November 6, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Es folgt der neunte Teil aus unserer Knast-Serie mit BeitrĂ€gen zum Thema GefĂ€ngnis, Abschaffung und Alternativen. Hier geht es zum vorherigen Teil: Institution Familie als Einstieg in die KriminalitĂ€t. Der nachfolgende Beitrag ist wieder aus Instead of Prisons ĂŒbersetzt, der „Abolitionismus-Fibel“.

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Wenn Abolitionist_innen auf Alternativen zur Haftstrafe drĂ€ngen, wird immer der Ruf laut: „Aber was ist mit dem Vergewaltiger*? Was ist mit den Straßenverbrecher_innen? Was wĂŒrdet ihr mit ihnen machen?“

Da Abolitionist_innen sich der Herausforderung stellen mĂŒssen, nicht inhaftierende Lösungen fĂŒr brutale und schĂ€dliche Verbrechen zu finden, werden wir sie hier betrachten. Unsere Studie hat uns davon ĂŒberzeugt, dass echte Lösungen fĂŒr das Problem der Vergewaltigung und anderer Gewaltverbrechen in keiner Weise mit der Inhaftierung von StraftĂ€ter_innen zu tun haben. GefĂ€ngnisse bestrafen lediglich einzelne SĂŒndenböcke, gehen aber nicht auf die kollektive Verantwortung fĂŒr kulturell oder wirtschaftlich bedingtes Verhalten ein. Stattdessen mĂŒssen die BemĂŒhungen zur Verhinderung von Verbrechen mit Opfern darauf abzielen, die sozialen Bedingungen zu verĂ€ndern, die KriminalitĂ€t begĂŒnstigen, und die Opfer zu befĂ€higen, sich gegen die Viktimisierung zu wehren.

Die Mehrheit der StraßenkriminalitĂ€t wird zum Beispiel von Armen gegen Arme begangen — eine machtlose Klasse. StraßenkriminalitĂ€t ist in erster Linie WirtschaftskriminalitĂ€t, die auf die Ungerechtigkeiten des Systems zurĂŒckzufĂŒhren ist und mit steigender Arbeitslosigkeit und Inflation zunehmen wird. Lösungen sind an systematische VerĂ€nderungen gebunden: Es wird keine Verbrechen der Armen mehr geben, wenn es keine Armen mehr gibt.

Ebenso haben wir festgestellt, dass die Wurzeln der kriminellen Gewalt gegen Frauen und Kinder tief in der Kultur dieser Gesellschaft liegen. Daher muss die PrĂ€vention von Vergewaltigungsverbrechen darauf ausgerichtet sein, die gesellschaftlichen Bedingungen zu verĂ€ndern, die Gewalt und Sexismus begĂŒnstigen. Auch wenn die Opfer von Vergewaltigungen zu Recht wĂŒtend sind, sollte der Fokus dieser berechtigten Wut nicht auf der (Nicht-)Lösung liegen, die Vergewaltiger* in den KĂ€fig zu sperren. Vielmehr sollten die Energien auf echte Lösungen fĂŒr dieses hĂ€ssliche Gemeinschaftsproblem gerichtet werden. Dazu gehören eine Änderung der Werte und Einstellungen gegenĂŒber MĂ€dchen und Frauen und die Schaffung von Alternativen in der Gemeinschaft, die Möglichkeiten zur Umerziehung und Resozialisierung von Vergewaltigern* und anderen potenziellen SexualstraftĂ€tern* bieten.

Alle physischen Gewaltandrohungen mĂŒssen sowohl von der Gemeinschaft als auch von Einzelpersonen ernst genommen werden. Es ist inakzeptabel, von einer anderen Person körperlich verletzt zu werden, egal ob die Gewalt von einem Vergewaltiger*, einem Cop, dem organisierten Verbrechen oder der Regierung ausgeht. Opfer wurden als machtlose Wesen angesehen, die darauf warten, ausgebeutet zu werden. Doch das Ă€ndert sich langsam: Die Opfer weigern sich, lĂ€nger Opfer zu sein. Die Opfer sorgen fĂŒr eine neue Reaktion, und zwar nicht durch ein Strafverfolgungs-/Kriegsmodell, sondern durch ein Modell der OpferermĂ€chtigung — ein Befreiungsmodell. Auf der Grundlage einer authentischen Analyse ihrer Situation und gestĂ€rkt durch konkrete gewaltfreie Handlungen lernen die Opfer, dass sie ihre Situation Ă€ndern können.

Aus der Entwicklung der feministischen Vergewaltigungskrisen- und Kinderrechtsbewegungen lassen sich beispiellose Lehren fĂŒr die OpferermĂ€chtigung ziehen. Diese Klasse von Opfern bewirkt allmĂ€hlich einen Wandel. Weil ihre Erfahrungen ein Beispiel fĂŒr neue Reaktionen auf andere Verbrechen mit Opfern sein sollten, haben wir uns entschieden, das Verbrechen der Vergewaltigung nĂ€her zu untersuchen. Die Analyse der Vergewaltigung und der StraßenkriminalitĂ€t auf den folgenden Seiten erfolgt aus der Perspektive der Opfer — einer wĂŒtenden Perspektive, die in der Öffentlichkeit selten gehört wird.

Wenn wir das Verbrechen der Vergewaltigung untersuchen, sind wir ĂŒberwĂ€ltigt von der Vielfalt unserer Entdeckungen und davon, wie viel sie ĂŒber die gegenwĂ€rtige RealitĂ€t und die zukĂŒnftigen Hoffnungen auf Gerechtigkeit aussagen. Wir entdecken das Ausmaß der Gewalt in unserer Kultur. Wir entdecken das komplizierte Netz von Mythen, das die Machtlosen umgibt. Wir entdecken die Vorurteile in StrafgesetzbĂŒchern und Rechtsverfahren, die die MĂ€chtigen begĂŒnstigen. Wir entdecken die Ideologie der „Schuldzuweisung an das Opfer“. Wir entdecken die AnfĂ€nge einer Bewegung fĂŒr Opfer, die sich selbst ermĂ€chtigt und selbst definiert. Wir entdecken Antworten, die Opfern und TĂ€ter_innen ein ganz neues Spektrum an Dienstleistungen bieten. Und wir entdecken, wie groß die Aufgaben sind, die vor uns liegen.

Vergewaltigung: Mythen und RealitÀten

Die Daten in diesem Abschnitt beruhen nicht nur auf wissenschaftlichen Untersuchungen, sondern auch auf Berichten von Vergewaltigungsopfern und Mitarbeiter_innen von Vergewaltigungskrisenzentren aus erster Hand.

Mythos: Ein Vergewaltiger* ist ein sexuell unerfĂŒllter Mann, der von einer plötzlichen, unkontrollierbaren Welle sexuellen Verlangens mitgerissen wird.

Die RealitÀt: Ein Vergewaltiger* ist ein Mann, dessen SexualitÀt ihren Ausdruck in der Beherrschung, Kontrolle und Erniedrigung eines Opfers findet. Die Mehrheit der Vergewaltigungen wird im Voraus geplant.

