Dezember 8, 2021
Von Indymedia
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Nach dem sehr wahrscheinlichen Tod von Oscar Montero alias El Paisa bei einem Angriff von bisher unbekannten Personen wurde nun auch der Tod von alias Henry Castellanos alias Romaña bekannt. Sollte sich der Tod der beiden Kommandierenden bestÀtigen, dann ist dies ein schwerer Schlag gegen die FARC-EP, Zweites Marquetalia, und ihrem Projekt des Aufbaus einer aufstÀndischen Bewegung. Auch Romaña wurde auf venezolanischem Territorium gefunden und konnte aufgrund einer Narbe identifiziert werden. Laut einiger Quellen tötete man ihn in einem Lager in Taguanes im Bundesstaat Apure, etwa 25 Kilometer von der Grenze zu Kolumbien entfernt.

Auch bei diesem Vorfall konnte bisher nicht eindeutig geklĂ€rt werden, wer fĂŒr den Angriff verantwortlich ist. Eine Meldung seitens der FARC-EP, Zweites Marquetalia, auch ĂŒber den Tod von El Paisa blieb bisher aus. In diversen Medien wurde gemunkelt, es könnte sich um einen Angriff der konkurrierenden 10. Front der FARC-EP handeln. Doch auch andere kriminelle Strukturen oder ein organisierter Angriff durch kolumbianische Auftragsmörder oder durch den Geheimdienst sind möglich. Fakt ist jedoch, dass der Tod der beiden sehr bekannten Kommandierenden, die eine lange Biographie in der Guerilla haben, eine enorme SchwĂ€chung fĂŒr die FARC-EP darstellen.

Henry Castellanos GarzĂłn alias Romaña wurde 1965 in der Gemeinde El Castillo in der Provinz Meta geboren, verbrachte seine Jugend in BogotĂĄ und war hier Teil der Kommunistischen Jugend JUCO. In den 1980er Jahren schloss er sich der FARC an und wurde spĂ€ter Kommandant der 53. Front, die besonders in Meta und Cundinamarca operierte und die Hauptstadt als Ziel hatte. BerĂŒchtigt wurde er durch die vielen Kontrollpunkte, die seine Front auf der Hauptverbindungsroute zwischen BogotĂĄ und Villavicencio errichtete. In den 2000er Jahren war er Teil des Generalstabs des militĂ€rischen Ostblocks und nahm sogar an den Friedensverhandlungen in Havanna teil.

Mit den beiden getöteten Kommandierenden El Paisa und Romaña bleibt der Oberkommandierende IvĂĄn MĂĄrquez mit nur noch wenigen Vertrauten zurĂŒck. Auch wenn in einer Guerilla jede Position durch andere Personen ersetzt werden sollte, so sind diese beiden Persönlichkeiten auch in der Außendarstellung wichtig fĂŒr das Zweite Marquetalia gewesen. Immerhin verkörperten sie alte Guerillakommandanten, die bei ihren Truppen beliebt und bekannt waren. Mit JesĂșs Santrich sind damit wichtige Kommandierende der FARC-EP ausgeschaltet worden, was die Guerilla immens in ihrer Position, sowohl politisch als auch militĂ€risch, schwĂ€cht.

Wer nun die Positionen besetzt und wie es mit der FARC-EP, Zweites Marquetalia, weitergeht, ist unklar. Die Positionen könnten von Zarco AldĂ­never und WĂĄlter Mendoza besetzt werden, ebenfalls alte Kommandierende der FARC-EP, jedoch lĂ€ngst nicht mit so einem Charisma wir die beiden Getöteten. Zarco AldĂ­never ist seit den 1990er Jahren in der Guerilla aktiv und war zuletzt im Zentralen Generalstab des militĂ€rischen Ostblocks. Walter Mendoza ist seit den 1970er Teil der Guerilla im Zentralen und Westlichen Block der FARC-EP in FĂŒhrungsebenen gewesen. Er gehörte zu den GrĂŒndern der sogenannten mobilen Kolonnen der FARC-EP, eine neue militĂ€rstrategische Ausrichtung.

Unterdessen sind die Strukturen der FARC-EP um die 1. und 7. Front unter dem Kommando von Duarte und Mordisco in vielen Landesteilen sehr aktiv. So berichteten die Medien ĂŒber mehrere FĂ€lle der 33. Front in TibĂș, Norte de Santander, dass Personen von der Guerilla als Kriminelle und DrogenhĂ€ndler öffentlich festgenommen und gebrandmarkt wurden. Mit Plakaten wurde die Öffentlichkeit ĂŒber die Festnahme informiert. Dies sind nach Ansicht der Guerilla Maßnahmen, um die Ordnung in ihren Gebieten herzustellen. In der Region La Macarena, Provinz Meta, gab es einen Angriff auf die Armee, bei der mindestens zwei Soldaten ums Leben kamen.




Quelle: De.indymedia.org