Mai 31, 2021
Von Anarchist Black Cross Wien
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quelle: enoughisenough14

BogotĂĄ. Usme. Kolumbien. 27. Mai. 2021. An diesem Mittwoch, dem 26. Mai, kam es zu brutaler Repression durch die Polizei bei den Protesten in Usme, im SĂŒden von BogotĂĄ. Die Polizei griff den Protest um 11:00 Uhr an, die Demonstrant*innen blieben jedoch fast zwölf Stunden lang auf der Straße. Die Folge war, dass an diesem Tag Menschen vermisst und bedroht wurden und fast 200 verletzt wurden.

UrsprĂŒnglich veröffentlicht von Colombia Informa. Ăœbersetzt von Riot Turtle.

Seit dem Beginn des „Paro Nacional“ (landesweiten Streiks) hat sich die Zahl der Widerstandsorte in der Hauptstadt jeden Tag erhöht. Es ist nicht mehr nur Portal Resistencia, sondern auch Usme, Soacha, Bosa, Orte, an denen die massiven Protesten auch nachts nicht aufhören. Gleichzeitig haben die Angriffe der SicherheitskrĂ€fte zugenommen.

Die BĂŒrgermeisterin von BogotĂĄ, Claudia LĂłpez, hat die Notwendigkeit eines Dialogs und die Beendigung der Gewalt, die die Demonstrant*innen Nacht fĂŒr Nacht erleben, betont; ihr Diskurs wird jedoch nicht in das umgesetzt, was tatsĂ€chlich auf den Straßen passiert. Dort sind weder die Befehlswege noch die Befehle, die den Polizist*innen gegeben werden, klar. Die Aktionen der uniformierten Beamten brechen jedes Protokoll oder jede Vorschrift, die die Grenzen und die Form des polizeilichen Vorgehens bestimmen.

Obwohl diese Taten systematischer Natur sind, ĂŒbersteigt das, was gestern in Usme geschah, die Gewaltbilanz, die wĂ€hrend des landesweiten Streiks in der Hauptstadt verzeichnet wurde.

Das Team von Colombia Informa, das zusammen mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort war, bestĂ€tigte, dass in einem Zeitraum von elf Stunden, in dem die Polizei eingriff und agierte, 185 Menschen verletzt wurden. Dies verstĂ¶ĂŸt gegen jede Absicht des Dialogs und der EntschĂ€rfung des Konflikts, wie sie von der Behördenseite bekundet wurde.

Von diesen 185 Personen erlitten mindestens zwanzig Treffer am Kopf, fĂŒnf davon waren schwer. Zu letzteren gehört der Fall von Jhonatan Guarnizo, einem 29-jĂ€hrigen jungen Mann, der an der Demonstration teilnahm und von einem TrĂ€nengasgranate am Kopf getroffen wurde. Laut den Ärzt*innen des Tunal-Krankenhauses und Luis Ernesto GĂłmez, SekretĂ€r der Regierung, befindet sich Jhonatan weiterhin in einem kritischen Zustand mit einem schweren Polytrauma des SchĂ€dels, das seine WirbelsĂ€ule beeintrĂ€chtigt.

Hinzu kamen Berichte mehrerer Jugendlicher wĂ€hrend einer Live-Übertragung auf dem Instagram-Account von Colombia Informa. Auf diesem Kanal versicherten sie, dass sie keine Informationen ĂŒber den Verbleib einiger ihrer GefĂ€hrt*innen hĂ€tten, die am frĂŒhen Morgen von uniformierten KrĂ€ften festgenommen worden waren.

Schusswaffen

Colombia Informa berichtete auch aus den Stadtteilen Teneriffa und Chuniza, wo die Bevölkerung PatronenhĂŒlsen von Schusswaffen fand und behauptete, dass die Polizei mit scharfer Munition auf die Demonstrant*innen geschossen hat.

In den Tagen zuvor waren auch SchĂŒsse bei Angriffen der Esmad (kolumbianische Bereitschaftspolizei) in Portal Resistencia, frĂŒher bekannt als Portal AmĂ©ricas, gemeldet worden.

Übergriffe gegen die Medien und Menschenrechtsverteidiger*innen

Es gab nicht nur stĂ€ndige Angriffe der Polizei gegen Demonstrant*innen, sondern auch gegen das Team von Colombia Informa. Gestern wurde der Journalist, der ĂŒber die Demonstration berichtete, von einer Gruppe von Polizist*innen, die meisten von ihnen ohne jegliche Identifikation, schikaniert, beschimpft und bedroht.

Die uniformierten Beamten hielten den Korrespondenten mehr als zehn Minuten lang fest, wÀhrend derer sie ihn wiederholt mit homophoben Beleidigungen beschimpften und die Arbeit der Journalisten dieses Medienorgans in Frage stellten.

DarĂŒber hinaus prangerte AndrĂ©s IdĂĄrraga, Leiter der Unterabteilung fĂŒr Menschenrechte im BĂŒro des BĂŒrgermeisters, die Übergriffe an, denen sein Team von uniformierten KrĂ€ften ausgesetzt war.

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Quelle: Abc-wien.net