Januar 14, 2022
Von Die Plattform Trier
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Lange nichts mehr von uns gehört, wa? Ja wir waren recht still was unsere AktivitĂ€ten der letzten Monate angeht – dafĂŒr entschuldigen wir uns. Das Berichte schreiben, Bilder zusammenstellen und hochladen hatte bei uns in letzter Zeit ein wenig an PrioritĂ€t verloren. Um euch trotzdem einen Einblick auf unsere Aktionen der letzten Zeit geben zu können, haben wir – etwas verspĂ€tet – mal einen kurzen chronologischen JahresrĂŒckblick zusammen gestellt. (NĂ€chstes Jahr werden wir definitiv regelmĂ€ĂŸiger Berichte veröffentlichen, versprochen!) 

27.02. Beteiligung an Antifa Demo gegen NPD

Ende Februar haben sich nach Jahren der Stille erstmals die FackeltrĂ€ger der NPD Kleinstfraktion wieder auf die Straße getraut, nur um gerade mal ein dreiviertel Jahr nach dem Erstarken der antirassistischen Bewegung rund um Black Lives Matter und dem Mord an George Floyd ihren verkorksten Opferkomplex rauszuschreien. Unter dem Motto ‚White Lives Matter‘ liefen rund 20 Faschos mit ihren fast schon angewachsenen Fackeln in der Hand durch die Karl Marx Straße, um einem Mord in Trier zu ‚gedenken‘. Der Mord an einer weißen Frau, der zwar nichts mit ihrer Hautfarbe zu tun hatte und sich auch nicht in eine Jahrhunderte andauernde UnterdrĂŒckung weißer Menschen einreiht (weil es diese nicht gibt), ist am Ende nichts weniger gewesen als ein zynischer Anlass, die eigene rassistische, patriarchale und menschenfeindliche Anti-Migrationspolitik auf die Straße zu tragen. GeschĂŒtzt von gefĂŒhlt der gesamten Polizeistaffel Rheinland-Pfalz.
Gut, dass sich auf der anderen Seite rund 500 Gegendemonstrant:innen versammelt haben, um vehement dagegen zu stehen. An der Stelle noch einmal vielen Dank an alle Organisator*innen (u.a. Antifa Trier, Buntes Trier e.V.)!
Auch wir waren mit unserer Bezugsgruppe anwesend. Viel mehr zu unserer Beteiligung können wir leider nicht  öffentlich schreiben. Ideal verlaufen ist das alles nicht, zugegeben. Sagen können wir nur: Wir haben und werden uns kritisch mit unseren Aktionsstrategien befassen und unser Auftreten, Handeln, Wirken und die Zusammenarbeit mit anderen reflektieren. 
Es war dennoch schön zu sehen, wie viele Menschen sich gegen den Nazihaufen mobilisieren ließen und wie entschlossen und gemeinsam wir gegen sie stehen konnten.

08.03. Streikpicknick zum Feministischen Kampftag / Weltfrauentag 

Zum 8. MĂ€rz, dem Feministischen Kampftag („Weltfrauentag„), haben wir uns als Plattform Trier mit und in der Feministischen Vernetzung Trier organisiert und ein Streikpicknick auf die Beine gestellt. Diese Veranstaltung lief den Nachmittag ĂŒber bis Abends und fand beim dankbarerweise gutem Wetter im Palastgarten statt. Es gab ein paar RedebeitrĂ€ge, Kinderbetreuung, ein Awarenessteam, InfostĂ€nde, gemeinsames Malen, einen Flashmob sowie ein ‚Kotzkreis‘, bei dem FLINTA ihre Erfahrungen mit patriarchaler Gewalt auf Zettel schreiben konnten, welche dann reihum vorgelesen wurden. Nach jedem Zettel wurde sich gemeinsam und lautstark ausgekotzt.

Das ‚Gemeinsame‘ stand vollkommen im Fokus der Veranstaltung. Es sollte leicht zugĂ€nglich sein, viel Raum und vor allem Ruhe zum Austausch und Kennenlernen bieten – soweit wie das in einer Pandemie eben möglich ist.

