MĂ€rz 7, 2021
Von Paradox-A
352 ansichten


Lesedauer: 2 Minuten

Wieder einmal bediene ich mich der Klassiker*innen. Ton, Stein, Scherben drĂŒcke ganz viel LebensgefĂŒhl aus, Mut, Hoffnung, Geschwisterlichkeit. Und darin eben auch die Hoffnung auf die konkrete Verwirklichung einer anderen Gesellschaft. Einfach herrlich! Ein gewisser Stadtjugendpfarrer pflegte diesen Song von einem Lautsprecherwagen zu spielen – so als Auftakthymne.

Allerdings nach wie vor im anarchistischen Denken bzw. konkret in anarchistischen Szenen ungeklĂ€rt ist der tatsĂ€chliche Widerspruch zwischen der Ablehnung einer Machtaneignung und der BekĂ€mpfung angemaßter AutoritĂ€ten und dem Fakt, dass wir ja alle Macht haben und diese auch nutzen können, um Herrschaft zurĂŒck zu drĂ€ngen. Wie so oft: Es kommt auf den Begriff an. In diesem Zusammenhang betonte z.B. JĂŒrgen MĂŒmken in Anschluss an Foucault immer wieder, dass es Macht und Herrschaft deutlich zu unterscheiden gilt. Diese Ansicht teile ich. Die power-to, mit der wir uns zusammenschließen und gemeinsame Projekte verwirklichen können, richtet sich nicht zuerst deswegen gegen Herrschaft, weil sich Menschen gegen diese organisieren, sondern vor alle, weil sie sich selbst organisieren. Sicher, in Gruppen können Hierarchien entstehen. Organisationen weisen Machtdynamiken auf, gegen welche es Mechanismen zu entwickeln gilt. – und das trifft umso stĂ€rker zu, je grĂ¶ĂŸer der Zusammenhang ist. Doch es gilt auch Hierarchien von Herrschaft zu unterscheiden. HerrschaftsverhĂ€ltnisse grĂŒnden sich auf eine asymmetrische Machtverteilung und fördern diese. Sie fĂŒhren zu hierarchischen Institutionen und Beziehungen. Um diese anzugreifen braucht es die Organisierung einer kollektiven Gegenmacht. Auch bei dieser können sich schon in kleineren Gruppen Hierarchien etablieren. FĂŒr Bakunin stand allerdings schon fest, dass diese nicht per se problematisch sind. Sie werden es dann, wenn AutoritĂ€t angemaßt wird, anstatt freiwillig akzeptiert zu werden, wenn sie sich dauerhaft verfestigt und schwer zurĂŒckgenommen werden kann und wenn soe sich nicht auf die Kompetenz in einem bestimmten Gebiet stĂŒtzt, sondern von Personen qua ihres GeltungsbedĂŒrfnisses und Machtanspruchs an sich gezogen wird.

Nun ja, dazu gĂ€be es noch viel zu sagen, insbesondere, was die anarchistische Szene oder die Organisierung einer sozial-revolutionĂ€ren Bewegung angeht
 An dieser Stelle erst mal nur: Macht, Herrschaft, Hierarchie und AutoritĂ€t sind zu unterscheiden und zu definieren, um klar zu kriegen, was das Problem ist und wie wir da rauskommen können
 Das macht den Song Keine Macht fĂŒr Niemand selbstverstĂ€ndlich nicht schlechter.

Mit Klick auf das Video erklĂ€rst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies ĂŒbertragen werden. Weitere Infos hier.




Quelle: Paradox-a.de