Oktober 13, 2021
Von InfoRiot
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Extremismus

Klein kritisiert Grabwahl fĂŒr Holocaust-Leugner

13.10.2021, 06:40


Die Friedhofskapelle des SĂŒdwestkirchhofs Stahnsdorf.

Die Friedhofskapelle des SĂŒdwestkirchhofs Stahnsdorf.

Foto: dpa

Berlin. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Beisetzung eines Holocaust-Leugners auf der frĂŒheren GrabstĂ€tte eines jĂŒdischstĂ€mmigen Wissenschaftlers kritisiert. “Es ist tatsĂ€chlich ein Ă€ußerst unglĂŒcklicher Fehler, der hier unterlaufen ist”, teilte Klein der Deutschen Presse-Agentur mit. “Ich habe bereits mit den Beteiligten gesprochen und die Verantwortlichen haben glaubhaft versichert, den Fall grĂŒndlich intern aufzuarbeiten und kĂŒnftig Strukturen zu schaffen, dass so etwas nicht mehr passiert.”


Der Mann war der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zufolge am vergangenen Freitag auf dem SĂŒdwestkirchhof Stahnsdorf auf der ehemaligen GrabstĂ€tte des Musikwissenschaftlers Max Friedlaender (1852-1934) beigesetzt worden. Friedlaender war laut EKBO jĂŒdischstĂ€mmiger Protestant. Die Landeskirche hatte nach eigenen Angaben entschieden, die Anfrage nach einer GrabstĂ€tte nicht abzulehnen, weil jeder Mensch ein Anrecht auf eine letzte RuhestĂ€tte habe. Die Friedhofsleitung lehnte den ersten Wunsch fĂŒr die GrabstĂ€tte ab und wĂ€hlte dann die ehemalige GrabstĂ€tte Friedlaenders.

Der Berliner Landesbischof Christian StĂ€blein hat zugesagt, alle rechtlichen Schritte zu prĂŒfen, um den Vorgang rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Er will Friedlaender ein ehrendes Gedenken auf dem Friedhof bewahren. StĂ€blein entschuldigte sich zugleich. “Die Bestattung eines Holocaust-Leugners auf der GrabstĂ€tte von Max Friedlaender ist ein schrecklicher Fehler und ein erschĂŒtternder Vorgang angesichts unserer Geschichte.”

Der Antisemitismusbeauftragte von Berlin, Samuel Salzborn, hatte Strafanzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe erstattet. Er vermutet, dass Rechtsextremisten bewusst das Grab gewÀhlt haben, um die Totenruhe zu stören. Der PrÀsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte erklÀrt, die Bestattung sei unertrÀglich.

© dpa-infocom, dpa:211013-99-576962/2





Quelle: Inforiot.de