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Bereits zum zweiten Mal diese Woche fand in Köln eine Kundgebung gegen Polizeigewalt statt, an der erneut hunderte Menschen teilnahmen. Am Montag 28.06. handelte es sich um einen spontanen Protest gegen den Angrif der Staatsgewalt auf tausende Demonstrant*innen, die in DĂŒsseldorf am Samstag 26.06. gegen die geplante VerschĂ€rfung des Landes-Versammlungsgesetzes auf die Straße gingen (siehe Bericht).

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Am heutigen Samstag 02.07. wurde gegen ein etwas zurĂŒckliegenden Fall demonstriert, bei dem ein Mitarbeiter der Sozialistischen Selbsthilfe Köln in der Liebigstraße bei einem offensichtlich brutalen Polizeieinsatz schwer verletzt und misshandelt wurde. Das Anarcho-Syndikalistische Netzwerk hat aus SolidaritĂ€t den Aufruf
des SSK unterstĂŒtzt und sich an der Kundgung vor der Polizeiwache im Stadtteil Ehrenfeld beteiligt.

Fast 300  Teilnehmer*innen der Kundgebung auf der Venloer Straße standen am Abend stundenlang vor den schwer bewachten Absperrungen, umringt von Beamt*innen in Kampfmontur. Mehrere Betroffene von Polizeigewalt berichteten in drastischen Worten ĂŒber ihre traumatischen Erlebnisse mit körperlicher bzw. sexualisierter Gewalt, Frauen- und Schwulenfeindlichkeit, Rassismus, sowie menschenunwĂŒrdigen Erniedrigungen auf Demonstrationen, beim Abtransport und in Gewahrsamszellen.
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Weitere BeitrĂ€ge kamen u.a. von der Initiative „Köln gegen rechts“, die aus antifaschistischer Perspektive ĂŒber Nazi-Chatgroups und dutzende rechte „EinzelfĂ€lle“ unter Polizist*innen berichtete. Der sozialdemokratische Jurist Bernhard von GrĂŒnberg hielt eine Rede zur Verstrickung von Polizeibehörden und Staatsanwaltschaft in straffreien Vertuschungskartellen, die eine unabhĂ€ngige Beschwerdemöglichkeit fĂŒr Betroffene verhindern und die anonymen bzw. oft sogar vermummten TĂ€ter*innen in Uniform Straffreiheit gewĂ€hren.

Gefordert wurde von den Veranstalter*innen daher eine unabhĂ€ngige Beschwerdestelle und externe Kontrolle der Polizeiarbeit, samt Kennzeichnungspflicht, sowie ein Ende von Polizeigewalt und Racial Profiling. DarĂŒber hinaus machten viele anarchistische und autonome Demonstrant*innen ihre grundsĂ€tzliche Ablehnung staatlicher Gewalt, sowie von Herrschaft und UnterdrĂŒckung deutlich.

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CC:BY-NC




Quelle: Asnkoeln.wordpress.com