Mai 12, 2022
Von InfoRiot
243 ansichten

Potsdam – Der große Druck auf die Stadt durch den Zustrom an GeflĂŒchteten aus den ukrainischen Kriegsgebieten lĂ€sst stark nach. Sozialdezernentin Brigitte Meier (SPD) sagte am Mittwochabend im Hauptausschuss, derzeit kĂ€men kaum neue FlĂŒchtlinge in Potsdam an. Erste Menschen wĂŒrden dagegen bereits in ihre ukrainische Heimat zurĂŒckkehren.

Seit Kriegsbeginn Ende Februar haben laut Meier schon mehr als 2800 FlĂŒchtlinge in der AuslĂ€nderbehörde vorgesprochen. Das sind rund 1000 Menschen mehr, als Potsdam nach dem bundesweit gĂŒltigen Königsteiner SchlĂŒssel eigentlich aufnehmen mĂŒsste – ein PhĂ€nomen, das ĂŒberall in der Region Berlin-Brandenburg zu beobachten ist, auch wegen der GrenznĂ€he zu Polen.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht’s zur kostenlosen Bestellung.

Stadt will Puffer fĂŒr mehr Wohnraum schaffen

Meier sagte, es wĂŒrden weiterhin immer mehr FlĂŒchtlinge aus Hotels und Pensionen ausziehen mĂŒssen, die im Winter fĂŒr die kurzfristige Belegung durch die Stadtverwaltung noch zur VerfĂŒgung standen. Diesen GeflĂŒchteten rate sie, sich bei der zentralen AuslĂ€nderbehörde des Landes in EisenhĂŒttenstadt zu melden – auch wenn das nicht in allen FĂ€llen erfolgreich sei, rĂ€umte sie ein. Derzeit versuche man ĂŒberdies, Puffer fĂŒr mehr Wohnraum zu schaffen. So werde die Orangerie der BiosphĂ€re noch bis in den Juni hinein als Notlager dienen, sagte die Dezernentin. Möglich sei es auch, WohnungsverbĂŒnde enger zu belegen. Bekanntermaßen gilt der Wohnungsmarkt in Potsdam als leergefegt.

Potsdams Sozialbeigeordnete Brigitte Meier (SPD).Foto: Andreas Klaer

Nach Angaben Meiers sind mittlerweile rund 1650 Auszahlungen nach den Asylgesetzen erfolgt. Unter den mehr als 2800 Menschen seien circa 720 Kinder zwischen null und zwölf Jahren. Zudem seien mehr als 260 Schuleingangsuntersuchungen vorgenommen worden – insgesamt gehe man von mehr als 700 zusĂ€tzlichen SchĂŒlern aus, hieß es weiter.

Langsam herunterfahren wird die Stadt laut Meier die Versorgung von FlĂŒchtlingen mit Lunchpaketen – was unter anderem an einem Versorgungszelt am Bassinplatz organisiert wird. Das sei möglich, weil die Menschen nun Sozialleistungen beziehen wĂŒrden. Zugleich kĂŒndigte Meier an, dass die deutlich ĂŒberlastete AuslĂ€nderbehörde nun zehn zusĂ€tzliche Mitarbeiter erhalten werde.




Quelle: Inforiot.de