Dieser Mythos rationalisiert Vergewaltigung und entschuldigt den Vergewaltiger*, indem er behauptet, dass Vergewaltigung ein impulsiver Akt ist, der angeboren und universell ist — ein Aspekt der „tierischen Natur“, der durch sexuelle BedĂŒrfnisse motiviert ist, die nicht unerfĂŒllt bleiben dĂŒrfen. Dies wird durch kulturĂŒbergreifende Studien nicht bestĂ€tigt; sie legen nahe, dass mĂ€nnliche Aggression und Feindseligkeit, die sich in der SexualitĂ€t ausdrĂŒcken, kulturell bedingte, erlernte Verhaltensweisen sind und nicht der „natĂŒrliche“ Instinkt des Menschen.

Sowohl die Erfahrungen der Opfer als auch unabhĂ€ngige Befragungen von Vergewaltigern* deuten stark darauf hin, dass der Wunsch, zu kontrollieren, zu demĂŒtigen und zu verletzen, ein Hauptmotiv fĂŒr Vergewaltigungen ist. Diese Theorie deckt sich teilweise mit den Ergebnissen begrenzter Studien, die in GefĂ€ngnissen und psychiatrischen Einrichtungen durchgefĂŒhrt wurden. Von den untersuchten verurteilten Vergewaltigern* scheinen die meisten durch GefĂŒhle der Verachtung und Feindseligkeit gegenĂŒber Frauen und durch eine Vielzahl von wutauslösenden UmstĂ€nden in ihrem Leben motiviert zu sein.

In einer Kultur, in der MÀnnlichkeit mit Kontrolle, Gewalt, Dominanz, Macht, StÀrke und Konkurrenzdenken gleichgesetzt wird, ist Vergewaltigung eine extreme AusprÀgung dieser Eigenschaften. Da Sex ein Bereich ist, in dem diese Einstellungen zur MÀnnlichkeit am intensivsten zum Ausdruck kommen, spielt die SexualitÀt eine Rolle bei der Aggression des Vergewaltigers*.

Mythos: Vergewaltigung ist ohne die Zustimmung der Frau unmöglich.

Die RealitÀt: Frauen stimmen einer Vergewaltigung nicht zu.

Dieser Mythos wird von Ärzt_innen, Strafverteidiger_innen, Cops und StaatsanwĂ€lt_innen verbreitet und von den Medien aufrechterhalten. Er wird in „Witzen“ ausgedrĂŒckt: „Eine Frau mit hochgezogenem Rock kann schneller rennen als ein Mann mit heruntergelassener Hose.“

Dieser Mythos wird benutzt, um der Frau die Schuld zuzuschieben, indem man ihr unterstellt, dass sie in irgendeiner Weise ihrer Viktimisierung zugestimmt oder sie eingeladen hat. Die Opfer werden bewusstlos geschlagen, ĂŒberraschend angegriffen, mit dem Tod oder schweren körperlichen SchĂ€den bedroht, unter Drogen gesetzt, mit Pistolen und Messern bedroht, körperlich zur Unterwerfung geprĂŒgelt und psychisch in die PassivitĂ€t getrieben. HĂ€ufig ist die grĂ¶ĂŸte Angst eines Vergewaltigungsopfers, dass sie getötet wird.

Mythos: Frauen, die vergewaltigt werden, haben den Angriff meist provoziert.

Die RealitĂ€t: Ein Vergewaltigungsopfer ist nicht dafĂŒr verantwortlich, dass sie angegriffen wird.

„Dem Opfer die Schuld geben“ wird als Argument verwendet, um die Schuld vom Vergewaltiger* auf das Opfer zu schieben, was bedeutet, dass es die sexuelle Begegnung provoziert haben muss.

Aus dieser Sichtweise heraus wird argumentiert, dass sich Opfer und Nicht-Opfer von Vergewaltigungen psychologisch unterscheiden. „Gute MĂ€dchen werden nicht vergewaltigt.“ „Was hattest du an?“ „Warum bist du in sein Auto/seine Wohnung gegangen/allein nach Hause gegangen?“ Mit diesen Fragen wird im Wesentlichen die Schuld des Opfers begrĂŒndet. „Du hast ihn dazu verleitet und es herausgefordert.“

Kinder aller Altersgruppen, MĂ€nner und Jungen in GefĂ€ngnissen und Jugendheimen, Babys und schwangere oder behinderte Frauen sind ebenso Opfer von Vergewaltigungen geworden wie junge Frauen, die nach mĂ€nnlicher Definition „attraktiv“ oder „schön“ sind. Vergewaltiger* sagen selbst, dass die VerfĂŒgbarkeit und Verletzlichkeit des Opfers sie zu einem Hauptziel macht, nicht ihre individuelle „Schönheit“ oder ihr „aufreizendes“ Verhalten.

Mythos: Vergewaltiger* sind pathologisch kranke und perverse MĂ€nner.

Die RealitÀt: MÀnner, die eine Frau zu einer ungewollten sexuellen Begegnung zwingen, unterscheiden sich nicht von der allgemeinen mÀnnlichen Bevölkerung.

Dieser Mythos wurde benutzt, um die Tatsache zu verschleiern, dass unsere Kultur mĂ€nnliche Aggression fördert, insbesondere sexuelle Aggression. DarĂŒber hinaus dient die Typisierung des Vergewaltigers* als „mörderischer Sexfanatiker“ dazu, dass Frauen verĂ€ngstigt und unterwĂŒrfig bleiben, ohne die hĂ€ufigste Gefahrenquelle zu erkennen — die MĂ€nner in ihrer Nachbarschaft und in ihrem Zuhause.

Bis vor kurzem haben soziologische und psychologische Untersuchungen von verurteilten Vergewaltigern* diesen Mythos eher bestĂ€tigt, indem sie sich auf die psychologischen Merkmale, den familiĂ€ren Hintergrund und die „kriminelle Subkultur“ des Vergewaltigers* konzentrierten und nicht auf die vorherrschenden kulturellen Faktoren und Normen, die sexuelle Aggressionen gegen Frauen fördern könnten.

Die spĂ€rlichen Informationen, die uns zur VerfĂŒgung stehen — Statistiken des FBI, der UCR, neuere soziologische Studien, Statistiken und Informationen von Vergewaltigungskrisenzentren sowie Interviews mit Opfern und Vergewaltigern* — widerlegen jedoch alle den Mythos des psychisch gestörten Vergewaltigers*. Den psychotischen Vergewaltiger* gibt es zwar, genauso wie den psychotischen Mörder, aber er ist die extreme Ausnahme. Wenn wir den Opfern und den wenigen Vergewaltigern* zuhören, die sich geĂ€ußert haben, stellen wir fest, dass es keinen „typischen“ Vergewaltiger* gibt, sondern dass er mit geringerer Wahrscheinlichkeit ein „abartiger sexueller Psychopath“ ist als ein verheirateter GeschĂ€ftsmann, ein straßengewandter Teenager oder ein Verbindungsbruder.

Mythos: Die meisten Vergewaltigungen passieren auf der Straße oder bei Frauen, die trampen.

Die RealitÀt: Etwa die HÀlfte der gemeldeten Vergewaltigungen findet im Haus des Opfers statt.

