August 20, 2020
Von Anarchist Black Cross Berlin
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Rassismus tötet!

Am 23. 07.20 wurde Ferhat Mayouf durch den Knast Moabit ermordet. Er kam aus Algerien, war 36 Jahre alt, Person of Color und saß
im Untersuchungsknast. Am 23.07 brannte es in seiner Zelle. Obwohl
Schliesser*innen wÀhrend des Brandes vor seiner Zelle standen und er
fĂŒnf Minuten lang „Hilfe“ und „Feuer“ schrie, öffneten sie die ZellentĂŒr nicht. Jetzt sprechen sie von Suizid.

Es war Mord!

Der
Brand wurde von Gefangenen als auch Schliesser*innen frĂŒhzeitig
wahrgenommen. Aber anstatt die ZellentĂŒr sofort zu öffnen, „berieten
sich die Beamten ĂŒber fĂŒnf Minuten lang vor seiner Zelle, wie man nun
taktisch vorgehen mĂŒsse“, so ein Gefangener aus Moabit.

Dieser berichtete ebenfalls, dass Ferhat in seiner Haftzeit von WĂ€rter*innen verprĂŒgelt worden ist. Auch der Bruder von Ferhat spricht von „Folterungen im Knast, z.B. durch Tritte“.

KnĂ€ste maskieren Morde als angeblichen „Suizid“

Morde wie der an Ferhat Mayouf
sind keine EinzelfÀlle. Immer wieder sterben Gefangene, vor allem
People of Color und Schwarze Menschen in den KnĂ€sten. Anschließend wird
meist reflexartig von Suizid gesprochen und die Verantwortung des
Knastes zurĂŒckgewiesen. So auch in Ferhats Fall.

Rassismus,
rassistische Polizei- und Justizgewalt und UnterdrĂŒckung sind keine
PhĂ€nomene, welche ausschließlich vor den Knasttoren zu finden sind, im
Gegenteil. In KnĂ€sten sind die VerhĂ€ltnisse im Vergleich zu draußen
sogar verschÀrfter. Nicht nur rassistische Justizangestellte sind Teil
des „Normalzustandes“ im Knast. Das Knastsystem befördert durch seine
gesamte Struktur Rassismus, Klassismus, Ausbeutung und UnterdrĂŒckung.

Ferhat wurde im Knast gefoltert, war den generellen Gewaltmechanismen ausgesetzt und Person of Color –
was seine Haftbedingungen unter rassistischen Justizangestellten
zusÀtzlich erschwerte. WÀhrend seine Zelle brannte und er um Hilfe
schrie, unternahmen die Schliesser*innen nichts. Unter diesen UmstÀnden
von Suizid zu sprechen, ist einfach nur widerlich.

Es gibt keinen Selbstmord im Knast!

KnÀste
isolieren die Menschen von der Gesellschaft, sie machen die Gefangenen
regelrecht kaputt, sie foltern und töten. Unter KnastumstÀnden kann
niemals von sogenannten Selbstmord die Rede sein. Ferhat wurde zusÀtzlich Hilfe verwehrt, obwohl er danach schrie.

Diese
UmstĂ€nde dĂŒrfen weder verschwiegen, noch vergessen werden. Deswegen
werden wir am 29.08.20 auf die Straßen gehen, um dagegen zu
demonstrieren, Ferhat Mayouf und allen anderen Ermordeten zu gedenken und uns an die Seite all jener zu stellen, die gefangen gehalten werden. 

Kommt um 19:00 Uhr zum U-Bahnhof Turmstraße, Ausgang Turmstraße! Lasst uns gemeinsam zum Knast Moabit laufen und unserer Wut Ausdruck verleihen! FĂŒr eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, UnterdrĂŒckung und KnĂ€ste!

-SchĂŒtzt euch und andere! Achtet auf die Corona-Abstandsregeln und tragt wĂ€hrend der Demonstration Mund-Nasenbedeckung.-





Quelle: Abc-berlin.net