Außerdem haben wir im Rahmen einer Interviewreihe der Feministischen Vernetzung mitgewirkt und dort auch ein Interview gegeben, welches ihr hier finden könnt: https://www.instagram.com/p/CMxsTlQKUAV/

Insgesamt eine erfolgreiche Aktion, in der wir neues ausprobieren konnten und von der wir lernen können. Dieses Jahr wird es sicher wieder einiges am 8.3. geben, folgt der Feministischen Vernetzung auf Social Media um auf dem Laufenden zu bleiben, oder besucht die Homepage!  https://feministischevernetzungtrier.blackblogs.org/

19.03. Rede bei Fridays For Future

Dazu haben wir tatsĂ€chlich einen Bericht veröffentlicht, den findet ihr hier: 

31.03. Diskussionsrunde zu Kolonialismus und Klimawandel auf dem Klimacamp Trier

Das Klimacamp Trier war eines von bundesweit in verschiedensten StĂ€dten aufgebauter Camps, welche einen öffentlichen und leicht zugĂ€nglichen politischen Ort bieten sollten, wo sich alle Menschen mit Themen rund um die Klimakrise auseinander setzen konnten. Es wurde 24/7 von Genoss:innen betreut. Es fanden tĂ€glich Workshops und weitere Inputs statt, es gab einen Infostand und viel Kaffee. 

In einer kleinen Runde wurden hier von uns aufgestellte Thesen zum Thema diskutiert. Unsere Thesen waren hierbei stark fĂŒr einen Abbau kapitalistischer und (neo-)kolonialer Strukturen, fĂŒr Migration, grenzenlose Zusammenarbeit, Solidarisierung mit verschiedensten antikolonialen KĂ€mpfen u.a. indigener Bewegungen usw.

Das ganze war relativ spontan organisiert und nicht sehr ausgefeilt, lief aber dennoch recht gut. Das Thema ist ein sehr wichtiges und in lokalen KlimakÀmpfen nach wie vor unterreprÀsentiert. Wir wollen uns in kommender Zeit nach Möglichkeit mehr damit befassen und es in die lokalen KÀmpfe einbringen, wo es noch fehlt.

Besch Bleibt

Wir haben uns das Jahr ĂŒber immer wieder dort beteiligt, allerdings eher vereinzelt und sporadisch. So waren wir bei verschiedenen Veranstaltungen, zuletzt beim Herbstfest am 13.11., wo die Genossis ein tolles Fest mit warmen Tee und guter KĂŒche auf die Beine gestellt hatten. Es war toll zu sehen, wie breit die UnterstĂŒtzung aus allen Altersgruppen bei den Anwohner:innen ist.

Dank der beeindruckenden BemĂŒhungen der Genoss*innen ist die Besetzung immer weiter gewachsen – vor allem nach oben 😉 – und ist inzwischen richtig gemĂŒtlich geworden. Auch die Vernetzung mit den Anwohner*innen wird gepflegt und Veranstaltungen finden kontinuierlich statt. 

Falls ihr dort immer up-to-date bleiben wollt, schaut mal bei der Homepage oder den Social Medias von BeschBleibt vorbei: https://besch-bleibt.de/ â€“ Oder besucht sie im Wald!

01.05. Wanderung zum Arbeiter*innenkampftag mit der FAU Koblenz und weiteren Genoss*innen

30.07. Teilnahme Ende GelĂ€nde in BrunsbĂŒttel

Ende Juli fand in BrunsbĂŒttel (bei Hamburg) eine Aktion von Ende GelĂ€nde statt. Diese drehte sich um das Thema Erdgas, konkret um das Terminal von LNG. Es gab ein großes Camp, in dem es Verpflegung, Workshops, Aktionstrainings und vieles mehr gab. Von dort aus wurden verschiedene Standorte blockiert, die eben mit diesem Terminal zu tun haben. 

