Oktober 11, 2021
Von Indymedia
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In Leipzig haben wir gemerkt, dass aufgrund der Àlteren Hausbesetzer-Geschichte in Connewitz und Instandbesetzungen im Osten, ein gewisses VerstÀndnis da ist. In den 90ern hatten die Hausbesetzer*innen viele HÀuser vor dem Abriss gerettet und Leipzig erst zu dem Ort des Antifaschismus und der alternativen kultur gemacht, welcher die Akteure der Gentrifizierung jetzt dazu bewegt Kapital daraus schlagen zu.

Einer dieser Akteure ist die Immovaria GmbH. Sie ist die Besitzerin der Tiefe 3 welche im Juni fĂŒr eine Tag besetzt wurde und nur unter starkem Widestand gerĂ€umt werden konnte. Die Immovaria kauft als ihr ausgeschriebenes GeschĂ€ftsmodell leerstehende HĂ€user um sie dann zu Luxussanieren, dabei achten sie nach eigener Aussage vorallem viel auf die Lage. Sie vermieten das Haus dann allerdings nicht selber sondern verkaufen es mit weitlĂ€ufigem Profit an die großen Immobilien- und Vermögensverwaltungsunternehmen die sich dann die neue miete im aufgewerteten Kiez gönnen dĂŒrfen.

Immovaria genauso wie Vonovia oder die Deutsche Wohnen schaffen keinen Wohnraum fĂŒr alle sondern sie spezialisieren sich auf das Erkennen von Gentrifizierungspotenzial um dieses dann auszunutzen und zu manifestieren. Doch wir werden das nicht zu lassen. Besetzungen sind ein guter Weg selbstbestimmt gegen den Ausverkauf der eigenen Stadt vor zu gehen. In den letzten Jahren gab es viele erfolgreiche Kampagnen und Aneignungen von sinnlosem Leerstand. Das Black-Triangle war 3 Jahre besetzt, dieses Jahr der alte Stötteritzer Bahnhof, beide von der deutschen Bahn gerĂ€umt. Im leipziger osten wurde letzten SpĂ€tsommer die Luwi 71 fĂŒr knapp zwei Wochen besetzt. Hier erlebten wir viele schöne Abende an dem Haus. Als die Polizei den RĂ€umungstitel des EigentĂŒmers Udo Heng umsetzte konnte man die Wut der UnterstĂŒtzer*innen spĂŒren, woraufhin es in Verbindung mit der Sozialen Kampfbaustelle in Connewitz zu 3 Tagen intensiver Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. In den diesen Tagen haben wir uns die straße genommen, es wurde versucht sich die luwi71 zurĂŒck zuholen und in Connewitz wurde die B34 besetzt. Dieses haus wurde ĂŒbrigens mittlerweile von der Immovaria gekauft.

Der Antigentrifizierungsbewegung in Leipzig wurde der Krieg erklĂ€rt. Jede neuen Besetzung wird mit heraneilenden PrĂŒgelbullen begrĂŒĂŸt, Besetzer*innen mĂŒssen ihre DNA abgeben und ihre Ohren werden vermessen. Jede Form von Sabotage oder kollektivem Widerstand wird versucht durch Kopfgelder und ein ĂŒbermĂ€chtiges Bullenaufgebot im Keim zu ersticken.

Stattdessen lassen Staat und Kapital zu, dass Firmen wie die Immovaria aus Aufwertung ein GeschĂ€ftsmodell machen. Die Stadt schaut zu, wie Leute entmietet werden und wie WohnhĂ€user so lange leer stehen bis sie von selbst einstĂŒrzen. Von tatsĂ€chlich zugĂ€nglichem neuen Wohnraum keine Spur.

Wir haben genug von der Repression, genug vom Ausverkauf unserer StĂ€dte und dem Verlust unser FreirĂ€ume. Wir mĂŒssen linke Politik verteidigen, alle zusammen. Köpi bleibt, jede RĂ€umung hat ihren Preis

Erst am 15.10. nach Berlin, die Köpi verteidigen,

dann am 23.10. um 17:00 zum Felsenkeller in Leipzig.




Quelle: De.indymedia.org