Dezember 6, 2021
Von Indymedia
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Soweit meine persönlichen Beobachtungen als außerhalb von all dem stehende Person. Man möge mir das nun glauben oder nicht, ich fertige keine Videos und Bilder von anderen Leuten an, deshalb werde ich es nicht beweisen können. Aber zum eigentlichen Punkt:

Es ist mittlerweile scheinbar Gang und GĂ€be geworden, dass jene linken “Demofotografen”, die manch einer*m schon in der Vergangenheit immer ein Dorn im Auge waren, weil man nie so genau wusste, was diese Leute alles fotografieren und wem sie diese Bilder verkaufen/geben (und viel zu oft war es das Bildmaterial dieser Leute, das einzelnen Personen vor Gericht zum VerhĂ€ngnis wurde!), jene Leute also die Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen besuchen und dabei immer wieder ein Einschreiten der Polizei fordern, sei es weil Leute nicht AbstĂ€nde einhalten oder keine Masken tragen. In letzter Zeit werden diese Leute scheinbar immer wieder von Teilnehmern dieser Demonstrationen angegriffen. Hintergrund ist meist, dass die Menschen nicht gefilmt/fotografiert werden wollen, das Ă€ußern und dann, weil sich unsere lieben Demofotografen nicht daran halten, auch einmal auf sie los gehen, mit dem Ziel Kamera/Handy zu bekommen oder zu zerstören. Und manchmal setzt man sich eben auch dagegen zur Wehr, dass man gegen seinen Willen gefilmt wird.

Soweit so schön, nicht mein Bier, finde ich. Allerdings fordern jene “Demofotografen” und/oder “Journalisten” immer wieder SolidaritĂ€t von einer linken Szene und nur allzu gerne wird dem nachgekommen. Dass dabei Leute als Nazis geframed werden, bei denen das offensichtlich nicht haltbar ist, scheint keinen zu interessieren. Aber Nazi hin oder her: Wollen wir als Linke Szene wirklich solidarisch mit Leuten sein, die sich via Social Media, aber auch in der RealitĂ€t an Bullen wenden, um Leute anzuzeigen, ja teilweise sogar um sie fĂŒr mangelnde Masken oder nicht eingehaltene AbstĂ€nde anzuzeigen? Wollen wir solidarisch mit Leuten sein, die sich derart anbiedern, praktische Polizeiarbeit zu ĂŒbernehmen?

FĂŒr mich ist klar: Mit diesen Leuten bin ich nicht solidarisch, ebensowenig wie ich mit tatsĂ€chlichen Nazis nicht solidarisch bin. Solche Leute sind meine Feind*innen.

Ich fordere hiermit alle Demofotograf*innen auf, jegliche Zusammenarbeit mit Bullen zu unterlassen. Ich fordere alle, die sich solidarisch mit Leuten erklĂ€ren, die mit Bullen zusammenarbeiten auf, diese SolidaritĂ€t zu ĂŒberdenken.

Denn wenn wir die Praxis des Denunzierens und Snitchens erst einmal zulassen, dann wird letztlich auch der Szenekonsens von Anna und Arthur haltens Maul immer weiter ausgehöhlt werden und ehe wir uns versehen, werden dieselben Leute, die das Snitchen bei (vermeintlichen) Nazis angebracht finden, das auch bei missliebigen Positionen aus der Linken (etwa jenen, die Ă€hnlich uneinverstanden mit staatlichen Maßnahmen und Impfzwang sind) tun.




Quelle: De.indymedia.org