Januar 29, 2021
Von Indymedia
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Am 27.1.1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Millionen von Menschen wurden auf grausamste Weise ausgebeutet und getötet. 2005 wurde dieser Tag als internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklĂ€rt. Gerade heute finden wir es untertrĂ€glich, dass in Mainz weiterhin Soldaten beider Weltkriege als “Helden” bezeichnet und zahlreiche DenkmĂ€ler zu ihren Ehren in Mainz existieren und gepflegt werden. Gedenken an die Opfer des Holocaust hingegen findet wenig Platz im stĂ€tischen Bild. Es scheitert unter anderem an finanziellen Mitteln, wie z.B. der Gedenkort”Deportationsrampe”, von dem aus ĂŒber 1000 Mainzer JĂŒdinnen und Juden teilweise direkt nach Auschwitz deportiert wurden. Aufgrund der mangelnden Spenden, konnte dieser Gedenkort bisher nicht realisiert werden. Hier sehen wir die Stadt in der Verantwortung eine Finanzierung bereit zu stellen, denn das Gedenken an die Verbrechen des Holocaust dĂŒrfen nicht an finanziellen Mitteln scheitern. Mainz ist zudem die einzige Landeshauptstadt in der BRD ohne festen Gedenkort, was unakzeptabel ist im Hinblick auf seine Geschichte wĂ€hrend der NS-Zeit.Wir sehen in den Soldaten-DenkmĂ€lern eine VerklĂ€rung der Wehrmacht als Helden. Diesem Narrativ stellen wir uns entgegen und bringen dies heute deutlich zum Ausdruck. Folgende DenkmĂ€ler haben wir exemplarisch gekennzeichnet, um auf das MissverhĂ€ltnis des Gedenkens an TĂ€ter und Opfer aufmerksam zu machen:Der 117er Ehrenhof, der 1933 seinen Namen erhielt und bis heute nicht geĂ€ndert wurde. Mit der Ernennung des Platzes wollten die damaligen NSDAP Kommunalpolitiker_innen Veteranen des Infanterie-Leib-Regiment Nr. 117 huldigen. Eine promilitĂ€rische Stimmung verdeutlichte sich in der Stadt. Die Veteranen des 117er Regiments feierten dieses Ereignis mit einem Zug durch die Stadt, wobei immer wieder antisemitischen Parolen gerufen und das GefĂŒhl der Frontgemeinschaft beschworen wurde. Anfang der 1960er Jahre wurde der Platz als Gedenkort zu Ehren der Opfer beider Weltkriege umfunktioniert. Dabei wurde weder der von den Nazis gewĂ€hlte Name geĂ€ndert, noch auf dessen historischen Ursprung eingegangen. (Fußnote:https://www.mainz1933-1945.de/rundgang/teil-i-innenstadt/117er-ehrenmal.html) Im vergangenen Jahr entschied sich die Stadt gegen eine Umbenennung des 117er Ehrenhof, was ein weiteres Mal den fatal nachlĂ€ssigen Umgang der Mainzer Kommunalpolitik mit der eigenen Vergangenheit verdeutlicht.  Dem Denkmal Kriegerdenkmal 1914/18 am Juxplatz in Gonsenheim, das 1938 errichtet wurde, um den deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg zu ehren. In den 1950ern wurde es erweitert umauch den Soldaten des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Trotz aller Kritik weigert sich die Stadt Mainz diese DenkmĂ€ler zu demontieren und lĂ€sst am Volkstrauertag jĂ€hrlich BlumenkrĂ€nze niederlegen. Auch die AfD und die Junge Alternative nutzen den Juxplatz um auf sich aufmerksam zu machen und die Verbrechen der NS-Zeit zu verklĂ€ren und verherrlichen.  In einer post-faschistischen Gesellschaft ist kein Platz fĂŒr DenkmĂ€ler, welche Mörder_innen und Faschist_innen huldigen! FĂŒr eine lĂŒckenlose Aufarbeitung der NS-Zeit und einem respektvollen Gedenken der Opfer des Faschismus! Deutsche TĂ€ter sind keine Opfer! Kein Gedenken fĂŒr Mörder! Nicht am Tag der Befreiung von Ausschwitz und auch sonst nicht.




Quelle: De.indymedia.org