Februar 22, 2021
Von Anarchist Black Cross Dresden
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Wann: 07.03.2021 um 15 Uhr
Wo: auf dem Parkplatz vor der JVA Chemnitz

Knast ist ein Mittel des Staates, sozialen Problemen zu begegnen. Er soll dich „resozialisieren“. Du hast aber kaum Gelegenheit zur Selbstbestimmung und bist vom Rest der Gesellschaft isoliert. Jede*r Dritte landet nach Freilassung wieder dort, denn er hilft nicht Gefangenen, sondern der Herrschaftssicherung. Knast ist ein gewaltvoller und monotoner Ort. Das autoritĂ€re Strafsystem verstĂ€rkt Diskriminierung und wirtschaftliche Ausbeutung.

Wenn auch Du denkst, dass Knast keine Lösung fĂŒr individuelle und gesellschaftliche Probleme sein kann, dann komm mit uns am 07.03.2021 zur JVA Chemnitz. Dort wollen wir die Gefangenen ein StĂŒck  aus der Isolation holen, uns gemeinsam ĂŒber die ZustĂ€nde im Knast informieren und unsere SolidaritĂ€t zeigen.

Corona und Knast

Die Pandemie schafft Verunsicherung. Draußen und erst Recht im Knast. Es gibt weder AufklĂ€rung noch genug Schutzmaßnahmen oder medizinische Voraussetzungen, CoronaausbrĂŒchen im Knast zu entgegnen. Entlassungen zu Beginn der Pandemie setzten Menschen mit Nichts auf die Straße. Neben Angst vor Ansteckungen haben Gefangene mit der immensen Isolation zu kĂ€mpfen. Besuche wurden eingeschrĂ€nkt oder ausgesetzt. Briefe und Telefone sind letzte, aber teure und damit unzugĂ€ngliche Wege fĂŒr Kontakt.

Armut und Gesundheit

Der Chemnitzer Frauen-Knast, wie jeder Knast weltweit ist ein Ort der Armut. Denn die Gesetze sind so gestaltet, dass sie Arme hĂ€rter treffen als Reiche. Kleine DiebstĂ€hle oder das Nicht-Bezahlen-Können von Rechnungen können dich hinter Gitter bringen, wĂ€hrend Dir das Geld fĂŒr AnwĂ€lt*innen fehlt. Wenn Du Stress und psychisches Leid mit Drogen betĂ€ubst, wirst Du kriminalisiert. Besonders durch patriarchale Gewalt Traumatisierte werden so fĂŒr die Folgen ihres Traumas noch bestraft.

Wer ist im Knast

Menschen werden anhand des 2-Geschlechtersystems in KnÀste einsortiert. Dabei ist oft nicht der Eintrag im Pass entscheidend, sondern welche Normen Körpern zugeordnet werden. Trans*, inter* und nicht-binÀre Menschen sind besonders hÀufig von Diskriminierung, Gewalt und Kriminalisierung betroffen. Im Knast erleiden sie dann psychische und physische Gewalt durch Mitgefangene und Personal. Psychotherapie, Beratungsangebote oder Zugang zu spezifischen medizinischen Leistungen fehlen meist.

Menschen, die Armut und Rassismus erfahren oder unter psychischen Erkrankungen leiden, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit eingesperrt als andere. Dies geschieht bspw. durch Ersatzfreiheitsstrafen oder rassistischen Polizeikontrollen. Die Biografien von inhaftierten Personen sind zudem hĂ€ufig von zwischenmenschlicher Gewalt geprĂ€gt. Der Knast schafft hier keine UnterstĂŒtzung oder Verbesserungen, sondern reproduziert und verschĂ€rft diese Gewalt und sichert somit bestehende MachtverhĂ€ltnisse.

„Keine ist frei solange nicht Alle frei sind!“

Anreise:
Da es keine Demo geben wird, treffen wir uns vorm Knast auf dem Parkplatz. Es wird eine individuelle Anreise aus verschiedenen StÀdten geben.
Innerhalb Chemnitz fĂŒr Zuganreise: mit der Strassenbahn vom Hauptbahnhof bis zur Haltestelle Technopark fahren. https://www.cvag.de/




Quelle: Abcdd.org