Mai 13, 2021
Von Anarchosyndikalismus
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Eine gemeinsame ErklĂ€rung von „Colectix Kaos Kreador Antifacista“, „Bandera Negra“ und „ULET-IAA“ zur Situation in Kolumbien:

„Wir, verschiedene anarchistische Gruppen, Kollektive und Organisationen, Ă€ußern uns heute öffentlich gegen die Steuerreform mit ihren erhöhten Abgaben auf lebenswichtige GĂŒter des tĂ€glichen Bedarfs. Aber nicht nur, weil wir die Reform als einen organisierten Raubzug aus die Taschen der Arbeiter*innenklasse, der Bauer*innenn, der Dienstleistungsarbeiter*innen, der SelbststĂ€ndigen und Freiberufler*innen betrachten. Sondern auch, weil wir das Versagen, das diese uribistische Regierung von IvĂĄn Duque ausmacht, und das Desaster, das der gesamte Staatsapparat dieses Landes ist, deutlich machen. Der mit öffentlichen Maßnahmen, Gesetzen, Dekreten, Medienpropaganda und billigem Nationalismus versucht hat, den organisierten Raub zu verbergen, der in Wirklichkeit ĂŒber die Gesamtheit der Menschen in dieser Region des Kontinents lĂ€uft.

Die Steuern – von deren Senkung Duque fĂ€lschlicherweise sprach, unabhĂ€ngig davon, welcher PrĂ€sident im Amt ist – waren, sind und bleiben ein allgemeiner Diebstahl an der Bevölkerung, da sie durch die klientelistische Mafia den Zugang zur Macht fĂŒr nicht mehr als 20 Familien im ganzen Land garantiert haben. 20 Familien, die sich auf korrupte Weise bereichert haben und weiterhin die Macht in den Territorien ausĂŒben – vielfach – durch den Einsatz von Waffen, ob legal oder illegal. Und auch von legalen und dem Schwarzmarkt profitiert haben, -verstanden als- Drogenhandel, Schmuggel, Menschenhandel, Landraub, Enteignung von BĂ€uer*innen und illegaler Bergbau.

Wie können sie erwarten, dass die Menschen weiterhin an den Staat glauben, wenn die gleiche Regierung, die ihn kontrolliert, systematisch gegen sie vorgeht?

Der Umgang mit der Pandemie ist katastrophal, nicht nur hat der Duquismo die Covax-Option platzen lassen, als sie die Versorgung Kolumbiens mit Impfstoffen hÀtte sicherstellen können. Sondern sie wagen es auch, mit der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung GeschÀfte zu machen, auf Kosten der Steuern, die sie von den Arbeiter*innen stehlen.

Der Druck auf das Gesundheitspersonal, die Überlastung, die sie Tag fĂŒr Tag erleiden, ist kein Einzelfall. Auch die Lehrer*innen sind davon tief betroffen, ganz zu schweigen von all den Menschen, die mit ihrem Schweiß, ihren TrĂ€nen und ihrer Anstrengung einen Staat aufrechterhalten, der ihnen mehr nimmt, als er ihnen tatsĂ€chlich zurĂŒckgibt.

Der Krieg, der in den Territorien aufrechterhalten wird, ist aufgrund politischer Entscheidungen gegen die Bevölkerung fortgesetzt worden. Die gleiche Bevölkerung, die weiterhin seinen Tribut in Form von Toten zahlt und weiterhin den Missbrauch des Staates erleidet, die Repression der SicherheitskrĂ€fte, die nur dazu dienen, die Privilegien jener zu erhalten, die die politische und/oder wirtschaftliche Macht kontrollieren. Von den unerfĂŒllten Versprechungen, die zum Beginn eines neuen Zyklus der Gewalt gefĂŒhrt haben, dem Verrat von Vereinbarungen, die Hoffnung in der Bevölkerung Kolumbiens sĂ€ten . Am Ende haben sie beschlossen, ein Feuer zu ernten, das mit Benzin angeheizt wurde.

FĂŒr all das, und noch viel mehr, sprechen wir, die Anarchist*innen, uns in entschiedener Opposition zu den einfachen Aktionen aus, die nur darin bestehen, eine Demonstration entlang der 7. Avenue von Bogota zu machen. Stattdessen rufen wir zu einem unbefristeten Generalstreik auf, der dazu fĂŒhrt, den Status quo zum Wohle der Bevölkerung zu verschieben: von den lokalen Oligarchen und bĂŒrgerlichen Minderheiten hin zu den großen, langen, breiten und vielfĂ€ltigen Völkern, die die Mehrheit der Bevölkerung in der Region Kolumbien ausmachen.

Die Wiederherstellung der kommunalen Autonomien, die Kollektivierung des Territoriums unter den angestammten oder traditionellen Bewohner*innen (nicht unter denen, die es durch Usurpation, Enteignung und Vertreibung erlangt haben), die AusĂŒbung der Versammlungsfreiheit, des Kommunalismus und der HorizontalitĂ€t, alle Entscheidungen kollektiv, eine offene, partizipatorische, vielfĂ€ltige und stĂ€ndige Vollversammlung, die jegliche AutoritĂ€t, Caudillismus, Gamonalismus, Patronalismus und Patriarchat ablehnt.

Es ist nicht notwendig, dass der von den Eliten kontrollierte Staat die AGRARISCHE REFORM verordnet, es sind die Gemeinden, StĂ€dte und Kommunen selbst, die das ohne Vermittler*innen tun können, sie mĂŒssen nur einer Versammlung zustimmen und damit beginnen.

Abschaffung der VerhÀltnisse der Unterordnung unter den narco-oligarchischen Staat!!!

Schluss mit der passiven Haltung, es ist Zeit, auf die Straße zu gehen!!!

Blockiert die AusĂŒbung der Repression!!!

Bildet autonome Nachbarschafts- und Kommunalversammlungen!!!

Abschaffung der HerrschaftsverhĂ€ltnisse und der patriarchalen UnterdrĂŒckung: VielfĂ€ltige Partizipation und Gleichberechtigung der Geschlechter, Vereinbarungen zum Verzicht auf den Krieg!!! Unbewaffneter ziviler Ungehorsam!!!

Weg mit der Steuerreform, weg mit der Rentenreform, weg mit der Arbeitsmarktreform!!!

Schafft den Staat ab!!!

Baut Vollversammlungen auf!!!

Colectix Kaos Kreador Antifacista / Bandera Negra / ULET-AIT

Übersetzung: Riot Turtle (https://enough-is-enough14.org/2021/05/08/kolumbien-schafft-den-staat-ab-bildet-autonome-versammlungen/)

Quelle: https://www.acat-ait.org/2021/05/06/abolir-el-estado/

Siehe auch:
„Kolumbien: Repression gegen landesweite Protestbewegung“
https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org/2021/05/04/kolumbien-repression-gegen-landesweite-protestbewegung/

 




Quelle: Anarchosyndikalismus.blackblogs.org