September 15, 2021
Von InfoRiot
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Jom Kippur

JĂŒdinnen und Juden begehen ab Mittwoch ihren höchsten Feiertag

15.09.21 | 12:35 Uhr

Jom Kippur ist ein strenger Ruhe- und Fastentag. GlĂ€ubige JĂŒdinnen und Juden beten gemeinsam bis zu zehn Stunden. Dabei bitten sie um Vergebung. Kreisende HĂŒhner und keine Lederschuhe sind wichtige Rituale. Von Elke Bader

Menschen jĂŒdischen Glauben feiern ab Mittwochabend ihren Jom Kippur. Am höchsten jĂŒdischen Feiertag geht niemand zur Arbeit – nicht einmal ans Telefon. Es darf weder gegessen noch getrunken werden. Duschen, Eincremen und Schminken sind auch nicht erlaubt. Lederschuhe dĂŒrfen auch nicht getragen werden. Strenge Regeln, doch fĂŒr Iryna Nektalov von der jĂŒdischen Gemeinde Frankfurt (Oder) gehört auch das zum Jom Kippur.

An Jom Kippur sollen SĂŒnden vergeben werden. Einmal im Jahr sollen alle Streitigkeiten beendet werden. FĂŒr glĂ€ubige JĂŒdinnen und Juden ist das von zentraler Bedeutung. “Es ist ein glĂŒcklicher Tag. Die besondere Energie des Tages zu spĂŒren, an dem unsere SĂŒnden verziehen werden. Man ist danach ein anderer Mensch”, erzĂ€hlt Iryna Nektalov.

Um Verzeihung bitten

Vor Jom Kippur bitten jĂŒdische Menschen andere Menschen, denen sie etwas angetan haben, um Verzeihung. Nehmen die Angesprochenen die Verzeihung nicht an, mĂŒssen sie drei Mal gefragt werden. Iryna Nektalov hat einmal ihre Eltern um Verzeihung gebeten. “Als ich angefangen habe, koscher zu essen, haben meine Eltern in meinen Augen die jĂŒdischen Speisegesetze nicht eingehalten. Da bin ich mal explodiert. Ich habe danach tief gespĂŒrt, dass ich sie um Verzeihung bitten muss”, erzĂ€hlt die 29-Jahre alte JĂŒdin.

Wer kann, geht in die Synagoge und betet nach einem strengen Ablauf gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern. Familien mit Kindern feiern Jom Kippur zu Hause. Kinder mĂŒssen nicht fasten. Sie dĂŒrfen aber weder Fernsehen noch am Computer spielen. “Obwohl gefastet wird, mĂŒssen Kinder essen. Sie mĂŒssen sogar SĂŒĂŸigkeiten bekommen, damit sie die feierliche AtmosphĂ€re spĂŒren”, erklĂ€rt Iryna Nektalov.

HĂŒhnerkreisen und keine Lederschuhe

Ein wichtiges Ritual ist auch das HĂŒhnerkreisen. Dabei wird ein Huhn drei Mal ĂŒber den Kopf eines Menschen geschwenkt. Dabei werden die SĂŒnden dem Huhn auferlegt. Viele Gemeinden nehmen anstelle des Huhnes auch Geld. Das geschlachtete Huhn oder das Geld wird an Ă€rmere Menschen verschenkt.

Auch das Tragen von Lederschuhen ist fĂŒr glĂ€ubige Juden an ihrem Feiertag kein Thema. Grund dafĂŒr ist, dass sie an Jom Kippur mit Engeln verglichen werden. “Engel essen und trinken nicht und sie tragen keine Schuhe. Lederschuhe sind Komfort, auf den wir an Jom Kippur verzichten”, sagt Iryna. Nach 25 Stunden des Fastens endet der jĂŒdische Buß- und Bettag dann am Donnerstag.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.09.2021

Beitrag von Elke Bader




Quelle: Inforiot.de