Die Studie „The Crime of Rape in Denver“ des Denver Anti-Crime Council hat ergeben, dass das Opfer in 41,2 Prozent der untersuchten FĂ€lle entweder zu Hause war oder schlief, als die Vergewaltigung stattfand; in 26 Prozent der FĂ€lle nahm sie an einer Freizeit- oder SportaktivitĂ€t teil und in weniger als fĂŒnf Prozent war sie per Anhalter unterwegs.

Mythos: Der typische Vergewaltiger* ist ein Fremder fĂŒr das Opfer.

Die RealitĂ€t: Opfer werden von Bekannten, Nachbarn, Freunden der Familie, Dates, Freunden, Liebhabern, VĂ€tern, BrĂŒdern und Onkeln sowie von Fremden vergewaltigt.

„Schatten“-Statistiken, die FĂ€lle dokumentieren, die nicht bei der Polizei, sondern bei Vergewaltigungskrisenzentren, Freund_innen, PrivatĂ€rzt_innen, Psychiater_innen und psychiatrischen Zentren angezeigt wurden, sind in den offiziellen Studien nicht enthalten. FĂ€lle von Vergewaltigungen an Ehefrauen zum Beispiel tauchen in den offiziellen Statistiken nie auf, weil nach der gesetzlichen Definition von Vergewaltigung ein Ehemann seine Frau nicht vergewaltigen kann. Frauen, die von Freunden oder Ex-EhemĂ€nnern vergewaltigt werden, zögern aufgrund der weit verbreiteten UnsensibilitĂ€t und Schikanen von Polizei und Gerichten, Anzeige zu erstatten.

Trotz dieser Hemmnisse zeigen die meisten Studien ĂŒber die Beziehung zwischen Opfer und TĂ€ter*, dass der Vergewaltiger* genauso wahrscheinlich ein Mann ist, den das Opfer kennt, wie eine fremde Person.

Mythos: Eine Frau kann nicht von ihrem Mann vergewaltigt werden.

Die RealitÀt: Frauen können von ihren EhemÀnnern vergewaltigt werden und werden es auch hÀufig.

Jeder Akt der erzwungenen sexuellen Penetration ist eine Vergewaltigung, unabhĂ€ngig von der Beziehung des Opfers zum Angreifer*. Das Gesetz der „ehelichen ImmunitĂ€t“ ist eine direkte Folge des patriarchalen Konzepts der Frau als „Eigentum“ ihres Mannes.

Durch die Definition, dass Vergewaltigung in der Ehe nicht möglich ist, impliziert das Gesetz, dass der Ehevertrag eine generelle Zustimmung zu sexuellen Beziehungen zu jeder Zeit beinhaltet und dass ein Ehemann das Recht hat, mit seiner Frau gegen ihren Willen zu kopulieren. Frauen, ob verheiratet oder ledig, haben das verfassungsmĂ€ĂŸige Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung, aber einige Strafgesetze verweigern verheirateten Frauen und Frauen, die mit MĂ€nnern „zusammenleben“, diese Rechte.

Mythos: Frauen genießen es, vergewaltigt zu werden.

Die RealitĂ€t: Vergewaltigung ist ein brutaler Gewaltakt, bei dem das Opfer gedemĂŒtigt, erniedrigt, psychisch terrorisiert und oft mit dem Tod bedroht wird. Kein Vergewaltigungsopfer — ob Frau, Mann oder Kind — hat Spaß an einer Vergewaltigung.

Die Vorstellung, dass Frauen sexuelle Gewalt durch MĂ€nner genießen, ist eine mĂ€nnliche Vorstellung von weiblicher SexualitĂ€t. Freud war der erste, der die Theorie aufstellte, dass Vergewaltigung etwas ist, das Frauen begehren und dass Frauen von Natur aus masochistisch sind.

Die meisten Vergewaltigungsopfer haben in erster Linie Angst — Angst vor körperlichen Verletzungen, VerstĂŒmmelung und Tod. Sie erleiden ein breites Spektrum an körperlichen und emotionalen Reaktionen. Die Vergewaltigung stört das normale Leben des Opfers erheblich. Schlaflosigkeit, AlbtrĂ€ume, Appetitlosigkeit, Angst vor dem Alleinsein, Angst davor, das Haus zu verlassen, AbhĂ€ngigkeit von Beruhigungsmitteln, körperliche Schmerzen, gebrochene Rippen und innere Verletzungen sind einige der Nachwirkungen einer Vergewaltigung.

Die Viktimisierung von Frauen

In den 1960er Jahren wurde das Bewusstsein fĂŒr die soziale, wirtschaftliche und politische UnterdrĂŒckung von Frauen wieder wach. Dieser Prozess fand vor allem durch Frauengruppen statt, die sich im Rahmen der Frauenbewegung informell in Wohnungen trafen. Bewusstseinsbildung ist der Prozess der Umwandlung der verborgenen, individuellen Ängste von Frauen in ein gemeinsames Bewusstsein fĂŒr die Bedeutung dieser Ängste als soziale Probleme, die Freisetzung von Wut und Angst, der Kampf, das Schmerzhafte zu verkĂŒnden und es in etwas Politisches zu verwandeln.

Die Frauen begannen zu erkennen, dass die Bedrohung durch Vergewaltigung und sexuelle BelĂ€stigung ihren gesamten Lebensstil eingeschrĂ€nkt hatte. Außerdem entdeckten sie, dass ihre persönliche Viktimisierung kein Beispiel fĂŒr ein isoliertes soziales Problem war, sondern Teil eines einheitlichen Musters. Viele Frauen hatten sich so sehr an die sexuelle Ausbeutung und den Missbrauch gewöhnt, dass sie sich selbst nicht als Opfer eines Verbrechens erkannten.

Am 24. Januar 1971 sprachen Frauen auf der New Yorker Radical Feminist Speak Out on Rape zum ersten Mal öffentlich ĂŒber sexuelle Gewalt gegen sie und leiteten damit den Beginn der VergewaltigungsprĂ€ventionsbewegung ein. Bis 1972 gab es in zahlreichen StĂ€dten Krisen- und PrĂ€ventionsprogramme fĂŒr Vergewaltigungen. Landesweit entstanden unabhĂ€ngig voneinander Bewusstseinsgruppen, Krisenhotlines, Selbstverteidigungskurse, Anti-Vergewaltigungs-Workshops, Gerichtsbeobachtungen und gesetzgeberische Aktionsgruppen. Die Ziele: Frauen und Kinder zu stĂ€rken, damit sie nicht lĂ€nger Opfer von Vergewaltigern* und polizeilichen, medizinischen und juristischen Verfahren werden; die Öffentlichkeit ĂŒber die Problematik sexueller Übergriffe aufzuklĂ€ren und grundlegende VerĂ€nderungen in gesellschaftlichen Institutionen herbeizufĂŒhren, die die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern entweder ignorieren, tolerieren oder stillschweigend fördern.

Das Patriarchat

Um die gegenwĂ€rtigen Praktiken der Vergewaltigung, der sexuellen BelĂ€stigung, der Übergriffe auf Kinder und Frauen zu verstehen, ist es wichtig, den historischen und kulturellen Kontext zu untersuchen, in dem sie stattfinden. Wie andere moderne Kulturen auch, ist unser Land patriarchal geprĂ€gt. Es ist eine Kultur, deren soziale Organisation von der Vorherrschaft der MĂ€nner ĂŒber die Frauen geprĂ€gt ist.

