286 ansichten


Am 1. Mai, dem Internaltionalen Kampftag der Arbeiter*innenklasse haben wir als BĂŒndnis eine gemeinsam Kundgebung organisiert. Hier lest ihr unsere Pressemitteilung:

“Heute sind 32 Frauen, Lesben, inter, nicht-binĂ€ren und trans Personen (im Folgenden: FLINT*) an der Kreuzung zwischen Soltauer und Uelzener Straße um zu zeigen: Feminismus heißt Arbeitskampf, Arbeitskampf heißt Feminismus. Als BĂŒndnis “Feministischer 8. MĂ€rz LĂŒneburg” gehen sie heute fĂŒr einen feministischen 1. Mai auf die Straße und machen auf geschlechterspezifische Ausbeutung von FLINT* aufmerksam. Bei der angemeldeten und genehmigten Kundgbeung werden SicherheitsabstĂ€nde gewahrt und Infektionsschutzauflagen eingehalten. Mira T., eine der Protestierenden, unterstreicht: “Trotz und gerade wegen der COVID-19 Pandemie ist es uns wichtig am Tag der Arbeiter*innenklasse auf die Straße zu gehen: Diese Krise verschĂ€rft unsere Ausbeutung und UnterdrĂŒckung!”

Luca F. erklĂ€rt: “Sogenannte systemrelevante Berufe werden zu einem Großteil von FLINT ausgeĂŒbt. Bei schlechter Bezahlung – und ohne Corona auch ohne Annerkennung. Und auch zu Hause tragen wir die Krise. Kindererziehung und Betreuung, Abwasch und Essen kochen – Hausarbeit ist nicht gerecht verteilt! Diese Ungerechtigkeit ist keine Kleinigkeit, insgesamt arbeiten Frauen etwa 9 Stunden mehr im Haushalt, jede Woche. Rosen und Klatschen reichen da nicht.”

Die Feminist*innen nennen diese Art von Arbeit Care- oder Sorgearbeit. Das beschreibt alle TĂ€tigkeiten die FÜR andere Menschen getan werden. Also Beispielsweise die Betreuung und Pflege von Senior*innen und Kindern. Hausarbeit meint alle Arbeit, die im Haushalt stattfindet. Also Beispielsweise der Abwasch, Kochen und das Bad putzen. Diese Arbeit wird in den meisten Haushalten von FLINT* Personen unbezahlt geschultert, aber auch da wo Haus-, Care- und Sorgearbeit Lohnarbeit ist, arbeiten zum Großteil FLINT*. Zum Beispiel als Haushaltshilfe, private Pflegekraft oder Erzieher*in. In diesen besonders schlecht bezahlten Jobs zeigt sich aber nicht nur geschlechterspezifische sondern besonders auch rassistische AusbeutungsverhĂ€ltnisse. Schwarze, Indigene und Personen of Colour (BIPoC) die ohnehin von Rassimsus in der Gesellschaft und im Arbeitsleben betroffen sind, arbeiten oft in diesen besonders prekĂ€ren Arbeitsbereichen und insbesondere Arbeitsmigrant*innen aus Mittel- und Osteuropa baden die aktuelle Krise der Pflege- und Sorgearbeit unter COVID-19 aus. Daher fordern die Feminist*innen ein Ende der sexistischen, rassistischen und klassitischen Mehrfachdiskriminierung in bezahlter und unbezahlter Arbeit.

Sophie K. fĂŒhrt aus: “In den letzten Wochen habe sich viele Probleme, die der Kapitalismus schafft, zugespitzt. Deswegen fordern wir umso lauter: SolidaritĂ€t mit allen auf deren RĂŒcken diese Pandemie ausgetragen wird – gleiche Rechte und Bezahlung fĂŒr alle! Eine NormalitĂ€t gab es nie: Auch in Zeiten vor Corona mussten viele fĂŒr den Wohlstand weniger schuften – deswegen gelten unsere Forderungen heute und darĂŒber hinaus – solange bis sie endlich umgesetzt werden!””

Danke an alle die da waren und auch an das PfelgebĂŒndnis, das sich mit einem Redebeitrag eingebracht hat!




Quelle: Feministischer8mlg.noblogs.org