April 24, 2021
Von La Presse
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Heute versammelten sich ca 300-400 Teilnehmer:innen zu einer antifaschistischen Kundgebung am Weißeplatz in Stötteritz. Die Anreise erfolgte großteils durch zwei Fahrradanreisen aus Connewitz und Reudnitz. Es wurden RedebeitrĂ€ge von chronik.LE, dem AktionsbĂŒndnis Ladenschluss sowie Einzelpersonen aus dem Stadtteil und einer Person aus Zschocher gehalten.

Bereits im Januar 2021 erschien eine DokumentationsbroschĂŒre zu neonazistischen Ereignissen und Strukturen in Leipzig-Stötteritz als Onlineressource.

Der Aufruf lautete wie folgt:

“Kein Viertel fĂŒr Nazis – antifaschistische Kundgebung
Heraus zur antifaschistischen Kundgebung – Kein Viertel fĂŒr Nazis!

Die kĂ€ltesten Tage sind vorbei und doch kommt kein warmes GefĂŒhl auf. Es ist Zeit den faschistischen Mief im Stadtteil auszulĂŒften! Das vergangene Jahr in Stötteritz war geprĂ€gt von Gewalt und Raumnahme durch zugezogene und alteingesessene Neonazis. Durch den Zuzug junger Neonazikampfsportler aus der Hooliganszene des FC Lokomotive Leipzig und anderer „modernen“ Faschist*innen verstĂ€rkte sich die neonazistische Propaganda, Bedrohungen und gewalttĂ€tige Angriffe nahmen zu.

Von nichts gewusst? – Keine Ausreden mehr.
Mit Sicherheit gibt es Stötteritzerinnen, die davon bislang nichts mitbekommen haben. Weil sie selbst nicht von neonazistischer Gewalt betroffen sind, die Codes, derer sich die Sticker und Graffitti bedienen nicht kennen oder ihnen ratlos gegenĂŒberstehen. Oder weil sie die Problematik ignorieren oder gut heißen. Ohne eine schweigenden Bewohnerinnenschaft und die mal mehr und mal weniger offen zur Schau gestellte Sympathie mit den faschistischen SchlĂ€gerinnen hĂ€tten diese nicht die Möglichkeiten, sich so frei zu bewegen und so drastisch im Stadtteil zu Ă€ußern. Wohin solche rechte Raumnahme ohne aktive Gegenwehr fĂŒhrt, ist vielen Leipzigerinnen noch aus den von extremer Gewalt geprĂ€gten Nachwendejahren bekannt.1
Durch unsere antifaschistische Kundgebung im Stadtteil machen wir auf das fortgeschrittene Problem in Stötteritz aufmerksam. Die Bewohner*innen, also ihr, die ihr auch diesen Text lest, seid  informiert, was in eurem Viertel geschieht, also tragt ihr ab jetzt auch eine Mitverantwortung. Entscheidungsfreiheit gibt es in diesen Dingen nicht, denn Nicht-Verhalten hat Nazis schon immer  unterstĂŒtzt. Verantwortung ĂŒbernehmen bedeutet, sich zu verhalten, mit Betroffenen solidarisch zu sein.

Widersprecht den Faschistinnen, ĂŒbermalt ihre Propaganda, grenzt sie aus, feuert sie und werft sie aus euren LĂ€den. Simpel auf den Punkt gebracht: Schlagt sie, wo ihr nur könnt!
Die 2020 bei den staatlichen Ermittlungsbehörden wegen Angriffen durch Neonazis in Stötteritz gestellten Anzeigen wurden ĂŒbrigens ergebnislos eingestellt. Ein Muster, das seit jeher bekannt ist. Vollstreckungsgehilf
innen des Faschismus haben eben viele Gesichter und sitzen nicht selten in den Parlamenten, Gerichten und Amtsstuben dieser Republik. Eine Entnazifizierung hat nie stattgefunden. Gerade in Zeiten von UmbrĂŒchen und Krisen versuchen Faschist*innen AusnahmezustĂ€nde zu schaffen – nur um dann in autoritĂ€rer Manier die Macht an sich zu reißen.

Wir werden uns deshalb nicht auf diesen Staat und seine autoritĂ€ren Vollstreckerinnen verlassen. Wir rufen daher alle Stötteritzerinnen auf, sich aktiv zu positionieren und den Faschistinnen entgegenzustellen. Beispiele fĂŒr ein aktives Entgegentreten von Nachbarinnenschaften gegen faschistische Raumnahme gibt es in Leipzig einige. Praktizierter Antifaschismus bleibt eine Arbeit aus der Gesellschaft heraus, da es den antifaschistischen Staat nie gab und auch nicht geben wird.

Die antifaschistische Arbeit hat viele Facetten – seid ein Teil davon!

Kommt deshalb am 24.04. um 15 Uhr mit euren Transparenten, Fahnen und Schilder zum Weißeplatz in Stötteritz. Es wird Vorabtreffpunkte fĂŒr Fahrradanreisen aus dem SĂŒden und Osten geben. Genaue Treffpunkte werden noch bekannt gegeben.”

Quelle: https://www.planlos-leipzig.org/events/autonomer-fruehjahrsputz-antifaschistische-kundgebung-in-stoetteritz/




Quelle: La-presse.org