Wie gedĂ€mpft sie auch sein mag, die sexuelle Herrschaft ist dennoch die vielleicht allgegenwĂ€rtigste Ideologie unserer Kultur und ihr grundlegendes Konzept von Macht. Das ist so, weil unsere Gesellschaft ein Patriarchat ist. Das wird sofort klar, wenn man sich vor Augen fĂŒhrt, dass das MilitĂ€r, die Industrie, die Technologie, die UniversitĂ€ten, die Wissenschaft, die politischen Ämter und die Finanzen — kurz gesagt, jeder Weg der Macht innerhalb der Gesellschaft, einschließlich der Zwangsgewalt der Polizei, vollstĂ€ndig in mĂ€nnlicher Hand liegt. Da das Wesen der Politik Macht ist, kann eine solche Erkenntnis nicht ohne Wirkung bleiben.

Historisch gesehen waren Frauen in patriarchalen Gesellschaften Eigentum der MĂ€nner: Frauen wurden als Ware gekauft und verkauft — als Konkubinen, Sklavinnen, Prostituierte, Ehefrauen.

Als erste dauerhafte Errungenschaft des Mannes, sein erstes GrundstĂŒck, war die Frau tatsĂ€chlich der erste Baustein, der Grundstein des „Hauses des Vaters“. Die gewaltsame Ausdehnung der Grenzen des Mannes auf seine Partnerin und spĂ€ter auf deren Nachkommen war der Beginn seiner Vorstellung von Eigentum. Die Konzepte von Hierarchie, Sklaverei und Privateigentum entstanden aus der anfĂ€nglichen Unterwerfung der Frauen und konnten nur auf dieser basieren.

Der Ehemann hatte das alleinige Recht auf die Sexualorgane der Frau und auf ihre Kinder; sie waren Teil seines Eigentums.

Jeder Mann, der sich an diesen Eigentumsrechten zu schaffen machte, wurde hart bestraft, und im Falle von Untreue wurde auch die Frau hart bestraft. Ein Mann konnte seine Frau bestrafen, indem er sie tötete oder ihre Nase, Ohren oder Haare abschnitt; und er konnte den Mann, der seine Eigentumsrechte verletzte, töten, entmannen, verstĂŒmmeln oder auspeitschen. Mit der vollen Entfaltung des Privateigentums und der patriarchalen Familie verloren die Frauen die Kontrolle ĂŒber ihr Leben, ihr Schicksal und ihren eigenen Körper. Die Ehefrauen wurden auf die wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit von ihren EhemĂ€nnern reduziert. Als sich die Schlinge der Ehe um den Hals der Frauen enger zog, wurden sie wie Vieh in den HĂ€usern ihrer EhemĂ€nner eingesperrt und standen unter deren voller Herrschaft.

Auch wenn die patriarchale Herrschaft in der heutigen Gesellschaft weniger offensichtlich ist, werden die mÀnnliche Vorherrschaft und die Zustimmung der Opfer nach wie vor durch Systeme von Bestrafung und Belohnung, starre Geschlechterrollenstereotypen und systematische, institutionalisierte physische und psychische Gewalt durchgesetzt.

Es gibt eine Vielzahl von Belohnungen und Bestrafungen, die teils subtil und teils zwangsweise eingesetzt werden, um Frauen in die „weibliche“, d.h. machtlose Rolle zu sozialisieren. Frauen, die sich nicht an das akzeptierte Modell anpassen, werden mit einer Reihe von sozialen Strafen belegt. Dazu gehören Spott, soziale Ächtung, Etikettierung und BelĂ€stigung, wirtschaftliche Benachteiligung und im Extremfall die Inhaftierung in psychiatrischen Anstalten und GefĂ€ngnissen.

Geschlechtsrollensozialisation

Die Sozialisierung der Geschlechterrolle ist wie das Sexualverhalten ein erlerntes Verhalten. In patriarchalen Gesellschaften lernt ein Mann, dass Macht, Gewalt und Aggression mit seiner SexualitĂ€t verbunden sind. Dies ist das Stereotyp der „mĂ€nnlichen“ Rolle. Opferrolle, Machtlosigkeit und UnterwĂŒrfigkeit werden als „weibliche“ Rolle stereotypisiert.

Die Programmierung der Sexualisierung in unserer Gesellschaft umfasst die Bereiche Wirtschaft, Politik und Kultur. MĂ€nner und Frauen lernen durch Fernsehen, SchulbĂŒcher, Spielzeug, MĂ€rchen, Legenden, Radio, Werbung, Zeitschriften, Musik, Romane, Filme, Cartoons, Comics, Gesetze, Berufe, LehrplĂ€ne und Pornografie, durch die stĂ€ndige subtile Kommunikation von Eltern und Peers und durch die politischen und wirtschaftlichen RealitĂ€ten unseres Alltags, was es heißt, mĂ€nnlich und weiblich zu sein.

Eine Hauptquelle fĂŒr Geschlechterstereotypen sind die Medien. Die Objektivierung des weiblichen Körpers und die Erotisierung von Gewalt in den Medien wiederholen stĂ€ndig die Ansicht, dass Frauen sexuelle Objekte fĂŒr die mĂ€nnliche Befriedigung sind und dass die Beherrschung einer Frau durch einen Mann, vor allem in sexueller Hinsicht, „anregend“ ist.

MĂ€nnliche Aggression und mĂ€nnliches sexuelles VergnĂŒgen sind untrennbar miteinander verbunden und werden von Generation zu Generation als die mĂ€nnliche Norm verstĂ€rkt. Unsere Gesellschaft erwartet, dass der Mann in heterosexuellen Beziehungen der Aggressor ist, und ein gewisses Maß an körperlicher Gewalt und Zwang ist folglich akzeptabel und vielleicht sogar gesellschaftlich notwendig.

Mary Daly, feministische Philosophin, und andere feministische Theoretiker_innen haben die direkten Verbindungen zwischen mĂ€nnlicher sexueller Gewalt, Krieg, Rassismus und Genozid aufgezeigt. Daly hat die amerikanische patriarchale Kultur als eine „unheilige Dreifaltigkeit“ von Vergewaltigung, Genozid und Krieg beschrieben. Vergewaltigung, die Psychologie und Politik der Herrschaft, fĂŒhrt zur Objektivierung, zum Missbrauch und zur Ausbeutung aller machtlosen Menschen.

Übergriffe auf Ehefrauen

Die gleiche Ideologie der mĂ€nnlichen Vorherrschaft und der weiblichen Unterlegenheit, die in der „Psychologie der Vergewaltigung“ zum Ausdruck kommt, ist auch die Rechtfertigung fĂŒr Übergriffe auf Ehefrauen im Haushalt. Sowohl Vergewaltigung als auch Übergriffe auf Ehefrauen werden traditionell als „opferverursacht“ angesehen, d. h., Frauen haben es irgendwie „gewollt“, ja sogar „verdient“.

