MĂ€rz 28, 2021
Von Indymedia
255 ansichten


Stramme Nazis (Dennis Mocha, Samy Mousari Cindy Kettelhut, Kevin Gabbe und Co.), vermeintlich bĂŒrgerliche Verschwörungstheoretiker (Johanne Liesegang, Ottmar Lattorf und andere, Köln fĂŒr Freiheit/Köln aktiv etc.) Hooligans (Bruderschaft Deutschland, Begleitschutz etc.) und Rechte aus Köln und ganz NRW (Namentlich unbekannte der IdentitĂ€ren Bewegung) fanden sich zuerst unangemeldet um 13:00 am Dom/Hbf ein und versuchten, als Demonstration zu laufen.

Uns wurde berichtet, dass bereits hier in den Seitenstraßen einzelne Auseinandersetzungen zwischen Faschisten und engagierten antifaschistischen BĂŒrger*innen stattfanden. Die Polizei war komplett ĂŒberfordert und natĂŒrlich auch nicht gewillt, dem Mob etwas entgegenzusetzen. Die Nazis wurden in Kleingruppen in die Stadt entlassen und liefen teilweise zum Rudolfplatz, wo um 15:00 eine angemeldete rechte Kundgebung stattfinden sollte, aber auch Richtung Alter Markt, wo seit 13:00 die angemeldete Gegenkundgebung von Köln gegen Rechts lief, die von Antifas geschĂŒtzt wurde.

Als die vorbei war, konzentrierten sich die antifaschistischen BemĂŒhungen auf den rechten Autokorso, der um 15:30 von der Deutzer Werft aus starten sollte. Zu Beginn erzĂ€hlte die rechte Moderation, dass das Wohnmobil, dass bei den Aktionen von Köln Aktiv seit langem eingesetzt wurde (Kennzeichen LER – NE 911), in der Nacht zuvor massiv eingefĂ€rbt wurde. Als sich der Korso in Bewegung setzte, wurde er stĂ€ndig von linken Radfahrer*innen begleitet. Am Rande landeten einige Farbbeutel auf den Autos der Nazis.

Als der Korso in das linke und migrantische Viertel Kalk fuhr, wurde er direkt von ca. 80 antifaschistischen Radlern gestoppt, die aus den Seitenstraßen strömten. Die Kalker Bevölkerung solidarisierte sich spontan mit dem Protest und als nach einigen Minuten Überforderung seitens der Polizei die Hundertschaft anrĂŒckte, schallte es ĂŒber die Kalker Hauptstraße: “Ganz Kalk hasst die Polizei” und “Köln-Kalk nazifrei”. Die Polizei trat extrem agressiv auf. Sie ging mit harter körperlicher Gewalt gegen die Blockade vor und schikanierte nebenbei die migrantische Kalker Bevölkerung. Alle Blockierenden wurden auf ihre Personalien kontrolliert und erhielten neben einer Tracht PrĂŒgel einen Platzverweis, um nicht nochmal blockieren zu können. Eine migrantische Person, die sich mit dem Protest solidarisierte und die Festnahme eines sehr jungen Passanten verhindern wollte, wurde ebenfalls festgesetzt. 2 Personen landeten in der Gesa und werden vom Gesa-Support erwartet.

Wir waren nicht gut genug vorbereitet und haben die Kölner Bewegung der Rechten Corona-Leugner zu lange nicht genug beachtet, dass mĂŒssen wir selbstkritisch feststellen. Wir sind fĂŒr den Moment aber zufrieden mit dem heutigen Ergebnis. Wir denken, dass die unĂŒbersichtlichen Situationen mit Beteiligung von aktionsorientierten Nazis wie zB in der Innenstadt heute eine große Herausforderung fĂŒr die antifaschistische Bewegung in Köln darstellt, deswegen aber trotzdem nach unser aller Möglichkeiten angegangen werden muss.

TatsĂ€chliche Erfolge gegen die rechten  Mobilisierungen und die Einbindung von möglichst vielen Teilen unserer Bewegung bietet der Widerstand gegen die Autokorsos. Wir haben aber Bedenken gegen eine einzelne statische große Blockade, die sich der Repression der Bullen direkt ausliefert. Stattdessen wĂŒnschen wir uns eine dynamischere Situation, in der immer wieder fĂŒr kurze Zeit auf die Route zwischen die Autos  gegangen und sich dann wieder verpisst wird, um Löcher in den Korso zu reißen, Veriwrrung zu stiften und die Teilnehmer zu entmutigen statt den Korso aufzuhalten und sich 50 Anzeigen einzuhandeln. Wir teilen dazu teilweise Überlegungen aus Hamburg, die hier veröffentlicht wurden: https://gei-ge.de/node/1616450400145416/

Wer von Repression betroffen ist, meldet sich bitte bei unseresolidaritaet @ autistici.org

Der Widerstand gegen die Corona-Leugner wird weitergehen und die Bewegung muss und wird ihre Aktionsformen weiterentwickeln und anpassen können. Wir hoffen, wir können unseren Teil dazu beitragen.




Quelle: De.indymedia.org