Wir waren vor Ort, vor allem um einen Vortrag zu Anarchafeminismus zu halten. Dieser lief sehr gut, es waren rund 30 Personen anwesend, wir haben gutes Feedback erhalten. Den Vortrag könnt ihr euch auf YouTube anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=b1J8_bZFaCQ

Ansonsten haben wir uns mit GeschirrspĂŒlen und Kochen begnĂŒgt, und die Zeit fĂŒr Vernetzung genutzt. 

Teilnahme FFF Demos

Auch 2021 stand selbstverstĂ€ndlich, trotz weltweiter Pandemie, einer erstarkenden Rechten und Katastrophen,  wohin wir auch schauen, im Zeichen von Umwelt- und Klimakrise. Entsprechend haben wir uns an den globalen Klimastreiks beteiligt, die auch in Trier noch immer viele Menschen auf die Straße bringen, um vereint gegen die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen und fĂŒr globale Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Wir haben uns an der Mobi beteiligt, RedebeitrĂ€ge geschrieben und uns vernetzt, immer in dem Wissen, dass dieser Kampf einen langen Atem braucht und wir uns auch nĂ€chstes Jahr auf der Straße wiedersehen werden. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten, was die Details und Methoden angeht, ist es immer wieder ein tolles GefĂŒhl, sich an einer so breiten Bewegung zu beteiligen und mit vielen anderen mitzuwirken, dass auch die kommenden Generationen noch einen lebenswerten Planeten vorfinden. 

Teilnahme Corona Gegendemos 

Das absolut prĂ€gende Thema dieses Jahr war aber dieses Jahr die globale Pandemie, die uns seit mittlerweile 2 Jahren beschĂ€ftigt. Leider mĂŒssen wir feststellen, dass die Bewegung der Leugner:innen und LĂŒgner:innen dieses Jahr ĂŒber an Kraft gewonnen hat und mittlerweile sowohl ĂŒber eine gute Vernetzung als auch einen festen Anschluss in die rechtsextreme Szene verfĂŒgt. Da uns die Entwicklung zutiefst beunruhigt, beteiligten wir uns an einigen Gegendemonstationen, die bei jeder einzelnen Schwurbler:innenveranstaltung am Start war. Anders als so oft behauptet haben wir als radikale Linke und insbesondere als die Plattform einige Kritik am gesamtgesellschaftlichem Umgang mit der Pandemie, insbesondere  an ihren Auswirkungen auf die soziale RealitĂ€t in diesem Land und an der Ausbeutung von Menschen, auf die sich die PandemiebekĂ€mpfung in der Praxis nahezu ausschließlich verlĂ€sst. Das macht uns aber nicht blind, weder fĂŒr die reale Gefahr, die durch Covid-19 ausgeht noch fĂŒr die Bedrohung durch rechte KrĂ€fte, die es so effektiv wie selten geschafft haben, ein Thema fĂŒr sich zu vereinnahmen und zahlreiche Menschen bis tief hinein in die bĂŒrgerliche Mitte und teils sogar in die gesellschaftliche Linke zu mobilisieren und zu instrumentalisieren. Entsprechend werden wir uns ihnen auch im kommenden Jahr auf der Straße in den Weg stellen, und das so lange, bis diese Pandemie vorbei ist und sich auch die letzte Schwurbler:in wieder verkrochen hat, no pasaran!
Einen detaillierten RĂŒckblick, auch auf die Schwurbel-AktivitĂ€ten findet ihr bei der Antifa Trier (zB. hier: https://www.instagram.com/p/CYrLX84sQjp/)