Wie die Vergewaltigung ist auch die Körperverletzung in der Ehe ein eklatantes Beispiel fĂŒr ein Verbrechen gegen Frauen, das bisher nicht als Gewaltverbrechen anerkannt wurde, obwohl Millionen von Frauen davon betroffen sind.

Es wird geschĂ€tzt, dass Übergriffe auf Ehefrauen zu den am wenigsten gemeldeten Verbrechen in den USA gehören, und es ist wahrscheinlich, dass Ehefrauen und Kinder die grĂ¶ĂŸte einzelne Klasse von kriminellen Opfern in den Vereinigten Staaten bilden. Der erschreckende Mangel an Untersuchungen ĂŒber Straftaten gegen Frauen und Kinder hĂ€ngt damit zusammen, dass das Rechtssystem stĂ€ndig die Vorstellung bekrĂ€ftigt, dass ein Mann das Recht hat, seine Frau und Kinder zu „disziplinieren“, wenn nötig mit Gewalt. FĂŒr eine Ehefrau ist es praktisch unmöglich, rechtlichen Schutz vor einem brutalen Ehemann zu erhalten.

Obwohl die meisten MĂ€dchen von Geburt an in die Rolle des unterwĂŒrfigen Opfers hineingesozialisiert werden, weigern sich viele Frauen und MĂ€dchen heute, an ihrer eigenen Opferrolle teilzuhaben. Sie verlassen brutale Ehen und hĂ€usliche Situationen und suchen Hilfe bei anderen Frauen. In England, Frankreich, Schottland, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten organisieren Frauen und MĂ€dchen Zufluchtsorte fĂŒr die Opfer von Übergriffen auf Ehefrauen, Vergewaltigungen und KinderprĂŒgeln; sie beraten und unterstĂŒtzen sich gegenseitig.

Vergewaltigung und die Straf(un)rechtssysteme

Wie bei anderen Verbrechenskategorien sind die nationalen Statistiken ĂŒber gemeldete Vergewaltigungen nur ein oberflĂ€chlicher Hinweis auf die tatsĂ€chliche Zahl der Verbrechen. Nur FĂ€lle, die den engen rechtlichen und gesellschaftlichen Definitionen von angezeigter Vergewaltigung entsprechen, werden in den Statistiken erfasst. FĂ€lle von Vergewaltigung nach dem Gesetz, bei denen das Opfer noch nicht volljĂ€hrig ist, werden nicht berĂŒcksichtigt. Vergewaltigungen von Ehefrauen durch EhemĂ€nner, „Date-Vergewaltigungen“, Vergewaltigungen von Prostituierten und Anhalter_innen und in vielen Staaten auch anale und orale Vergewaltigungen sowie Vergewaltigungen, bei denen das Opfer mĂ€nnlich ist, werden nicht erfasst.

Die offiziellen SchĂ€tzungen der Vergewaltigungen liegen in der Regel fĂŒnf- bis zehnmal höher als die gemeldete Zahl; und einige Experten sind der Meinung, dass nur einer von zwanzig sexuellen Übergriffen ĂŒberhaupt gemeldet wird.

Die GrĂŒnde, warum die Opfer keine Anzeige erstatten, sind vielfĂ€ltig. Sie reichen von flĂŒchtigen GefĂŒhlen wie Angst und Scham bis hin zu eher praktischen GefĂŒhlen der Sinnlosigkeit. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie das Fehlen persönlicher GrĂŒnde fĂŒr die Anzeige einer Vergewaltigung nahelegen. Die Opfer, die sich dafĂŒr entscheiden, Anzeige zu erstatten, geben nur einen einzigen zwingenden Grund an: den Vergewaltiger* daran zu hindern, andere Frauen und Kinder in Ă€hnlicher Weise zu vergewaltigen.

Das Versagen unserer Justiz ist bei sexuellen Übergriffen ausgeprĂ€gter als bei allen anderen Gewaltverbrechen. Das zeigt sich deutlich an der unglaublich niedrigen Verhaftungs-, Strafverfolgungs- und Verurteilungsquote bei Vergewaltigungen. Die Strafverfolgungsbehörden weisen darauf hin, dass die Opfer ihren Angreifer* nicht identifizieren können und dass es generell keine Zeug_innen am Tatort gibt, die die Vergewaltigung bezeugen. Die UnfĂ€higkeit der Staatsanwaltschaft, Verurteilungen zu erwirken, ist jedoch weitaus komplizierter.

Das Opfer vor Gericht stellen

„Vor etwa einem Jahr hatte ich das Pech, herauszufinden, wie die Polizei in VergewaltigungsfĂ€llen vorgeht. Ich wurde von einem völlig Fremden vergewaltigt, der sich in meinem Auto versteckt hatte 
. Arapahoe County (Polizei) hat den Fall bearbeitet. Zuerst brachten sie mich ins Krankenhaus, um festzustellen, ob ich vergewaltigt worden war (die Kosten dafĂŒr wurden mir spĂ€ter in Rechnung gestellt). Dann brachten sie mich zur Befragung ins PolizeigebĂ€ude. Sie baten mich, eine ErklĂ€rung ĂŒber den Vorfall aufzuschreiben und dann — Die erste Frage, die sie mir stellten 
. „War er Mexikaner?“ Dann: „Hattest du einen Orgasmus? Nimmst du VerhĂŒtungsmittel? Warum nimmst du VerhĂŒtungsmittel? Wann hast du angefangen, sie zu benutzen? Warst du zu der Zeit mit einem Mann zusammen?“ Ich habe den Eindruck, dass das meiste davon fĂŒr die Tatsache der Vergewaltigung irrelevant ist.“

Ein Vergewaltigungsopfer aus Denver, zitiert in June Bundy Csida und Joseph Csida, Rape, How to Avoid It and What to Do About It If You Can’t (Chatsworth, California, Books for Better Living, 1974) S. 97-98.

Trotz der staatlichen Verantwortung, die Rechte von Opfern und Angeklagten zu schĂŒtzen, liegt das Hauptaugenmerk der Justiz eindeutig auf den Rechten der Angeklagten in Vergewaltigungsprozessen. Die Rechte des Vergewaltigungsopfers wurden weitgehend ignoriert. Das zeigt sich deutlich in den Beweisregeln, die die sexuelle und persönliche Vorgeschichte des Opfers stĂ€rker in den Vordergrund stellen als den Angeklagten: Ein Vergewaltigungsprozess wird fĂŒr die Frau zu einer Belastungsprobe. Ihre GlaubwĂŒrdigkeit als Zeugin wird in Frage gestellt, wĂ€hrend ihr privates Sexualleben offen in Frage gestellt wird.

Um zu verdeutlichen, warum die meisten Vergewaltigungsopfer es vorziehen, keine Anzeige zu erstatten, stellen wir uns vor, dass ein Raubopfer die gleiche Art von Kreuzverhör durchlÀuft wie ein Vergewaltigungsopfer:

„Mr. Smith, Sie wurden an der Ecke First and Main mit vorgehaltener Waffe ĂŒberfallen?“

„Ja.“

„Haben Sie sich gegen den RĂ€uber gewehrt?“

„Nein.

