucken, solange es das demokratische System zulÀsst, dass man es sagt und druckt.

Einer der grĂ¶ĂŸten Garanten fĂŒr diese Freiheiten ist die StaatsanwĂ€ltin Manuela Comodi von der Staatsanwaltschaft Perugia, die in einer brillanten Polizeiaktion ihre Wachhunde – die Carabinieri der ROS – losgeschickt hat, um die Wohnungen zahlreicher Anarchisten und Anarchistinnen in Italien zu durchsuchen, und zwar auf der Suche nach anarchistischen Publikationen! Um ehrlich zu sein, war es gar nicht so schwierig: Es war ein bisschen so, als wĂŒrde man im Haus eines Philosophen nach philosophischen Texten suchen oder in der Garage eines Malers nach Pinseln


In der Tat suchte dieser feine Bluthund des demokratischen Staates nicht nach anarchistischen Publikationen im Allgemeinen, sondern nach einer Zeitung im Besonderen, Vetriolo, in der unter anderem von der Notwendigkeit und Richtigkeit des Angriffs der Anarchisten und Anarchistinnen auf die Herrschaft und damit auf die Menschen und Dinge, die dessen direkte Emanation sind, die Rede ist. Es ist ein Diskurs, den viele Anarchisten und Anarchistinnen in Wirklichkeit seit etwa eineinhalb Jahrhunderten in ihren Publikationen und in ihrem Leben fĂŒhren. Wie können wir uns ĂŒber den Rest wundern? Was kann man sonst noch tun, um der Ausbeutung ein Ende zu setzen, die die Bosse, die Staaten, die Ökonomen und der hĂ€sslichen Gesellschaft jahrhundertelang gegenĂŒber denjenigen betrieben haben, die von jeglicher Form eines menschenwĂŒrdigen Lebens ausgeschlossen waren? Was kann man sonst tun, um Kriege, die Ausbeutung des Planeten, das Leiden von Mensch und Tier, tödliche Projekte wie die Atomkraft, die Verwandlung des Menschen in eine Maschine und zahllose andere Probleme, fĂŒr die der Staat, die Wirtschaft, die Industrie und die Technologie verantwortlich sind, zu beenden, wenn man nicht die Dinge und Menschen angreift, die direkt dafĂŒr verantwortlich sind? Dies ist in erster Linie eine ethische Frage, die wir absolut teilen.

Und nicht nur wir. Es ist ein einfacher Diskurs, den viele Menschen tief in ihrem Herzen teilen; wenn sie bei der Arbeit oder in ihren KneipengesprĂ€chen sagen, dass bestimmte Leute, die fĂŒr ihre schlechten Lebensbedingungen und ihre Ausbeutung verantwortlich sind, getötet werden sollten, oder dass das Parlament in die Luft gesprengt werden sollte, wenn sie alle drinnen sind, weil es nur eine Höhle von Parasiten mit NabobgehĂ€ltern ist, wĂ€hrend draußen viele vor Hunger sterben. NatĂŒrlich sind das oft nur KneipengesprĂ€che, die von einem Ausbruch aus der Wut ĂŒber ein unglĂŒckliches Leben getragen werden, wĂ€hrend Anarchisten und Anarchistinnen manchmal wirklich die Waffen gegen die oder das erheben, was sie als Feind betrachten.

Und dennoch, der verdrehten Logik dieses öffentlichen Ministeriums folgend, werden vielleicht eines Tages Ermittlungen gegen diejenigen eingeleitet, die dieses KneipengesprĂ€ch fĂŒhren, und wir sind sicher, dass bei den Durchsuchungen Hunderte von Kaffeetassen in ihren Wohnungen gefunden werden – als Beweis fĂŒr ihren kriminellen Plan


Es wĂ€re doch gelacht, wenn ein bereits inhaftierter GefĂ€hrte nicht einen weiteren Haftbefehl erhalten hĂ€tte und nicht ein weiterer Hausarrest und vier Aufenthaltsverpflichtungen angeordnet worden wĂ€ren. Unsere SolidaritĂ€t gilt ihnen, ohne dass sie schikaniert werden, und in der Überzeugung, dass wir weiterhin das sagen und tun mĂŒssen, was wir immer gesagt haben.

Die Freiheit, von der wir trÀumen, ist am Ende da.

Auf Wiedersehen, schönes Lugano.

Quelle: disorder.noblogs.org




Quelle: Panopticon.blackblogs.org