Kongresse

Wie es bei uns mittlerweile halbjĂ€hrliche Tradition ist, fanden in diesem Jahr zwei Kongresse unserer mittlerweile in ganz Deutschland mit Lokalgruppen vertretenen Föderation statt. Durch Corona konnte unser FrĂŒhjahrskongress im MĂ€rz leider nicht wie geplant auf einem Hofprojekt in Mecklenburg Vorpommern stattfinden, worauf wir uns schon sehr gefreut hatten. Stattdessen fanden wir uns online zusammen, was in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung war, am Ende aber gut geklappt hat, allen ein gutes GefĂŒhl vermittelte und letztendlich immerhin viele Reisekilometer gespart hat. Unsere Lokalgruppe war an allen Aspekten der Veranstaltung beteiligt und hat so zu einem guten Gelingen beitragen können. 
Wenn wir auch mit einem guten GefĂŒhl, unter anderem viel Erleichterung ĂŒber das Gelingen aus dem Onlinekongress herausgegangen sind, blieb natĂŒrlich ein weinendes Auge, viele Genoss:innen nicht direkt treffen zu können. Umso schöner war es, dass die Pandemie einen PrĂ€senzkongress im Herbst zuließ, den die LG Ruhr im September ausgerichtet hat. Mit gutem Hygienekonzept, toller Verpflegung und einer ausgefeilten Tagesordnung saßen wir zweieinhalb Tage in den fantastischen RĂ€umen des Anarchistischen Buchladens `Black PigeonÂŽ in Dortmund, wo wir diskutierten und gemeinsam daran arbeiteten, den Befreiungskampf im Allgemeinen und die Föderation im Speziellen voranzubringen.
Einen Kongressbericht findet ihr hier: https://www.dieplattform.org/2021/09/17/5-kongress-der-plattform/

VortrÀge

Als Teil einer Vortragsreihe der Feministischen Vernetzung Trier, wo einige Genoss:innen aktiv mitarbeiten, haben wir am 16.09 in Trier einen interaktiver gestalteter Workshop zum Thema Anarchafeminismus und anderen feministischen Strömungen halten können. Die Veranstaltung kam sehr gut an und es gab gute GesprĂ€che.  Auch konnten wir so unseren mittlerweile bewĂ€hrten Vortrag zum Anarchafeminismus weiterentwickeln.
In Mainz im Haus Mainusch haben wir eine Woche spĂ€ter am 23.09 auf Einladung des AStA der UniversitĂ€t Mainz den Vorstellungsvortrag fĂŒr die Plattform im Rahmen des OAT Mainz halten dĂŒrfen. Auch dieser Vortrag war gut besucht und stieß auf reges Interesse. Es wurde viel diskutiert. 

30.10. Kundgebung gegen Chemiewaffen EinsĂ€tze der tĂŒrkischen Armee

Am 30.10. nahmen wir an  einer kurdischen Kundgebung SaarbrĂŒcken gegen die ChemiewaffeneinsĂ€tze der tĂŒrkischen StreitkrĂ€fte und den tĂŒrkischen Angriffskrieg gegen die fortschrittlichen KrĂ€fte in Kurdistan teil. Die Veranstaltung fand vor der Europahalle in SaarbrĂŒcken statt und bot uns eine gute Gelegenheit, uns in das wichtige Thema der SolidaritĂ€tsarbeit mit dem großen Befreiungsprojekt in Rojava noch einmal einzuarbeiten.

25.11. Internationaler Tag gegen patriarchale Gewalt

Der 25.11. ist der internationale Tag gegen patriarchale Gewalt. Obwohl es ein Thema ist, das uns alle das ganze Jahr ĂŒber beschĂ€ftigen sollte, bietet der Tag mit seiner hohen Symbolik die Möglichkeit, viele Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen und viele Menschen zu mobilisieren. Als Lokalgruppe von die plattform unterstĂŒtzten wir die Veranstaltung der Feministischen Vernetzung Trier durch Beteiligung an der Betreuung eines Infostandes. Am Abend gab es eine gut besuchte Demonstration der Lila Rebellion, die die Möglichkeit bot, unsere Wut ĂŒber die alltĂ€glichen patriarchalen ZustĂ€nde herauszuschreien.
Abschluss:
Auch dieses Jahr freuen wir uns, als Gruppe weiter gewachsen zu sein und neue Genoss:innen begrĂŒĂŸen zu können. Trotzdem ist die Revolution weiter auf die Mitarbeit vieler weiterer Menschen angewiesen. Kommt zu uns, organisiert euch und kĂ€mpft fĂŒr die Befreiung aller Menschen!
NĂ€chstes Jahr planen wir deutlich mehr Aktionen und haben uns einiges vorgenommen! Stay tuned!
Bis dahin, auf ein revolutionÀres 2022!



Quelle: Trier.dieplattform.org