„Warum nicht?“

„Er war bewaffnet.“

„Dann haben Sie sich bewusst dafĂŒr entschieden, auf seine Forderungen einzugehen, anstatt sich zu wehren?“

„Ja.“

„Haben Sie geschrien?“

„Nein. Ich hatte Angst.“

„Ich verstehe. Haben Sie jemals Geld verschenkt?“

„Ja, natĂŒrlich.“

„Und Sie haben es freiwillig getan?“

„Worauf wollen Sie hinaus?“

„Nun, sagen wir es mal so, Mr. Smith. Sie haben in der Vergangenheit schon Geld verschenkt. Sie haben einen guten Ruf fĂŒr ihre Menschenfreundlichkeit. Wie können wir sicher sein, dass Sie nicht vorhatten, sich ihr Geld gewaltsam wegnehmen zu lassen?“

„Hören Sie, wenn ich
“

„Vergessen Sie es. Um wie viel Uhr fand der Überfall statt?“

„UngefĂ€hr um 23 Uhr.“

„Sie waren um 23.00 Uhr auf der Straße? Und was haben Sie gemacht?“

„Nur spazieren gehen.“

„Nur spazieren? Sie wissen, dass es gefĂ€hrlich ist, so spĂ€t nachts noch auf der Straße zu sein. War Ihnen nicht bewusst, dass Sie ĂŒberfallen werden könnten?“

„DarĂŒber habe ich nicht nachgedacht.“

„Was hatten Sie an?“

„Mal sehen – einen Anzug. Ja, einen Anzug.“

„Einen teuren Anzug?“

„Nun – ja. Ich bin ein erfolgreicher Anwalt, wissen Sie.“

„Mit anderen Worten, Mr. Smith, Sie sind spĂ€t nachts in einem Anzug durch die Straßen gelaufen, der praktisch dafĂŒr geworben hat, dass Sie ein gutes Ziel fĂŒr leichtes Geld sein könnten, nicht wahr? Ich meine, wenn wir es nicht besser wĂŒssten, Mr. Smith, könnten wir sogar denken, dass Sie es so gewollt haben, nicht wahr?“

Wiederholung des Gewaltkreislaufs

Sexuelle Übergriffe auf Gefangene durch WĂ€rter und andere Gefangene wurden lange Zeit geheim gehalten und durch Fehlinformationen vertuscht, aber die Inhaftierung politischer Aktivist_innen in den 1960er Jahren und die Notlage von Frauen wie Joanne Little, die sich zu Wort melden, haben nun die TĂŒr zu einem Thema aufgestoßen, das frĂŒher „unaussprechlich“ war.

Bob Martin wurde an einem Wochenende in einem GefÀngnis in Washington, D.C., 60 Mal vergewaltigt.

Ralph Gans wurde wĂ€hrend einer „politischen“ Revolte von 17 MĂ€nnern angegriffen. Er lag monatelang im Krankenhaus.

Tico Gonzalez wurde an Heiligabend von drei WÀrtern in einem StadtgefÀngnis vergewaltigt.

Harvey Masters war sieben Jahre alt, als er in ein Heim fĂŒr unerwĂŒnschte Jungen kam und von vier doppelt so alten Kindern ĂŒberfallen wurde.

Mehr als ein Dutzend Insassen missbrauchten einen verhassten GefÀngniswÀrter wÀhrend eines öffentlichkeitswirksamen GefÀngnisaufstandes sexuell.

Die öffentliche Anerkennung des epidemischen Ausmaßes sexueller Übergriffe im GefĂ€ngnis hat die Situation jedoch nicht verĂ€ndert und es gibt nur wenige Statistiken oder Studien ĂŒber Vergewaltigungen im GefĂ€ngnis. Das Ausleben von Machtrollen in einem autoritĂ€ren Umfeld gedeiht weiterhin und entspricht der strafenden gesellschaftlichen Haltung gegenĂŒber Gefangenen. Sexuelle Gewalt in GefĂ€ngnissen ist unvermeidlich. Sexuelle Gewalt und Missbrauch sind das Ergebnis eines gewalttĂ€tigen und missbrĂ€uchlichen Systems.

ErmÀchtigung der Opfer von Vergewaltigung

Vergewaltigung ist ein Angriff auf die Selbstbestimmung, die SexualitÀt und die Psyche des Opfers. Nach einer Vergewaltigung erleben die Opfer:

  • Angst vor der RĂŒckkehr des Angreifers*.
  • Angst, allein zu sein.
  • Angst, erneut angegriffen zu werden.
  • Angst vor Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft.
  • Angst, dass Verwandte und Freund_innen es herausfinden.
  • Angst davor, sich bei der Polizei oder im Krankenhaus zu melden.
  • Angst davor, was passieren könnte, wenn es gemeldet wird.
  • Angst davor, zur Arbeit oder in die Schule zurĂŒckzukehren.
  • Angst davor, wieder Beziehungen zu MĂ€nnern aufzunehmen.
  • Angst davor, einfach die Straße entlang zu gehen.

Bis vor kurzem gab es fĂŒr die Opfer sexueller Übergriffe keine Anlaufstelle, um VerstĂ€ndnis zu erfahren, Hilfe im Umgang mit medizinischen und juristischen Einrichtungen zu finden oder ĂŒber das Thema sexuelle Übergriffe und deren PrĂ€vention aufgeklĂ€rt zu werden. KrankenhĂ€user, Polizei und Gerichte sind meist sexistisch und rassistisch voreingenommen, was die Opfer sexueller Übergriffe oft zusĂ€tzlich traumatisiert. Auch Verwandte und Freund_innen sind nicht immer hilfsbereit; sie reagieren hĂ€ufig mit Entsetzen und Missbilligung des Opfers und geben ihr die Schuld an dem Übergriff. Es hat sogar oft den Anschein, dass das Opfer selbst vor Gericht gestellt wird. Bis vor kurzem musste das Vergewaltigungsopfer ihre DemĂŒtigungen und Verletzungen allein ertragen.

Vergewaltigungs-Krisenzentren

Diese Situation hat sich durch das AufblĂŒhen der feministischen Bewegung dramatisch verĂ€ndert. In den frĂŒhen 70er Jahren wurde die Einrichtung und Unterhaltung von Krisenzentren fĂŒr Vergewaltigungsopfer ausschließlich von besorgten Frauen ĂŒbernommen, meist unter der Schirmherrschaft von feministischen Gruppen oder Frauenzentren. Die meisten der frĂŒhen Anti-Vergewaltigungshelfenden waren politische Aktivistinnen, AnwĂ€ltinnen oder Gemeinschaftsorganisatorinnen, und viele waren selbst Vergewaltigungsopfer. Heute gibt es mehr als 200 Kriseninterventionsprogramme fĂŒr Vergewaltigungsopfer, vor allem in stĂ€dtischen und vorstĂ€dtischen Gebieten.

