Juni 3, 2022
Von InfoRiot
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Die Brandenburger Polizei hat am Freitag in Potsdam einen jugendlichen Neonazi gefasst, der rechtsterroristische AnschlĂ€ge vorbereitet haben soll. Der Jugendliche unter 18 Jahren war nach Tagesspiegel-Informationen in einem Chat namens „Totenwaffen“ aktiv.

Hinweise auf das rechtsterroristische Netzwerk „Atomwaffen Division“ bestĂ€tigten sich nicht. Experten weisen jedoch auf Parallelen zu der aus den USA stammenden Gruppe hin. Auch die „Totenwaffen Division“ ist in den USA aktiv, wie Fotos aus dem Chat zeigen, und bezieht sich ebenso auf die Idee des „Einsamer Wolf“-Terrorismus.

Ermittler des Staatsschutzes des Landeskriminalamtes Brandenburg (LKA) rĂŒckten am Freitagmorgen mit einem Haftbefehl bei dem Neonazi an. Auch SpezialeinsatzkrĂ€fte der Polizei waren im Einsatz, weil bei dem Jugendlichen Waffen vermutet worden waren. Er wurde festgenommen.

Die Ermittler durchsuchten Wohn-, GeschĂ€fts- und NebenrĂ€umen, die der jugendliche Neonazi genutzt hatte. Was sie dort fanden, habe den Verdacht der Sicherheitsbehörden bestĂ€tigt, hieß es. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Neonazi kurz davor gewesen sein könnte, einen Anschlag zu begehen.

Seit Monaten im Visier der Ermittlungen

Seit Monaten haben die Behörden den Angaben zufolge den Jugendlichen im Visier gehabt. Es gab umfangreiche EinsĂ€tze zur Observation des Neonazis. Es ist davon auszugehen, dass auch der Verfassungsschutz involviert war.

Die Generalstaatsanwaltschaft Brandenburg hatte ein Verfahren  eingeleitet. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefĂ€hrdenden Gewalttat, wegen des Verstoßes gegen das Sprenggesetz sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Zudem wird der Jugendlichen verdĂ€chtigt, sich nicht nur Anleitungen zum Bau von Waffen, Munition und Sprengkörpern verschafft, sondern auch schon Chemikalien zum Bau von SprengsĂ€tzen besorgt zu haben. Er soll bereits Spreng- und BrandsĂ€tze selbst gebaut und erste Sprengversuche durchgefĂŒhrt haben.

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Die Generalstaatsanwaltschaft hat dann beim Amtsgericht Brandenburg/Havel den Haftbefehl und einen Durchsuchungsbeschluss erwirkt. Die Ermittler stellten am Freitag den Angaben zufolge diverse DatentrĂ€ger und Anleitungen zum Bau von Sprengvorrichtungen sicher. Ein Richter verkĂŒndete dem Neonazi am Freitagnachmittag den Haftbefehl.

Sorge vor rechtsextremen EinzeltÀtern wÀchst

Auf einem Foto aus der „Totenwaffen“-Chatgruppe ist ein Mann in einer offenbar deutschen Bundeswehr-Jacke und mit SchutzausrĂŒstung zu sehen. Am Arm trĂ€gt er ein Patch der „Totenwaffen Division“, auf der MĂŒtze ein SS-Patch. Hinter ihm sind Fahnen mit der „Schwarzen Sonne“ und Hakenkreuz. Auch die TotenschĂ€del-Maske ist fĂŒr diese rechtsterroristische Szene ĂŒblich, ebenso der martialische Auftritt mit Kampfmesser und Galgenstrick in den HĂ€nden.

Bei den Sicherheitsbehörden wĂ€chst die Sorge vor rechtsextremistischen EinzeltĂ€tern, die durch Chats zu  Fanatikern werden und AnschlĂ€ge verĂŒben könnten. Mehrfach waren die Behörden in den vergangenen Wochen gegen Neonazis mit Razzien vorgegangen, wie etwa Anfang April das Bundeskriminalamt in elf BundeslĂ€ndern gegen Mitglieder der „Atomwaffen Division“ und weiterer Gruppierungen.

Die „Atomwaffen Division“ entstand 2015 in den USA. Dort töteten Mitglieder seit 2017 insgesamt fĂŒnf Menschen. AnhĂ€nger der Gruppierung sind seit 2018 in Deutschland aktiv. In dem von dem Netzwerk geplanten „Rassen- und BĂŒrgerkrieg“ sollten alle in der westlichen Welt lebenden Juden, Muslime sowie Personen, die nicht ins Weltbild der Neonazis passen, getötet werden. Durch Terror – AnschlĂ€ge und Morde, auch auf Politiker, AmtstrĂ€ger und staatliche Einrichtungen – wollen die Neonazis den Umsturz erzwingen.




Quelle: Inforiot.de