MĂ€rz 19, 2021
Von Emrawi
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Diese Zahl ist nichts anderes als ein statistischer Taschenspielertrick, wie die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der NEOS zeigt. „Die dreisten Zahlenspiele der Herren Kurz und Nehammer halten der ÜberprĂŒfung durch jetzt bekannt geworden Zahlen nicht stand“, betont asylkoordination-Sprecher Lukas Gahleitner-Gertz in einer ersten Reaktion.

Entgegen den Behauptungen von Integrations- und Frauenministerin Susanne Raab, dass Österreich 5.000 unbegleitete minderjĂ€hrige FlĂŒchtlinge aufgenommen hĂ€tte, stellt sich nun heraus, dass es sich um insgesamt nicht mehr als 186 (!) gehandelt hat. „Obwohl wir wussten, dass die von der Regierung kolportierten Zahlen nicht stimmen können, sind wir ĂŒber das Ausmaß der Desinformation entsetzt. Es liegt an der irrlichternden Integrationsministerin, hier schleunigst eine Richtigstellung vorzunehmen, auch wenn der Schaden schon angerichtet ist“, kommentiert Gahleitner-Gertz die Reaktionen der FlĂŒchtlings-NGOs.

Auch bei den 5.544 begleiteten MinderjĂ€hrigen, denen 2020 ein Schutzstatus in Österreich zugesprochen wurde, trifft der Begriff „aufgenommen“ lediglich auf 2.324 zu. 3.220 der 5.544 wurden nĂ€mlich in Österreich als Kinder von Schutzberechtigten geboren. „In anderen LĂ€ndern bekommen solche Kinder die StaatsbĂŒrgerschaft, in Österreich mĂŒssen sie als Argument herhalten, warum keine Menschen aus den untragbaren Lebensbedingungen der griechischen Lager befreit werden“, weist der asylkoordination-Sprecher auf die fĂŒr viele Menschen unverstĂ€ndlichen Aufenthalts- und StaatsbĂŒrgerschaftsgesetze hin.

Angesichts der jetzt zu Tage getretenen Desinformation, die nicht zuletzt durch unvollstĂ€ndige Statistiken möglich wird, betont die asylkoordination die Wichtigkeit voller Transparenz behördlichen Handelns. „Das Innenministerium muss endlich umfassende Statistiken zum Asyl- und Fremdenwesen zur VerfĂŒgung stellen. Korrekte Zahlen sind eine unverzichtbare Grundlage fĂŒr eine vernĂŒnftige evidenzbasierte Politik“, mahnt Gahleitner-Gertz und fordert: „Die Veröffentlichung von evidenzbasierten Informationen zu staatlichem Handeln ist eine Bringschuld der Behörden und keine Holschuld von BĂŒrger*innen. Es ist ein gutes Beispiel dafĂŒr, dass ein umfassendes Informationsfreiheitsgesetz dringend notwendig ist, um Desinformation von Regierungsseite zu verhindern.”



Beantwortung der parlamentarischen Anfrage betreffend „Fakezahlen zur Aufnahme von UMF 2020“

Quelle: asyl.at




Quelle: Emrawi.org