Die Zentren bieten Opfern von sexuellen Übergriffen UnterstĂŒtzung an und fungieren gleichzeitig als Puffer zwischen den Opfern und den sexistischen Praktiken der Institutionen. Zu den ProgrammaktivitĂ€ten gehören:

  • Hotline-Beratung.
  • Begleitservice zu KrankenhĂ€usern, Polizeistationen und Gerichten.
  • AufklĂ€rung der Öffentlichkeit und der Fachleute, die mit Opfern zu tun haben, ĂŒber das Thema Vergewaltigung.
  • Reformierung der Gesetze gegen sexuelle Übergriffe.
  • AufklĂ€rung und Sensibilisierung des Personals der Massenmedien, damit sie realistische Informationen ĂŒber Vergewaltigung liefern.
  • Die Erstellung von HandbĂŒchern, Flyern und anderer AufklĂ€rungsliteratur zum Thema Vergewaltigung.
  • Entwicklung von Musterverfahren fĂŒr Polizei, StaatsanwĂ€lt_innen, private Ärzt_innen und KrankenhĂ€user.
  • Bereitstellung von Selbstverteidigungskursen fĂŒr Frauen und Kinder.
  • Gerichtsbeobachtung bei Vorverhandlungen und Vergewaltigungsprozessen, um das Opfer zu unterstĂŒtzen und die Taktiken der Verteidiger_innen zu lernen.
  • Sensibilisierung von Institutionen fĂŒr die BedĂŒrfnisse und Rechte von Opfern sexueller Übergriffe.

Vergewaltigung in einer sexistischen Gesellschaft abschaffen

Das langfristige Ziel der Anti-Vergewaltigungsarbeit ist die Abschaffung von Vergewaltigungen in unserer Gesellschaft. Letztlich kann dies nur durch die Ausrottung des Patriarchats und seiner Bastion, dem Sexismus, erreicht werden. Werte, Sitten und GebrĂ€uche sowie politische, wirtschaftliche und soziale Institutionen mĂŒssen sich grundlegend Ă€ndern, wenn Frauen frei von sexueller Gewalt und Ausbeutung sein sollen. Massive AufklĂ€rungskampagnen sind notwendig, um das öffentliche Bewusstsein zu schĂ€rfen.

Der erste Schritt zur VerĂ€nderung des öffentlichen Bewusstseins besteht in der Anerkennung von Vergewaltigung als Gewaltverbrechen. Strategien zur VergewaltigungsprĂ€vention mĂŒssen mit der VerĂ€nderung der gesellschaftlichen Bedingungen, die Gewalt begĂŒnstigen, verbunden sein. Die Verantwortung fĂŒr die VerĂ€nderung gewalttĂ€tiger Einstellungen und Verhaltensweisen sollte von allen Institutionen ĂŒbernommen werden, die Einfluss auf Einstellungen, Wissen und Verhalten haben — das Elternhaus, Schulen und UniversitĂ€ten, Medien, Sozialdienste, das Rechtssystem und staatliche Stellen.

Zweitens sollten sich AufklĂ€rungskampagnen an potenzielle Vergewaltiger* — MĂ€nner, die in einer sexistischen Kultur sozialisiert wurden — und potenzielle Opfer — Frauen, die in einer sexistischen Kultur sozialisiert wurden — richten. Die Programme sollten so gestaltet sein, dass sie entdeckte und unentdeckte Vergewaltiger*, sexuelle KinderschĂ€nder*, einschließlich VĂ€ter, die ihre Kinder sexuell missbrauchen, Voyeure* und Exhibitionisten* erreichen. Konzertierte Kampagnen sollten sich auf die Opfer — gemeldete und nicht gemeldete Kinder, Jugendliche und Erwachsene — und ihre Familien konzentrieren.

Basisorganisation & ProfessionalitÀt

VergewaltigungsprĂ€ventionszentren haben verschiedene Formen und arbeiten mit unterschiedlichen Philosophien. Einige sind selbsttragende, feministische Zentren, deren politische Überzeugungen und Autonomie fĂŒr die von ihnen erbrachten Dienstleistungen entscheidend sind. Andere Zentren werden von Fachleuten bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft, in KrankenhĂ€usern, Kirchen, psychiatrischen Kliniken und anderen etablierten Organisationen organisiert und betrieben.

Der Kampf gegen sexuelle Gewalt, egal auf welcher Ebene, ist verstreut und unzureichend. Feministische oder professionelle Anti-Vergewaltigungsgruppen kratzen bei ihren Versuchen, den Opfern zu helfen, unmenschliche Institutionen zu verÀndern und den vergewaltigungsfördernden Sexismus in der Bildung, den Medien und anderswo zu bekÀmpfen und auszumerzen, kaum an der OberflÀche.

Obwohl alle BemĂŒhungen dringend notwendig sind, unterstĂŒtzen Abolitionist_innen vor allem Vergewaltigungskrisen- und PrĂ€ventionsprogramme, die von den Betroffenen initiiert und geleitet werden. Auf lange Sicht dienen Programme, die von „Fachleuten“ entworfen werden, eher den Interessen der Straf(un)rechtssysteme als den Interessen der Opfer und potenziellen Opfer. Solche Programme stĂ€rken keine Bewegung, die zum Vehikel fĂŒr die so dringend benötigten massiven AufklĂ€rungskampagnen werden kann.

Neue Antworten auf sexuelle Gewalt

Als Abolitionist_innen sind wir mit dem Kampf zwischen zwei gegensĂ€tzlichen KrĂ€ften fĂŒr VerĂ€nderungen konfrontiert. Wir sind uns mit feministischen Anti-Vergewaltigungsgruppen und anderen sozialen Akteur_innen einig, dass alles getan werden sollte, um sexuelle GewalttĂ€ter* zu erfassen und ihnen entgegenzutreten. Wir teilen die Empörung der Vergewaltigungsopfer und sind der Meinung, dass wiederholte Vergewaltiger* davon abgehalten werden mĂŒssen, weitere Gewalttaten zu begehen. Auf der anderen Seite unterstĂŒtzen wir nicht die Reaktion der Inhaftierung. Wir stellen die Grundannahmen in Frage, dass Strafen, harte Urteile und Vergeltungsmaßnahmen den Schmerz der Opfer lindern, Vergewaltiger* umerziehen oder die Gesellschaft wirklich schĂŒtzen können.

Da Vergewaltigungen immer mehr in der Öffentlichkeit bekannt werden, wird mehr Geld und Energie fĂŒr die Verfolgung und Verurteilung von Vergewaltigern* ausgegeben. Wie hilft uns Frauen dieses nachtrĂ€gliche Handeln? Die Vergewaltigungsrate scheint zu steigen. Wenn alle MĂ€nner, die jemals vergewaltigt haben, morgen ins GefĂ€ngnis kĂ€men, wĂŒrde es sowohl außerhalb als auch innerhalb der GefĂ€ngnisse weiterhin Vergewaltigungen geben. Die Inhaftierung Ă€ndert nichts an der gesellschaftlichen Einstellung, die Vergewaltigungen fördert. In einer Gesellschaft, die sich mit den Symptomen und nicht mit den Ursachen von Problemen beschĂ€ftigt, sind GefĂ€ngnisse absolut sinnvoll. Die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Vergewaltigungen wĂŒrde die Grundstruktur der Gesellschaft bedrohen.

Das GefĂ€ngnis ist rachsĂŒchtig — es geht nicht um VerĂ€nderung, sondern um Bestrafung. Und seine eigentliche gesellschaftliche Funktion Ă€hnelt der der Vergewaltigung — es fungiert als Puffer, als eine unterdrĂŒckende Institution, in der einige wenige SĂŒndenböcke fĂŒr die MissstĂ€nde in der Gesellschaft bezahlen.

Die Straf(un)rechtssysteme verurteilen vor allem arme, Schwarze und „Dritte-Welt“-MĂ€nner fĂŒr ein Verbrechen, das von MĂ€nnern jeder Race, Klasse und sozialen Stellung begangen wird. Die GefĂ€ngnisse sind also fĂŒr die weniger MĂ€chtigen reserviert und werden als Kontrollmittel gegen sie eingesetzt. Ein weißer Vergewaltiger* aus der Mittelschicht wird bei diesem selektiven Verfahren nur selten erwischt.

Wenn ein sexuell gewalttĂ€tiger Mann in einem GefĂ€ngnis untergebracht ist, setzt er seine aggressiven Handlungen innerhalb der Mauern fort. Dieses Mal sind seine Opfer jĂŒngere, verletzlichere MĂ€nner. Wenn der Vergewaltiger* kleiner, leichter oder jĂŒnger ist als die Allgemeinbevölkerung, kann er selbst zum Vergewaltigungsopfer werden.

Neuere Daten zeigen, dass die Mehrheit der inhaftierten Vergewaltiger* als Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht wurde. GefÀngnisse bieten die Möglichkeit, den Kreislauf der Gewalt zu wiederholen.

Wenn ein sexuell gewalttĂ€tiger Mann gefasst, verurteilt und ins GefĂ€ngnis gesteckt wird, ist er im Durchschnitt nach 44 Monaten wieder auf der Straße. Im GefĂ€ngnis wurde er beherrscht, erniedrigt, gedemĂŒtigt und möglicherweise selbst sexuell missbraucht; seine WĂ€rter haben die Kontrolle ĂŒber seinen Körper und sein Leben ĂŒbernommen. Nach seiner RĂŒckkehr in die Gesellschaft kann er seine Wut auf das verletzlichste, verfĂŒgbare Opfer lenken: jede Frau.

SexualstraftĂ€terprogramme in GefĂ€ngnissen und psychiatrischen Kliniken werden hauptsĂ€chlich von MĂ€nnern geleitet und stellen nur selten die grundlegenden kulturellen Ursachen sexueller Gewalt in Frage. Vielmehr fördern sie oft sexistische Vorurteile und bieten dem SexualstraftĂ€ter* weitere GrĂŒnde fĂŒr seine Gewalt gegen Frauen.

Den Kreislauf der Gewalt durchbrechen

SexualstraftĂ€ter* mĂŒssen wĂ€hrend ihres Umerziehungs-/Resozialisierungsprozesses nicht eingesperrt werden. Die derzeitigen Alternativen zum GefĂ€ngnis beweisen dies und bieten die benötigten Modelle. Aber es mĂŒssen noch viel mehr Gemeinschaftsprogramme fĂŒr SexualstraftĂ€ter* entwickelt werden, bevor der Glaube an Alternativen ohne GefĂ€ngnisaufenthalt akzeptiert wird.

Leider verwenden einige lohnenswerte Programme fĂŒr SexualstraftĂ€ter* weiterhin die Sprache des „medizinischen Modells“. Umerziehungs- und Resozialisierungsprozesse werden zum Beispiel oft als „Behandlung“ bezeichnet. Trotz der sprachlichen Ausrichtung stehen diese Programme im Einklang mit abolitionistischen Überzeugungen. Sie beruhen im Wesentlichen auf dem Konzept, dass sexuelles Verhalten und Beziehungen durch den Prozess der Sozialisation erlernt werden und dass neue Verhaltensmuster erworben werden können. Es liegt in der Verantwortung des Einzelnen, die kulturelle und soziale Konditionierung von sexueller Gewalt zu ĂŒberwinden, bis diese ursĂ€chlichen Faktoren verĂ€ndert sind.

Ein Beispiel um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen: HĂ€ftlingsselbsthilfe

PAR, Prisoners Against Rape, Inc. ist ein gefĂ€ngnisbasiertes Anti-Vergewaltigungsprogramm. Es wurde im September 1973 von zwei Gefangenen im Lorton Correctional Complex, Virginia, gegrĂŒndet. Die Gruppe besteht aus Gefangenen in Lorton und Occoquan, Virginia, und dem GefĂ€ngnis von Washington, D. C. (einige von ihnen sind ehemalige SexualstraftĂ€ter*), Feminist_innen aus Anti-Vergewaltigungsgruppen und anderen interessierten Gemeindemitgliedern.

Das erste Jahr von PAR war der Bewusstseinsbildung der inhaftierten Mitglieder gewidmet. Sie setzten sich mit ihren BeweggrĂŒnden fĂŒr die Vergewaltigung, der Politik der Vergewaltigung, der Einstellung zu Frauen und SexualitĂ€t und den Mythen und RealitĂ€ten der Vergewaltigung auseinander. Sie sind der Meinung, dass GefĂ€ngnisse keine Vergewaltigungen verhindern, sondern bestenfalls heterosexuelle Vergewaltigungen verhindern, wĂ€hrend sie homosexuelle Vergewaltigungen begĂŒnstigen und bestehende Perversionen verstĂ€rken.

Von Anfang an hat PAR als Selbsthilfegruppe ohne UnterstĂŒtzung durch die GefĂ€ngnisbehörden gearbeitet. Heute ist sie eine gemeinnĂŒtzige Organisation, die sich ausschließlich durch Spenden und Fundraising finanziert.

Ziele: Eine Analyse der Ursachen von Vergewaltigungen entwickeln. Umerziehung von sexuell gewalttÀtigen Personen mit dem Ziel, Vergewaltigungen abzuschaffen. Als Umerziehungsprogramm innerhalb der GefÀngnisse zu fungieren, Informationen auszutauschen und mit Anti-KriminalitÀts- und feministischen Gruppen, Vergewaltigungskrisenzentren und SexualstraftÀterprogrammen in anderen GefÀngnissen zusammenzuarbeiten.

AktivitĂ€ten: Wöchentliche AufklĂ€rungssitzungen fĂŒr interessierte Gefangene werden abgehalten. Freitagsabends finden im Lorton-GefĂ€ngnis kollektive, öffentlich zugĂ€ngliche Kurse statt. Gemeinsam mit dem D.C. Rape Crisis Center hat PAR einen Lehrplan fĂŒr VergewaltigungsaufklĂ€rungsseminare fĂŒr Junior High Schools und High Schools erarbeitet.

Selbsthilfe-Initiativen, sowohl von und mit Opfern als auch TĂ€tern*, bieten uns eine Perspektive den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, um auf Vergewaltigung auf andere Weise als mit einer Einsperrung zu reagieren. Das langfristige Ziel sollte es sein, die Ursachen der Vergewaltigung selbst zu beheben.

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[Anmerkung der Übersetzerin: Ich habe mich entschieden, einige Wörter wie ‚SexualstraftĂ€ter‘ nicht zu entgendern. Auch wenn nicht alle Cis-MĂ€nner sind, so ist es die ĂŒberwiegende Mehrheit. Leider ignoriert der Text auch die extreme Gewalt, die nicht nur Frauen, sondern auch Queers erfahren.]

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Quelle: Schwarzerpfeil.de